Nahost

Springer-Blatt sieht in Huthi-Bewegung eine Gefahr für Deutschland

Seit sechs Jahren führt eine saudische Militärallianz Krieg gegen die Huthis im bettelarmen Jemen. Nun sieht die Bild im Rahmen eines Interviews mit dem von der UNO anerkannten jemenitischen Außenminister in den isolierten Jemeniten eine Gefahr für Deutschland.
Springer-Blatt sieht in Huthi-Bewegung eine Gefahr für DeutschlandQuelle: www.globallookpress.com © Waldmueller via www.imago-images

Im Jemen herrschen seit 2015 Gewalt und Chaos, seit die Ansarollah (hierzulande besser bekannt als "Huthis") einen Großteil des Landes einschließlich der Hauptstadt Sanaa eroberte. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition versucht seither vergeblich, den laut den Huthis unrechtmäßigen und gestürzten jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi wieder an die Macht zu bringen. Das Land ist dabei auch durch die von den Saudis verhängte See- und Luftblockade von der Außenwelt praktisch ganz abgeriegelt. Alle möglichen Zugänge der Huthis zu Häfen, Flughäfen und auf dem Landweg wurden geschlossen.

Nun sieht die Bild im Einklang mit der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition in den von Außenwelt abgeschnittenen Jemeniten eine Gefahr für Deutschland. Jedenfalls betitelt die Zeitung ihr Interview mit dem von der UNO anerkannten jemenitischen Außenminister Ahmed Awad bin Mubarak mit der Überschrift: "Die Huthis sind auch eine Gefahr für Deutschland". Mubarak sagte im Interview, die "Ideologie" der Huthis bedrohe auch Deutschland, Europa und die gesamte Welt. Man müsse sich nur anschauen, wie die Taliban in den Flüchtlingslagern entstanden seien: "Am Anfang gab es nur Religionsunterricht, wohin es am Ende führte, ist bekannt." Aus dem Interview geht allerdings nicht hervor, wie die aufgrund der von den Saudis verhängten Blockade isolierten Jemeniten eine Drohung für Deutschland darstellen könnten.  

Während seit 2015 gezielt zivile Einrichtungen und die für die Versorgung der Bevölkerung lebenswichtige Infrastruktur durch die saudische Militärkoalition bombardiert werden, leiden Millionen Menschen im Jemen aufgrund der verhängten Blockade unter anderem an akutem Hunger. Die New Yorks Times zog im September 2020 eine Bilanz des Konflikts im Jemen. Die Zahl der zivilen Todesopfer des katastrophalen Luftkriegs Saudi-Arabiens gegen den Jemen stieg insbesondere im Jahr 2016 drastisch an. Die Rechtsabteilung des Außenministeriums waren zu Zeiten der Obama-Administration zu einem erschreckenden Schluss gekommen: Hochrangige US-Beamte könnten wegen der Genehmigung von Bombenverkäufen an die Saudis und Partner wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden. Vier Jahre später warnte mehr als ein Dutzend amtierender und ehemaliger US-Sicherheitsbeamter den damaligen US-Präsidenten Donald Trump vor dem Verkauf von Waffen an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die in den Jemen-Konflikt involviert sind. 

Nach seinem Amtsantritt propagierte Biden, dass er einen neuen Kurs im Nahen Osten fahren will. Dem Versprechen zum Trotz setzte seine Regierung Waffenverkäufe für mehr als 23 Milliarden US-Dollar an die Vereinigten Arabischen Emirate fort. Während Biden sich zu einer politischen Lösung für den Jemen bekannte, sicherte er Anfang Februar zugleich Saudi-Arabien seine Unterstützung zu.

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