Asien

China testet auch per Anal-Abstrich auf Corona

Keine Fake News und keine Verarsche: In China gibt es neben dem üblichen Nasenabstrich nun eine weitere Variante – den Anal-Abstrich. Dieser soll laut den Ärzten sogar effizienter als der Nasenabstrich sein. Zu blöden Sprüchen lädt er natürlich trotzdem ein.
China testet auch per Anal-Abstrich auf CoronaQuelle: AFP © Noel Celis

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP führen die chinesischen Behörden Corona-Tests nun auch per Anal-Abstrich durch. Diese Methode könne "die Nachweisrate bei infizierten Personen erhöhen", da das Virus im Anus länger nachweisbar sei als in den Atemwegen, erklärte Li Tongzeng, ein leitender Arzt des You'an-Krankenhauses in Peking, dem staatlichen Fernsehsender CCTV. Dem Sender zufolge werde dennoch größtenteils weiterhin mit Rachen- und Nasen-Abstrichen gearbeitet, da die Anal-Methode nicht sehr "angenehm" sei.

Demnach werde der Anal-Abstrich hauptsächlich bei Menschen angewendet, die einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Dies war vergangene Woche laut CCTV bei Bewohnern mehrerer Viertel Pekings mit bestätigten Corona-Infektionen der Fall. Auch Menschen, die sich in Quarantäne befanden, wurden dem Bericht zufolge auf diese Weise getestet.

Auf Twitter sorgt die Testmethode, wie nicht anders zu erwarten, für einige Unterhaltung. So mutmaßt eine Nutzerin:

"Analabstrich: Wenn das Stäbchen braun wird, hat man Corona, nehme ich an."

Ein anderer Nutzer findet:

"Soweit wie die das Stäbchen in den Hals schieben, könnte man meinen, der Analabstrich wird gleich mitgemacht."

Ein weitere Nutzer kündigt schon mal an:

"Die Chinesen testen jetzt offenbar auf COVID per Anal-Abstrich. Wenn das bei uns kommt, scheiße ich auf den Test!"

Währenddessen wollen mehr als ein Jahr nach dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie internationale Experten vor Ort in China herausfinden, wo der gefährliche Erreger ursprünglich hergekommen ist. Im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beginnt am Freitag ein Team von Fachleuten konkrete Ermittlungen in der zentralchinesischen Metropole Wuhan, wo im Dezember 2019 die ersten Ansteckungen entdeckt worden waren.

In den nächsten zwei Wochen planen die Experten Besuche auf Wuhans Huanan-Markt, wo erste Infektionen entdeckt wurden, aber auch in dessen Umgebung sowie in örtlichen Instituten. Wegen genetischer Ähnlichkeiten wird vermutet, dass das Virus ursprünglich von Fledermäusen aus Südchina stammt und möglicherweise von einem anderen Tier als Zwischenwirt auf den Menschen übertragen worden ist.

Ob das Virus auf dem Markt vom Tier auf den Menschen übergesprungen ist oder der Mensch das Virus zum Markt gebracht hat, ist aber unklar. Zwar wurden bei Wildtierständen besonders viele Virusspuren gefunden, doch konnten nicht alle der ersten Infektionen in Wuhan auf den Markt zurückverfolgt werden. Die Experten gehen auch massenhaft Überwachungsdaten nach, um sich in der Zeit zurückzuarbeiten. "Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen", sagte der deutsche Epidemiologe Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut, der von Deutschland aus über Videokonferenzen in die Sucharbeit eingebunden ist. "Patient Null zu finden, ist bei so einem Virus nicht leicht."

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