Wirtschaft

Moskau: "EU verlagert versteckte Kosten grüner Energien in Entwicklungsländer"

Vom Westen geförderte "grüne" Technologien sind mit versteckten Umweltkosten verbunden. Diese werden in Entwicklungsländer verlagert und dann genutzt, um Druck auf deren Volkswirtschaften auszuüben. Darauf wies Russlands oberster Sicherheitsbeamter hin.
Moskau: "EU verlagert versteckte Kosten grüner Energien in Entwicklungsländer"Quelle: Reuters © Amanda Perobelli

Nikolai Patruschew, Leiter des russischen Nationalen Sicherheitsrates, erklärte am Sonntag, dass reiche Länder, die im Kampf gegen den Klimawandel einen schnellen Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien befürworten, gleichzeitig den Vorwand des Kohlenstoff-Fußabdrucks nutzen, um die Volkswirtschaften von Entwicklungsländern zu untergraben.

Er bezog sich dabei auf die Pläne der EU, importierte Produkte auf der Grundlage der geschätzten Treibhausgasemissionen zu besteuern, die bei deren Herstellung entstehen. Diese Politik soll gemäß dem Zeitplan der EU-Kommission zwischen 2023 und 2026 schrittweise eingeführt werden. Es wird erwartet, dass Russland jährlich mindestens 1,1 Milliarden Euro verlieren wird, sobald die Grenzabgabe vollständig eingeführt ist.

Patruschew zufolge sei diese Steuer heuchlerisch, wenn man bedenke, dass sie für Produkte aus genau den Ländern gelte, die die versteckten Kosten des Übergangs zu erneuerbaren Energien in der EU tragen würden. Gegenüber der russischen Zeitung Komsomolskaja Prawda sagte er:

"Der Herstellungsprozess von Solarmodulen und die Gewinnung seltener Metalle, die für ihre Produktion benötigt werden, sind sehr energieaufwendig und finden meist in Ländern statt, die Kohlekraftwerke betreiben."

Das Gleiche gelte für Batterien, die für Elektroautos und zum Puffern von Leistungsschwankungen bei Sonnenkollektoren und Windkraftanlagen benötigt würden, fügte der ehemalige FSB-Chef hinzu. Dazu kämen Abfälle wie zerbrochene Paneele und Turbinenschaufeln, die reiche Betreiber gerne armen Ländern mit weniger strengen Umweltvorschriften aufbürden würden. Er fügte hinzu:

"Europa lagert nicht nur die 'schmutzige' Produktion aus, sondern plant auch, diese Produzenten mit der sogenannten 'Kohlenstoffsteuer' zu belegen."

Er nannte dies ein Beispiel für eine "Einmischung des Westens" in die Angelegenheiten anderer Länder unter dem Deckmantel der Bekämpfung des Klimawandels. Der russische Sicherheitsbeamte schlug vor:

"Vielleicht sollte eine künftige Konferenz über den Klimawandel und die globale Erwärmung in einem afrikanischen oder asiatischen Land abgehalten werden, wo die 'schmutzige' Produktion dieser 'sauberen' Technologien stattfindet."

Russland unterstütze den weltweiten Übergang zu umweltfreundlicheren Technologien, die notwendig seien, um die Bedrohung durch den Klimawandel einzudämmen, sagte Patruschew. Dies solle jedoch auf eine Art und Weise geschehen, die einzelne Nationen nicht untergrabe oder zu Krisen führe, wie sie derzeit in Europa zu beobachten seien. Die EU-Länder erlebten zurzeit einen erheblichen Anstieg der Erdgaspreise aufgrund einer Verknappung, die unter anderem durch eine unerwartet niedrige Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen verursacht worden sei. Abschließend stellte der Chef des Sicherheitsrates der Russischen Föderation fest:

"Es liegt auf der Hand, dass die Abkehr von den fossilen Energieträgern zugunsten der erneuerbaren Energien nur langsam vonstattengehen kann."

"Das ganze Gerede über eine unmittelbar bevorstehende radikale Abkehr von den traditionellen Energiequellen ist stark übertrieben."

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