Meinung

"Bei Schwangeren einfach drauf los geimpft" – Charité-Studie soll nachträglich Daten liefern

Ein Bundesinstitut wirbt für eine geplante Charité-Studie über gegen COVID-19 geimpfte Schwangere. Man will die Nebenwirkungen bei werdenden Müttern und die Auswirkungen auf die Föten untersuchen. Eine Schadensbilanz bei Kindern wirft ernste Fragen zum Risiko auf.
"Bei Schwangeren einfach drauf los geimpft" – Charité-Studie soll nachträglich Daten liefernQuelle: www.globallookpress.com © Ute Grabowsky/photothek.net via

Eine Analyse von Susan Bonath

Bluthochdruck, Gerinnungs- und Menstruationsstörungen: Diese Krankheitsbilder tauchen in sämtlichen Datenbanken weltweit zu gemeldeten Nebenwirkungen durch COVID-19-Impfungen auf. Angesichts dessen müsste die Politik mindestens bei Schwangeren und Kindern besondere Vorsicht walten lassen, zumal die Datenlage dünn ist und Risikoabwägung zwischen Impfung und Erkrankung insbesondere bei Kindern eindeutig zuungunsten der Vakzine ausfällt.

Doch Fehlanzeige: Am 16. August empfahl die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) die mRNA-Vakzine für 12- bis 17-Jährige, knapp einen Monat später auch für Schwangere. Für die Minderjährigen ist die Datenlage des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) dabei schon jetzt ernüchternd. Und bereits geimpften Schwangeren empfiehlt das PEI nun die Teilnahme an einer Charité-Studie, um nachträglich Daten zu erheben, die es offenbar vorher nicht gab.

Charité untersucht Nebenwirkungen nachträglich

Der in dieser Woche veröffentliche PEI-Sicherheitsbericht mit Daten bis zum 30. September lässt den Schluss zu: Schwangere, die bereits der STIKO-Empfehlung gefolgt sind und sich impfen ließen, werden von den zuständigen Behörden offenbar als Teilnehmerinnen eines Experiments betrachtet. Dessen Ausgang will das PEI nun in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité erforschen.

So macht das PEI unter der Überschrift "Impfung bei Schwangeren" auf eine "gemeinsame Studie mit dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryo-Toxikologie der Charité" aufmerksam. In dieser prospektiven (vorausschauenden) Beobachtungsstudie würden Verträglichkeit und Sicherheit der mRNA-Impfstoffe in der Schwangerschaft untersucht, so das Institut weiter. Es präzisiert:

"Der Schwangerschaftsverlauf und das Befinden des Neugeborenen nach Impfung der Mutter sollen systematisch erfasst und ausgewertet werden. Häufigkeiten unerwünschter Ereignisse werden zwischen der exponierten Studienkohorte und einer Kontrollkohorte verglichen."

Eine Gruppe soll also aus geimpften Schwangeren bestehen, eine andere aus ungeimpften. Es würden persönliche Daten zum Alter und Gesundheitszustand erhoben, später zum Verlauf und Ausgang der Schwangerschaft und zum Gesundheitszustand des Neugeborenen.

Angesichts der bisherigen Impfkampagne, welche die viel erwähnte Personengruppe, die sich nicht impfen lassen dürfe, noch mit Ausnahme von Kindern unter 12 Jahren, ins Reich des nicht Existenten überführt, könnte man meinen: Gut, dass sie überhaupt Daten zur Sicherheit der Impfungen bei Schwangeren erheben. Doch das Fazit ist zugleich erschreckend: Offensichtlich hat man mit falschen Sicherheitsversprechen einfach drauf los geimpft. Und das gilt nicht nur für Schwangere.

Geschädigte und Verstorbene: Immer mehr Verdachtsfälle

Insgesamt zeigt der Bericht hinsichtlich der gemeldeten Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen bis hin zum Tod ein düsteres Bild. Insgesamt listet er inzwischen rund 172.200 Meldefälle auf, das sind heruntergebrochen fast 640 mehr oder weniger Geschädigte pro Tag. Darunter sind rund 21.000 schwerwiegende mutmaßliche Impfreaktionen, die klinisch relevant, im Krankenhaus behandlungsbedürftig oder lebensbedrohlich waren und in nunmehr 1.802 Fällen zum Tod führten.

Damit wurden dem PEI seit Beginn der Impfkampagne jeden Tag durchschnittlich rund 78 schwerwiegende Verdachtsfälle und sechs bis sieben Todesfälle zugetragen. Zum Vergleich: Von 2000 bis 2020, also in den 21 Jahren zuvor, übermittelten Ärzte, Gesundheitsämter und Patienten dem Institut insgesamt 456 Todesfälle und knapp 24.500 schwerwiegende Reaktionen für alle Impfstoffe zusammen – bei etwa sieben Mal mehr verspritzten Dosen. Hinzu kommt: Laut einer schon vor Corona bekannten Studienlage werden auch schwere Arzneimittelwirkungen schätzungsweise nur in fünf bis zehn Prozent aller Fälle überhaupt gemeldet.

An dieser Stelle ein Hinweis an die "Faktenchecker": Nein, für die meisten gemeldeten Verdachtsfälle ist ein kausaler Zusammenhang mit der Impfung nicht verifiziert. Das Problem ist: Die wenigsten Fälle werden eingehend untersucht und Obduktionen bei Verstorbenen nur sehr selten durchgeführt. Wenn nichts untersucht wird, kann natürlich weder belegt noch ausgeschlossen werden, ob die Impfung verantwortlich war oder nicht.

Experimentierfeld Kinder und Jugendliche

Entsprechende Daten hinsichtlich Verdachtsfällen von Nebenwirkungen findet man im PEI-Bericht für geimpfte Schwangere und ihre Kinder noch nicht. Grund dürfte unter anderem die knappe Zeitspanne zwischen Empfehlung und Stichtag von gerade einem guten halben Monat sein.

Dafür ist das bisherige Resümee des Instituts hinsichtlich der Impfungen von Kindern und Jugendlichen ernüchternd. Insgesamt sind 1.840 Verdachtsfälle aufgelistet, davon 31 mit einem nicht zugelassenen Vektorvakzin, darunter 405 schwerwiegende Reaktionen, die in neun Fällen zu bleibenden Schäden und zu inzwischen fünf Todesfällen in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen führten. Darunter waren auch 98 gefährliche Herzmuskelentzündungen, deren Anzahl somit binnen eines Monats um 40 stieg. Insgesamt kamen im September rund 230 Verdachtsfälle schwerer Nebenwirkungen hinzu.

Die fünf Kinder waren laut PEI zwischen 12 und 16 Jahre alt und starben im Abstand von zwei bis 24 Tagen nach der Spritze. Eine 16-Jährige sei an Herzproblemen gestorben, bei drei Jungen wurden dem PEI Diagnosen übermittelt, die eine Störung der Blutgerinnung vermuten lassen. Symptome wie Lungenblutung, Blutplättchenmangel, Lungenembolie und Kreislaufkollaps seien aufgetreten. Die drei Jungen hätten unter Vorerkrankungen gelitten, so das PEI. Bei einem Zwölfjährigen habe das Institut noch keine näheren Informationen zu den Todesumständen erhalten.

Risikovergleich wirft Fragen auf

Zum Vergleich: Innerhalb der ersten 16 Pandemiemonate von Anfang März 2020 bis Ende Juni 2021 wurden insgesamt 925 Jungen und 1.185 Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren mit einem positiven Corona-Test in einer Klinik behandelt. Wobei anzunehmen ist, dass ein relevanter Anteil davon nur zufällig positiv getestet wurde. Pro Monat waren das im Mittel insgesamt 132 Jugendliche.

Darüber hinaus listet das Statistische Bundesamt seit dem Ausrufen der Pandemie im März 2020 insgesamt 14 Todesfälle unter Jugendlichen im Alter von zehn bis 19 Jahren – sechs Jungen und acht Mädchen. Im Schnitt starb somit etwa alle 41 Tage ein Jugendlicher dieser Altersgruppe mit einem positiven Test, womit aber nicht fest steht, ob er auch an COVID-19 starb. Dem steht rein statistisch ein nach einer Impfung verstorbener Jugendlicher alle 24 Tage gegenüber, wenn man das Datum der EU-Zulassung am 31. Mai zugrunde legt, wobei natürlich ebenso wenig zu 100 Prozent klar ist, ob die Impfung tatsächlich die Ursache war.

Laut RKI waren bis einschließlich 30. September etwa 1,53 Millionen 12- bis 17-Jährige doppelt und 340.000 weitere einmal geimpft. Bis zum 28. Oktober wuchs die Zahl mindestens einmal geimpfter Jugendlicher nur noch um 190.000 auf insgesamt 2,06 Millionen (knapp 46 Prozent). Viele der jungen Menschen dürften sich vor allem für die Spritze entschieden haben, um wieder am öffentlichen Leben teil haben zu dürfen und in der Schule nicht ausgegrenzt zu werden. Auch das ist ein Teil der Wahrheit.

Angesichts dieser Datenlage müsste sich jeder Laie die Fragen stellen: Setzen hier STIKO, RKI, PEI und Bundesregierung Kinder und Schwangere einem nicht überschaubaren Risiko durch eine medizinische Behandlung aus, das höher sein könnte, als jenes durch die Erkrankung, gegen welche die Behandlung schützen soll? Werden Kinder und junge Frauen für ein mRNA-Experiment missbraucht, dessen Folgen möglicherweise katastrophal sein könnten?

Der aktuelle Stand ist dabei lange nicht das Ende. Die bedingten Impfstoffzulassungen für Kleinkinder sitzen längst in den Startlöchern.

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