Nordamerika

Whistleblower zu "Fox News"-Moderator: Die NSA spioniert Sie aus

Der US-Journalist und Moderator Tucker Carlson hat behauptet, dass ein NSA-Whistleblower gegenüber "Fox News" enthüllt hat, dass der US-Geheimdienst ihn aktiv ausspioniere. Carlson sagt, dies sei ein Versuch, um seine Sendung aus dem Fernsehprogramm zu entfernen.

Tucker Carlson, der bekannte Moderator der Tucker Carlson Show des US-Nachrichtensenders Fox News, hat behauptet, dass ein Whistleblower der US National Security Agency (NSA) vorgetreten ist und Beweise dafür geliefert hat, dass die NSA ihn ausspioniert.

Die NSA ist die Organisation, die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Hilfe der dänischen Regierung ausspionierte. Edward Snowden arbeitete für die NSA, bevor er eine Fundgrube von Informationen freigab, die enthüllten, dass diese seit Jahren US-Bürger ausspioniert. Laut Carlson:

"Der Krieg gegen den Terror, der nun seit 20 Jahren geführt wird, hat sich in seinen Zielen gedreht. Der Krieg gegen den Terror wird jetzt gegen amerikanische Bürger geführt – Gegner des Regimes."

"Gestern (Montag) haben wir von einem Whistleblower innerhalb der US-Regierung erfahren, der sich an uns wendete, um uns zu warnen, dass die NSA unsere elektronische Kommunikation überwacht und ein Daten-Leck beabsichtigt mit dem Ziel, diese Sendung abzusetzen", sagte Carlson. Er betonte:

"Der Whistleblower, der sich in einer Position befindet, dies zu wissen, hat uns Informationen über eine Geschichte, an der wir arbeiten, wiedergegeben, die nur direkt aus meinen Texten und E-Mails stammen können. Es gibt keine andere mögliche Quelle für diese Information, Punkt. Die NSA hat diese Informationen ohne unser Wissen abgefangen, und zwar aus politischen Gründen. Die Biden-Administration spioniert uns aus. Wir haben das bestätigt. Heute Morgen haben wir einen FOIA-Antrag (Freedom of Information Act) eingereicht, um alle Informationen zu erhalten, die die NSA und andere Agenturen über diese Sendung gesammelt haben."

Jedoch in einer sorgfältig formulierten Antwort, die von Kritikern als absichtlich vage kritisiert wurde, bestand die NSA darauf, dass der Moderator nicht "ein Geheimdienstziel" sei. Die Spionageorganisation reagierte am Dienstag bei Twitter auf Carlsons Vorwürfe, dass er bespitzelt wird – und nannte die Behauptungen "nicht wahr". 

"Tucker Carlson war noch nie ein geheimdienstliches Ziel der Organisation, und die NSA hat nie geplant, seine Sendung abzusetzen", sagte sie und fügte hinzu, dass sie einen "ausländischen Geheimdienstauftrag" hat und es ihr verboten sei, US-Bürger auszuspionieren, ohne eine ausdrückliche Genehmigung.

Die NSA hat sich jedoch nicht dazu geäußert, ob eine solche Genehmigung in Bezug auf Carlson erteilt wurde, oder ob stattdessen einer seiner Mitarbeiter bei Fox News überwacht worden sein könnte. Die Antwort spiegelte frühere Kommentare von Jen Psaki, der Pressesprecherin des Weißen Hauses, wider, die Reportern am Dienstag sagte, dass sich die NSA "auf ausländische Bedrohungen konzentriert". Psaki bestand darauf, dass alle weiteren Fragen an die NSA gerichtet werden.

Am Dienstag wies Carlson die öffentliche Aussage der NSA zurück und erklärte, er habe auch direkt mit der Behörde gesprochen. Laut Carlson:

"Nur wenige Minuten vor der Sendung heute Abend, schickte die NSA uns eine empörend unehrliche formale Erklärung, ein ganzer Absatz voller Lügen, die nur zum Nutzen der Geheimdienst-Lakaien bei CNN und MSNBC geschrieben wurden – alle diejenigen, die sie einstellen mit ihren Titeln auf dem Bildschirm."

Während Carlson bemerkte, dass er versuchte, NSA-Direktor Paul Nakasone zu kontaktieren, sagte er, dass er nicht durchkam. Er war schließlich in der Lage, Beamte auf niedrigerer Ebene zu erreichen, aber er sagte, sie lehnten es ab, seine Fragen direkt zu beantworten.

"Orwellisch fängt nicht an, die Erfahrung zu beschreiben", sagte Carlson über seinen Austausch mit der Agentur und fügte hinzu, dass die Beamten "sich weigerten zu erklären", ob sie seine Kommunikation ausspionierten. Laut Carlson:

"Die Botschaft war klar: 'Wir können tun, was wir wollen. Wir können Ihre persönlichen Texte lesen, wir können Ihre persönlichen E-Mails lesen, wir können verschleierte Drohungen in Ihre Richtung schicken, um Sie zurückzuputzen, wenn wir Ihre Politik nicht mögen. Wir können alles tun."

Auch andere Beobachter meldeten sich online zu Wort. Einige hielten die Erklärung der NSA für ausweichend und meinten, die Formulierung des Geheimdienstes lasse die Tür für irgendeine Form der Überwachung des Fox-Moderators offen, ob direkt oder indirekt.

"Ich weiß nicht, ob die NSA Carlson spezifisch ausspioniert, aber diese Erklärung ist wertlos", sagte der ehemalige republikanische Abgeordnete Justin Amash. "Erstens, es leugnet eine zusammengesetzte Behauptung über 'Überwachung' und das Absetzen von Carlsons Show. Zweitens heißt es, er sei kein 'Ziel', was ein Kunstausdruck ist. Die wahre Gefahr ist die sogenannte 'zufällige Erfassung'."

Der US-Journalist Glenn Greenwald – ein bekannter NSA-Kritiker, der bei der Veröffentlichung der umfangreichen Dokumente des Geheimdienstes half, die 2013 von dem Auftragnehmer Edward Snowden veröffentlicht wurden – nahm die Medien für ihre Berichterstattung über die Kontroverse in die Pflicht. Er schimpfte über "CNN- und NBC-Persönlichkeiten, die noch nie etwas von 'zufälliger' Datensammlung gehört haben", und bezog sich dabei auf eine Methode, mit der die Geheimdienste indirekt Informationen über US-Bürger sammeln können, solange sich ihr Hauptziel im Ausland befindet.

Der Snowden-Skandal enthüllte, dass die NSA jahrelang illegale Massenüberwachungen von US-Amerikanern, aber auch von ausländischen US-Verbündeten wie Deutschland, durchgeführt hatte – trotz wiederholter Leugnungen von US-Beamten.

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