Russland

Schwindende Reserven: Russlands größter Goldproduzent fordert mehr Investitionen

Russlands Goldproduzent Poljus hat darauf hingewiesen, dass die Rohstoffbasis der Goldförderer des Landes zur Neige geht. Die Branche müsse mehr in die Exploration investieren, um im Geschäft zu bleiben, so das Unternehmen.
Schwindende Reserven: Russlands größter Goldproduzent fordert mehr InvestitionenQuelle: Sputnik © Ilja Naimuschin

Pawel Gratschjow, der Vorstandsvorsitzende des größten russischen Goldproduzenten Poljus, hat davor gewarnt, dass die Goldvorkommen des Landes zur Neige gehen und die Bergbauunternehmen in den nächsten zwei Jahrzehnten mit einem Mangel an Reserven konfrontiert sein könnten. Darauf wies er in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung RBK hin.

Gratschjow zufolge belaufen sich die russischen Goldvorkommen derzeit auf etwa 8.000 Tonnen, während die jährliche Produktion 330 Tonnen beträgt. Er erklärte:

"Wenn sich der Trend nicht umkehrt, könnte die Branche in den kommenden ein bis zwei Jahrzehnten mit einem strukturellen Mangel an Rohstoffen konfrontiert werden."

Der Unternehmer betonte, dass die Goldvorkommen von Poljus noch für 37 Jahre reichen. Er hob hervor, dass sich die fortlaufenden Goldressourcen des Landes, die das Verhältnis zwischen den geförderten Ressourcen und den in den Portfolios der Bergbauunternehmen enthaltenen Lagerstätten darstellen, in den vergangenen Jahren von 62 auf 30 Prozent mehr als halbiert haben.

Gratschjow rief zu verstärkten privaten Investitionen in die geologische Erkundung und Exploration auf, um den derzeitigen Trend der Erschöpfung umzukehren. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen sein Explorationsbudget im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 85 Millionen US-Dollar erhöht und plant, dies weiter aufzustocken.

Anfang dieses Jahres kündigte Poljus Pläne an, seine Produktion in den kommenden zwei Jahren im Zuge einer weltweiten Erholung von der COVID-19-Pandemie zu steigern. Das Bergbauunternehmen rechnete für das Jahr 2021 mit einem geringfügigen Rückgang der Produktion, da die Erzqualität in einigen seiner sibirischen Minen abnahm, äußerte jedoch die Hoffnung auf eine Erholung der Produktion in den Jahren 2022 und 2023.

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