Deutschland

"So etwas habe ich noch nie erlebt" – Interview mit Anwohner in Flutgebiet

Heftige Regenfälle haben im Westen Deutschlands Flüsse und Bäche in reißende Fluten verwandelt, mehrere Menschen sind ums Leben gekommen, viele werden vermisst. RT DE sprach mit einem Anwohner des stark betroffenen Ortes Bad Neuenahr-Ahrweiler im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Mehr als 43 Menschen starben bisher nach den heftigen Unwettern, Dutzende werden vermisst, die Lage bleibt extrem angespannt. Wie der Anwohner Wolfgang Huste gegenüber RT DE erklärte, sind vor allem ehrenamtliche Dienste im Einsatz, das THW und Feuerwehr, die Bundeswehr sei angefordert. Derweil suchen die Freiwilligen in den komplett überfluteten Tiefgaragen nach Überlebenden. Strom und Wasser bleiben abgestellt. Viele sind nicht entsprechend versichert. Obwohl wenige Geschäfte geöffnet sind, seien viele Menschen besonnen, so Huste. Das größte Problem sei wohl das Trinkwasser, da dieses nun durch Chemikalien und Treibstoffe verunreinigt sei.

Die Lage war nach dem Dauerregen vielerorts in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen unübersichtlich. Retter und Retterinnen brachten Menschen in überschwemmten Orten zum Teil mit Booten in Sicherheit. Viele suchten auf Bäumen und Hausdächern Schutz vor den Fluten, Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Es sei schwierig, die Vermissten zu erreichen, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei, sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), am Donnerstag in Mainz. "So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend."

NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet machte sich in Altena und in Hagen ein Bild von der Lage. Rund 440 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk und 100 Kräfte der Bundeswehr waren allein in Hagen unterwegs, um der Wassermassen Herr zu werden. Eine Reise durch Süddeutschland hatte Laschet abgebrochen und auch seine Teilnahme an der CSU-Klausur im bayerischen Seeon abgesagt.

In Rheinland-Pfalz waren mehrere Orte in der Eifel besonders schwer von dem Hochwasser betroffen. "Leider müssen wir bestätigen, dass sich die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler auf derzeit insgesamt 18 erhöht hat", teilte die Polizei am Nachmittag bei Twitter mit. "Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Betroffenen." Ein Sprecher der Polizei in Koblenz teilte am Abend mit, dass ein weiterer Mensch in den Fluten ums Leben gekommen sei. Dutzende Menschen wurden noch vermisst. Wie Hust erklärte, sind vor allem Tiefgaragen komplett überflutet.

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(dpa/rt)

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