Deutschland

Kritik an WDR-Berichterstattung: Nachtprogramm läuft trotz Extrem-Unwetter regulär weiter

Nach den heftigen Unwettern mit mehreren Todesfällen in Westdeutschland werfen Kritikern dem WDR unterlassene Hilfeleistung vor. Dieser hatte sein Nachtprogramm nicht unterbrochen und weitgehend "Dienst nach Vorschrift" geleistet. Der Sender widerspricht jedoch.
Kritik an WDR-Berichterstattung: Nachtprogramm läuft trotz Extrem-Unwetter regulär weiterQuelle: www.globallookpress.com © Karl F. Schöfmann

Nach den heftigen Unwettern und Hochwassern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit mehreren Dutzend Toten steht der WDR für seine Berichterstattung – beziehungsweise das Fehlen derselben – in der Kritik.

Die Vorwürfe: Obwohl eines der schwersten Unwetter seit 2014 den Westen der Republik verwüstet hatte, sendete der WDR weiterhin sein reguläres Nachtprogramm, als sei nichts geschehen. Dasselbe gilt weitestgehend für das Radioprogramm von WDR 2. Erst für den Donnerstag wurden "Sondersendungen im Radio und Fernsehen zu den Auswirkungen des Unwetters in NRW" angekündigt.

In den sozialen Medien wurde deshalb Kritik am Sender laut. Thomas Lückerath, Chefredakteur des Medienmagazins dwdl.de, schrieb sogar von "unterlassener Hilfeleistung":

"Wenn der finanziell großzügig ausgestattete öffentlich-rechtliche Rundfunk wie hier im Falle des WDR es in akuten Krisensituationen nicht schafft, ein verlässliches Informationsangebot für das Sendegebiet zu liefern, was wohl unbestritten zur Kernaufgabe gehört, dann wird bei all den Sparbemühungen der Häuser an den falschen Stellen gespart."

Lückerath kritisiert weiter, dass es im laufenden Programm der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag nur "Dienst nach Vorschrift" gab. Lediglich über einen Text-Ticker auf der Website und über Twitter informierte man über die dramatische Unwetterlage. Nach den Hauptnachrichten lief das Programm jedoch unbeirrt weiter. Fast drei Stunden spitzte sich die Lage zu, ohne dass der WDR warnte oder berichtete. Erst gegen 1:20 Uhr habe man immerhin über ein Laufband über die katastrophale Unwetterlage informiert. Lückerath schreibt weiter, es sei ein "Armutzeugnis", dass sich die gesamte Kompetenz des Westdeutschen Rundkfunks in einer solchen Krisensituation in einem "banalen Text-Ticker" erschöpfe:

"Dieser WDR in der Verantwortung von Tom Buhrow, Jörg Schönenborn und Valerie Weber jedoch hat heute Nacht versagt. Was nützen da sicher tolle Innovation-Labs, Dialoge zur Zukunft und anderer Firlefanz, wenn es an den Grundlagen eines verlässlichen Programms scheitert? Nun, die Rechtfertigungen werden wieder so eloquent sein wie die Einsicht spärlich."

Auch der Meteorologe Jörg Kachelmann kritisierte die mangelhafte Berichterstattung des WDR. Kachelmann warf den Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender vor, nichts getan zu haben, um die Wetterlage zu begleiten. Stattdessen sende man "irgendeinen Scheiß" und "lasse die Leute ersaufen". Auf Twitter fragte er sich zudem, wann WDR-Intendant Tom Buhrow zurücktrete:

"Vielleicht mag ja Tom Buhrow dieses Mal zurücktreten, wo es damals noch nicht geklappt hat? Oder erst noch mehr Tote, bis es was wird?"

Es ist nicht das erste Mal, dass Kachelmann dem WDR vorwirft, nicht rechtzeitig vor schweren Unwettern zu warnen und dadurch Menschenleben zu gefährden. Unwetter am Pfingstmontag 2014 kosteten mehrere Menschen das Leben. Kachelmann warf dem WDR damals vor, eine Mitverantwortung zu tragen, da nicht rechtzeitig gewarnt wurde. Der Sender hatte damals Besserung gelobt. Ein Sprecher des WDR räumte damals ein, dass eine "Crawl", über die Informationen zum Unwetter eingeblendet werden, am Abend im Fernsehen besser gewesen wäre. Man wolle aus den Fehlern lernen:

"Das haben unsere Fernsehkolleginnen und -kollegen so nachbesprochen und werden es künftig in vergleichbaren Fällen entsprechend handhaben."

Passiert ist bekanntlich wenig. Kachelmann gab aktuell weiter bekannt, dass die Rücktrittsforderungen auch für den Intendanten des SWR gelten:

"Wer in Zeiten der Not für die Menschen, die einem das Gehalt zahlen, so sehr keinen Bock hat, etwas für die Daseinsvorsorge derselben Menschen zu tun, sollte irgendwas Anderes tun."

Der Rundfunkrat des WDR, der als Kontrollgremium des Senders fungiert, wollte am Donnerstag keinen Kommentar über die Arbeit des Senders abgeben. Auf eine Anfrage des Tagesspiegel hieß es, dass es dem Gremium und seinen Vorsitzenden "aufgrund der Ferienzeit" derzeit nicht möglich sei, eigene Recherchen in dieser Angelegenheit anzustellen. Auch der Vorsitzende des Rates Andreas Meyer-Lauber stehe für ein Gespräch "leider nicht zur Verfügung".

Die Intendanz des WDR räumte in einem Statement jedoch ein:

"Wir teilen die Einschätzung, dass der WDR noch umfangreicher aus Wuppertal hätte berichten müssen, allerdings war das dortige WDR-Studio selbst so stark vom Unwetter betroffen, dass es ab drei Uhr in der Nacht nicht mehr selber senden konnte."

Da die Stadt den Strom jedoch aus Sicherheitsgründen abstellte, hätten die Studios in Düsseldorf und Köln die Regionalnachrichten übernommen. Auch die ARD widersprach der Kritik und behauptete, man habe in den Nachrichtensendungen "ausführlich" über das Hochwasser berichtet. Für den Donnerstagabend wurde zudem ein "Brennpunkt" angekündigt.

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