Russland

Russische Regierung nimmt Abstand von Plan zur Impfung von 60 Prozent der Bevölkerung bis Herbst

Der Kreml gibt zu, dass der Plan, bis Herbst 60 Prozent der Bevölkerung zu impfen, nicht machbar ist. Schuld daran sei die niedrige Impfrate, die erst in dieser Woche gestiegen sei. Laut dem neuen Plan sollen sich nur 35 Prozent der Bürger bis Herbst impfen lassen.
Russische Regierung nimmt Abstand von Plan zur Impfung von 60 Prozent der Bevölkerung bis HerbstQuelle: Sputnik © Maxim Blinow

Russland ist aktuell mit der dritten Welle der Pandemie konfrontiert. Die Zahl der täglich nachgewiesenen COVID-19-Fälle ist dramatisch gestiegen. Am Montag hat Russland 652 neue COVID-19-Todesfälle registriert, den Höchstwert seit Beginn der Pandemie.

Angesichts der deutlichen Zunahme der Corona-Befunde verabschiedeten die Behörden in einigen Regionen einschließlich der Hauptstadt Moskau Dekrete, gemäß derer Arbeitgeber im Bereich Dienstleistungen verpflichtet sind, 60 Prozent der Beschäftigten gegen COVID-19 impfen zu lassen. Die Maßnahme führte nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergei Sobjanin zu einem Anstieg der Impfrate. Nichtsdestotrotz verzichtet der Kreml auf den Plan, 60 Prozent der Bevölkerung bis Anfang Herbst zu impfen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow zufolge ist die geplante Impfrate von 60 Prozent bis Herbst offensichtlich nicht erreichbar. Die Fristen würden verlängert. Peskow sagte wörtlich:

"Es ist offensichtlich, dass wir es nicht schaffen, 60 Prozent zu impfen. Wir sehen klar, dass erst in dieser Woche die Zahl der Menschen, die sich impfen lassen möchten, mehr oder weniger angestiegen ist. Zuvor war die Impfdynamik leider auf einem niedrigen Niveau."

Der Pressesprecher des russischen Präsidenten betonte, der Staat habe alle Bedingungen für eine massenhafte Impfkampagne geschaffen, nichtsdestotrotz hätten die Russen keine Eile, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

"Gott sei Dank werden immer mehr Bürger verantwortungsbewusster. Hoffentlich bleibt die Dynamik weiter ebenso hoch. Aber es ist natürlich klar, dass diese Impfungsrate nicht erreicht wird. Daher verschieben sich diese Fristen offenbar."

Im Dezember 2020 hatte der Chef des Gamaleja-Zentrums, das den russischen Impfstoff Sputnik V entwickelt hatte, Alexander Ginzburg erklärt, er hoffe darauf, bis Herbst 2021 60 Prozent der russischen Bürger zu impfen und die COVID-19-Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Ende Mai bestätigte der russische Gesundheitsminister Michail Muraschko den Plan, bis Anfang Herbst 60 Prozent der Erwachsenen in Russland geimpft zu haben. Diese Impfrate nannte der Minister eine "Aufgabe von hoher Priorität". Jetzt setzen sich die russischen Regionen das Ziel, bis September 30 bis 35 Prozent der Bevölkerung zu impfen.

Nach jüngsten Angaben sind in Russland 11,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Mindestens die erste Dosis des Impfstoffs erhielten 14,9 Prozent der Bürger. Zuvor hatte Peskow die niedrige Impfrate und "totalen Nihilismus" der Bürger für den dramatischen Anstieg der Corona-Inzidenz in Russland verantwortlich gemacht. Die Regierung begrüßte die Einführung von Einschränkungen für nicht geimpfte Bürger in einzelnen Regionen. Unter anderem dürfen in Moskau seit Montag nur Menschen mit einem Nachweis über die Vollimpfung oder einem negativen Test auf COVID-19 Cafés und Restaurants besuchen.

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