Russland

Russland: Corona-Sterblichkeit auf Rekordhoch

Seit neun Tagen werden in Russland täglich mehr als 700 Sterbefälle in Zusammenhang mit Corona-Infektionen gemeldet. In Moskau ist die Sterblichkeitsrate im Vergleich zum Vorjahr fast um ein Viertel gewachsen. Behörden machen die neue Delta-Variante des Virus und die Hitze dafür verantwortlich.
Russland: Corona-Sterblichkeit auf RekordhochQuelle: Sputnik © Ilja Pitalew

Das Coronavirus wurde aktuell bei 24.702 Menschen in Russland nachgewiesen, so die Statistik der operativen Zentrale für die Bekämpfung der Pandemie vom 14. Juli. Gleichzeitig ist auch ein deutlicher Anstieg der Todesfälle zu beobachten, die mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehen. Den neunten Tag in Folge wurden in Russland mehr als 700 Sterbefälle an einem Tag registriert. Am Mittwoch waren es 786, das ist ein Rekordwert seit Beginn der Pandemie.

145.278 Menschen in Russland sind bisher während der gesamten Pandemiedauer mit dem oder durch das Coronavirus verstorben. In Moskau wurden über Nacht 4.791 neue Fälle von Coronavirus-Infektionen registriert, 7.290 Patienten erholten sich von COVID-19 und 103 Patienten starben in dem Zusammenhang. Im Laufe des Tages sind insgesamt 21.269 Menschen in Russland wieder vollständig genesen. Die Gesamtzahl der genesenen Personen stieg damit auf 5.257.483.

Die Gesamtzahl der Infizierten im Land hat 5.857.002 erreicht. Gemessen an der absoluten Zahl der gemeldeten Befunde liegt Russland mittlerweile an der fünften Stelle hinter den USA (33,9 Millionen Fälle), Indien (über 30,9 Millionen), Brasilien (über 19,1 Millionen) und Frankreich (über 5,8 Millionen). Nach Angaben der Johns Hopkins University wurden weltweit mehr als 187 Millionen Corona-Fälle festgestellt, und mehr als 4 Millionen Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Moskau – mehr Sterbefälle als 2020

Moskau bleibt nach wie vor ein Corona-Hotspot in Russland. Seit Beginn der Pandemie wurden in Moskau 1.439.632 Fälle gemeldet. Die Region Moskau (+2.550), Sankt Petersburg (+1.936), die Region Nischni Nowgorod (+524) und die Region Swerdlowsk (+459) gehören ebenfalls zu den fünf Regionen mit den höchsten täglichen Fallzahlen.

Das schlägt sich offenbar auch in einer erhöhten Sterberate nieder. Im ersten Sommermonat starben 16.271 Menschen in der russischen Hauptstadt, teilte das Moskauer Gesundheitsamt mit. Das liegt um fast ein Viertel höher als im Juni des letzten Jahres. Laut dem Büro des Bürgermeisters sei vor allem die Coronavirus-Pandemie, aber auch eine für diese Jahreszeit abnorme Hitzewelle Ursache dafür.

"Der Anstieg der Todesfälle im Vergleich zum Juni des letzten Jahres betrug 3.145 Fälle. Dies ist auf den erheblichen Einfluss von zwei Hauptursachen zurückzuführen. Erstens wurde der Höhepunkt der Inzidenz neuer Coronavirus-Infektionen [als Ursache für] COVID-19 im Juni 2021 verzeichnet. (...) Zweitens war ein weiterer Grund für die erhöhte Sterblichkeit im Juni die abnorme Hitze, die (wie im Sommer 2010) vor allem zu einer Verschlimmerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führte", so der amtliche Bericht.

Nach Angaben des Gesundheitsamtes war COVID-19 die Haupt- oder Mitursache für den Tod in 5.527 Fällen im Juni. Bis zum 1. Juli lag die Sterblichkeit durch das Coronavirus in Moskau bei 2,78 Prozent, wenn nur die Fälle berücksichtigt werden, in denen es als Haupttodesursache anerkannt ist. Im Juni stieg die Zahl der Coronavirus-Fälle ebenfalls und damit auch die Anzahl solcher Patienten, die lebenserhaltende Maßnahmen einschließlich künstlicher Beatmung benötigten.

Die Behörde führt dies vor allem auf die Verbreitung der neuen Delta-Variante des Virus zurück, die angeblich "um ein Vielfaches ansteckender ist und einen schwereren Krankheitsverlauf verursacht."

"Hitze und COVID sind eine sehr schlechte Kombination. Die Verschlimmerung von chronischen Krankheiten in Kombination mit COVID-19 kann eine tödliche Belastung für den Körper sein. Eine Coronavirus-Infektion löst kaskadenartig Schädigungen an allen Organen und Systemen aus, vom Lungensystem bis zum Herz-Kreislauf-System. Hitze ist ein ernster und zusätzlicher Stressfaktor, der den Zustand des Patienten verschlimmert. Für Patienten, die unter Coronaviren und an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, kann eine solche Hitze katastrophale Folgen haben", kommentierte ein Mitarbeiter aus dem Moskauer Gesundheitsamt die Situation gegenüber der Zeitung Kommersant.

Die städtischen Behörden riefen in ihrer Mitteilung die Moskauer und Gäste der Stadt noch einmal dazu auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die im Vergleich zu vielen anderen Ländern niedrigere Impfquote in Russland gehört seit Wochen zu den Hauptthemen in russischen Medien. Behörden, viele Ärzte und Journalisten führen dies auf eine zu weit verbreitete mangelnde Impfbereitschaft in der Bevölkerung zurück.

Derzeit wird in Moskau diskutiert, ob für ganze Bevölkerungsgruppen eine Impfpflicht notwendig wird. Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden der Moskauer Gesellschaftskammer soll Ende Juli eine digitale Abstimmung zu dieser Frage stattfinden. Seit dem 16. Juni gilt in Moskau bereits für bestimmte Berufsgruppen eine Impfpflicht.

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