Deutschland

"Weiterer Ort der Begegnung": Czaja will Russischen Garten in Berlin anlegen - und erntet Kritik

Nach den Plänen des CDU-Generalsekretärs Mario Czaja soll im Berliner Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf ein durch Russland finanzierter "Russischer Garten" entstehen. Der Garten soll dazu beitragen, die zerrütteten Beziehungen zwischen Russland und Deutschland "sehr bürgernah wiederzubeleben". Für das geplante Projekt erntet der CDU-Politiker Kritik.
"Weiterer Ort der Begegnung": Czaja will Russischen Garten in Berlin anlegen - und erntet KritikQuelle: www.globallookpress.com © J. Peltomaeki

In der Parkanlage "Gärten der Welt" im Berliner Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf, dem Wahlbezirk des neuen CDU-Generalsekretärs Mario Czaja, soll nach den Vorstellungen Czajas ein "Russischer Garten" als Ort der Begegnung entstehen. Gegenüber dem TV-Sender rbb sagte der CDU-Politiker:

"Mir schwebt vor, einen weiteren Ort der Begegnung in Marzahn-Hellersdorf zu schaffen."

In den bereits im vergangenen Jahr auf seiner Website präsentierten Plänen zum Bau des Gartens hatte Czaja die in "vielfältigen Bereichen" bestehende Verbindung seines Berliner Wahlbezirkes mit Russland betont. "Die Befreiung Berlins von Hitler-Deutschland durch die Rote Armee begann auf dem Boden" des "heutigen Bezirks Marzahn-Hellersdorf", erläutert der CDU-Generalsekretär die hinter der Idee stehenden Beweggründe. Mit Blick auf die schon länger andauernden Spannungen zwischen den NATO-Staaten und Russland erklärte Czaja auf seiner Homepage:

"Die aktuellen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sind in keinem guten Zustand. Berlin könnte jedoch – im positiven Sinne – zu einem Brückenkopf für eine Revitalisierung dieser so wichtigen Beziehungen werden. Unsere 'Gärten der Welt' bieten aus meiner Sicht eine sehr gute Möglichkeit, die Kooperation sehr bürgernah wiederzubeleben – durch die Schaffung eines speziellen 'Russischen Gartens' auf dem Gelände der 'Gärten der Welt'."

So könnte ein "Russischer Garten" Czajas Erklärung zufolge ein "sichtbares Beispiel" des Stadtbezirks "für den ernsthaften Willen" sein, "die Beziehungen zu Russland neu und vor allem kooperativ zu justieren" und würde unter symbolischen Aspekten zeitgleich "die historischen Wurzeln der deutsch-russischen Beziehungen" aufzeigen.  

Weiter erläutert er, dass es im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands zum Umzug "vieler" ehemaliger russischer Staatsbürger in den Berliner Stadtbezirk kam, was eine "enge" kulturelle Bindung zwischen den dort lebenden Russlanddeutschen und den Deutschen schuf. Dazu sagte Czaja dem rbb am Freitag:

"Wir haben 35.000 Deutsche aus Russland, die im Bezirk leben. Es gibt ohnehin eine enge Beziehung zwischen Deutschland und Russland."

Die Kosten des Projekts sollen nach Meinung des CDU-Politikers vom Russischen Haus für Wissenschaft und Kultur in Berlin, einem russischen Kultur- und Veranstaltungszentrum, getragen werden. Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Tagesspiegel zufolge hat Czaja das Russische Kulturzentrum in einem Brief an die Bezirksstadträtin Juliane Witt am 19. Januar als Träger der für das Gartenprojekt anfallenden Kosten ins Spiel gebracht.  

Doch die Pläne des CDU-Generalsekretärs zum Bau eines "Russischen Gartens" stoßen aufgrund der derzeit durch die Ukrainekrise stark belasteten politischen Beziehungen zwischen Deutschland als NATO-Bündnispartner und Russland auf Widerstand. 

So sagte der Marzahner Bürgermeister Gordon Lemm (SPD) dem rbb, dass Mario Czaja doch kein Anfänger sei. "In der jetzigen Situation erwarte ich schon ein gewisses Feingefühl, dass solche Sachen als Zeichen gedeutet werden können und politisch aufgeladen sind." Lemm zufolge sei es angesichts der derzeitigen politischen Lage "instinktlos", bezüglich der für den Bau des Gartens benötigten Geldmittel Zusagen über eine Finanzierung im Namen Russlands zu machen. 

Auf die Kritik an seinem Projekt angesprochen, entgegnete Czaja gegenüber dem rbb, dass er es "ausgesprochen bedauerlich" fände, wenn solche kulturellen, sozialen Projekte "den großen politischen Spannungen zum Opfer fallen würden". Der kulturelle Austausch und damit einhergehende Begegnungen seien gerade in Zeiten der Anspannung umso wichtiger, so der CDU-Politiker. Die "Gärten der Welt" seien bisher immer Geschenke der dort vertretenen Länder gewesen:

"Alle Gärten, die sich in den Gärten der Welt befinden, sind von den Heimatländern mit finanziellen Beiträgen unterstützt worden."

Während seines Wahlkampfes im vergangenen Jahr hatte der CDU-Politiker das Gartenprojekt in seinem Wahlbezirk beworben, was unter der dort lebenden  deutsch-russischen Bevölkerung gut ankam. Mario Czaja gewann die Wahl in Marzahn-Hellersdorf. 

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