Deutschland

Mittlerweile mindestens 42 Tote nach Unwettern in Deutschland

Nach Dauerregen im Westen Deutschlands sind mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche werden immer noch vermisst. Ganze Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten und mehrere Häuser stürzten ein.
Mittlerweile mindestens 42 Tote nach Unwettern in DeutschlandQuelle: www.globallookpress.com © Ralf Roeger/dpa

Heftige Regenfälle sorgten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für Überschwemmungen, Hochwasser und Stromausfälle. Mindestens 20 Menschen kamen dabei ums Leben, zahlreiche Personen werden immer noch vermisst. In Nordrhein-Westfalen ist die Lage weiter angespannt. Die Feuerwehr und andere Einsatzkräfte kämpfen an vielen Orten mit einer sich verschärfenden Hochwasserlage. Mindestens 15 Menschen starben in Nordrhein-Westfahlen.

Besonders schlimm ist die Lage im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Nach Behördenangaben kamen dort mindestens acht Menschen ums Leben. In mehreren Ortschaften sei die Lage kritisch, diese sind teilweise von der Außenwelt abgeschnitten. Im Kreisgebiet sei die Kommunikation weitgehend ausgefallen. In Köln wurden zwei Menschen tot in ihren mit Wasser vollgelaufenen Kellern gefunden. Die Feuerwehr hatte die beiden Personen am Mittwochabend bei Einsätzen entdeckt, wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei mitteilte. In Solingen starb ein 82 Jahre alter Mann beim Sturz im überfluteten Keller seines Hauses. Im Kamen starb ebenfalls ein 77-Jähriger im Keller seines überfluteten Wohnhauses.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besuchte am Donnerstag Altena im Märkischen Kreis. Dort starb am Mittwoch ein Feuerwehrmann bei der Rettung eines Mannes aus einem überfluteten Stadtteil. Der Ort war am Donnerstag noch immer teilweise von der Außenwelt abgeschnitten. Wie die dpa aus Kreisen der nordrhein-westfälischen Regierung erfuhr, habe sich Laschet in der Leitzentrale des Kreises beim Landrat und beim Kreisbrandmeister über die Lage informiert. Anschließend fuhr er in die besonders von den Unwettern betroffenen Stadt Hagen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich "erschüttert über die Katastrophe". Regierungssprecher Steffen Seibert gab auf Twitter bekannt:

"Kanzlerin Merkel: Ich bin erschüttert über die Katastrophe, die so viele Menschen in den Hochwasser​gebieten durchleiden müssen. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen."

Im Ort Schuld in der Eifel wurden in der Nacht zum Donnerstag vier Häuser komplett und zwei weitere zur Hälfte weggespült. Weitere Gebäude in der Region sind vom Einsturz bedroht. Nach Angaben des Innenministeriums in Rheinland-Pfalz werden 50 bis 70 Menschen vermisst. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) erklärte in Mainz:

"So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend."

In mehreren Landkreisen und kreisfreien Städten ist das genaue Ausmaß der Katastrophe immer noch nicht absehbar. Seit Stunden laufe ein großflächiger Rettungseinsatz. Wie Dreyer berichtet, sind mehrere Polizeihubschrauber unterwegs, um Menschen von ihren Dächern zu retten.

Im Landkreis Ahrweiler in der Eifel sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) sind alle in den Fluten ums Leben gekommen. Der gesamte Landkreis ist von der Unwetterlage betroffen, mehrere Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten.

Auch die Bundeswehr unterstützt die Rettungskräfte in den Katastrophengebieten mit mehreren hundert Soldaten, Hubschraubern und Bergepanzern. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, seien am Morgen allein 200 Soldaten nach Hagen verlegt worden, weitere 100 seien in Ahrweiler und der Eifel im Einsatz. In Rheinland-Pfalz seien zudem 70 Soldaten mit vier Unimogs und Krankenwagenausstattung unterwegs. Da diese watfähig seien, können diese auch in die überschwemmten Dörfer fahren. In Nordrhein-Westfalen sind zudem 200 Soldaten mit Bergepanzern, Radladern, schweren Lastwagen und dem Transportpanzer Fuchs in den Einsatz geschickt worden.

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