Nordamerika

"Freedom Convoy": Rund 50.000 Trucker rebellieren in Kanada gegen Corona-Maßnahmen

Ungeimpften Truckern ist das Überqueren der kanadischen Grenze nur noch nach einer zweiwöchigen Quarantäne gestattet. Die daraus resultierenden Probleme bringen die Lkw-Fahrer auf die Barrikaden. Ein viele Kilometer langer Protestzug entsteht und macht sich auf den Weg in die Hauptstadt Ottawa.
"Freedom Convoy": Rund 50.000 Trucker rebellieren in Kanada gegen Corona-Maßnahmen© Twitter

Auf Kanadas Straßen hat sich ein gewaltiger Protestzug in Bewegung gesetzt. Unter der Bezeichnung "Freedom Convoy 2022" begeben sich etwa 50.000 Trucks und Autos in einem mehrere Kilometer langen Konvoi auf den Weg in die Hauptstadt Ottawa. Sie wollen dort am 29. Januar vor dem Parlament gegen die strengen Corona-Auflagen der Branche demonstrieren. 

Die Gründung der Bewegung geht auf die neuen Corona-Regeln des kanadischen Präsidenten Justin Trudeau zurück, wonach ungeimpften Truckern die Überfahrt über die kanadische Grenze nur noch nach einer zweiwöchigen Quarantäne gestattet ist. Das erklärte Ziel der Protestkampagne ist es, die COVID-19-Impfpflicht und alle Corona-Maßnahmen der kanadischen Regierung zu kippen. 

Eine Crowdfunding-Aktion der Protestorganisatoren Tamara Lich und B.J. Dichter hat bisher knapp sechs Millionen Dollar an Spenden zur Unterstützung der teilnehmenden Fahrer sammeln können. Mit diesem Geld sollen Sprit- und Verpflegungskosten der Trucker finanziert werden. Die Organisatoren hatten sich an die kanadische Bevölkerung gewandt und emotional die Beweggründe für die Protestbewegung dargelegt. Auf gofundme.com heißt es: 

"An unsere kanadischen Mitbürger, die Zeit der politischen Übergriffe ist vorbei. Unsere derzeitige Regierung setzt Regeln und Vorschriften um, die die Grundlage unserer Unternehmen, Industrien und Lebensgrundlagen zerstören. (...) Wir tragen unseren Kampf vor die Haustür unserer Bundesregierung und fordern, dass sie alle Mandate gegen ihr Volk einstellt. (...) Wir tun dies für unsere zukünftigen Generationen und um unser Leben zurückzugewinnen."

Der am Sonntag gestartete Konvoi erfreut sich, anders als vielfach durch Regierungsvertreter und Medien dargestellt, täglich immer größerer Beliebtheit innerhalb der kanadischen Bevölkerung. Unter dem Hashtag FreedomConvoy2022 findet man Videos und Bilder zahlreicher Unterstützer der Aktion. 

Der Resonanz der Kanadier für die originelle Aktion erinnert stark an die des Coca-Cola-Weihnachtstrucks. Familien mit Kindern fahren zu den vorab angekündigten Routen, um das Spektakel live zu erleben und ihre Unterstützung zu zeigen. Der eigens dafür angelegten Webseite können die Interessierten entnehmen, wo sich der Konvoi zu welcher Zeit befindet.  

Diese Begeisterung der Bevölkerung trifft bei Teilen der kanadischen Regierung jedoch auf Unverständnis. So erklärte Präsident Justin Trudeau am Montag, dass es sich bei den Teilnehmern der Aktion um eine kleine Minderheit handeln würde.

"Fast 90 Prozent der LKW-Fahrer in Kanada sind geimpft", sagte der Präsident zu Reportern. 

Die Schuld für den wachsenden Protest gibt Trudeau der konservativen Partei und deren Politikern. Diese verwiesen in den vergangen Wochen immer wieder auf einen drohenden Zusammenbruch der Lieferketten, da viele ungeimpfte Trucker aufgrund der eingeführten Impfpflicht ab Mitte Januar ständig in einer zweiwöchigen Quarantäne festsitzen würden. Der kanadische Präsident sieht die Lösung dieses Problems jedoch nicht in der Aufhebung seines Impfmandats. Stattdessen entgegnete er:

"Ich bedauere, dass die Konservative Partei und konservative Politiker dabei sind, die Ängste der Kanadier vor dem Zusammenbruch der Lieferketten zu schüren. Die Realität ist, dass wir durch Impfungen diese Situation überstehen werden."

Das Impfmandat der kanadischen Regierung hatte in den letzten Tagen tatsächlich Lieferengpässe in Lebensmittelgeschäften und dem Einzelhandel zur Folge. Albertas konservativer Premierminister Jason Kenney hatte in der vergangenen Woche um eine vorübergehende Unterbrechung der Impfpflicht in der Transportbranche gebeten. Am Montag postete er auf Twitter Bilder leerer Supermarktregale in Alberta und bat um ein "unverzügliches Handeln" der Regierung. 

Die Organisatoren des "Freedom Convoys" haben derweil auf ihrer Kampagnenseite bei Facebook angekündigt, den Protest weiterzuführen. "Wir werden nicht nachgeben und nach Ottawa fahren", sagte Tamara Lich. 

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