Meinung

Umfrage ergibt: Impfstrategie der Regierung gescheitert

Nicht nur in der Bundesrepublik glaubt die Regierung, mit genug Druck würden sich alle impfen lassen. Eine Umfrage von Forsa ergab jetzt, dass das Gegenteil bewirkt wird. Und die Lösung liegt dort, wo manche sie schon lange vermuten – in der Zulassung anderer Impfstoffe.
Umfrage ergibt: Impfstrategie der Regierung gescheitertQuelle: www.globallookpress.com © photonews.at/Georges Schneider v

von Dagmar Henn

Mit unzähligen Methoden hat die Bundesregierung in den letzten Monaten versucht, die bisher ungeimpften Bürger zum Impfen zu bewegen. Das beginnt mit beständigen Vorhaltungen in den Medien, die von "faul" über "unsolidarisch" bis "gefährlich" reichten, und setzt sich fort über zunehmend diskriminierende Maßnahmen wie 2G-Regeln, Lohnentzug bei Quarantäne und die Notwendigkeit, die überall erforderlichen Tests selbst zu bezahlen.

Jetzt hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) eine bei Forsa beauftragte Umfrage unter Ungeimpften veröffentlicht, die das völlige Scheitern dieser Strategie offenbart. Das BMG selbst folgert aus der Umfrage nur: "Ungeimpfte wollen sich nicht überzeugen lassen." Dabei sind die spannenden Ergebnisse ganz andere, es steht nur zu fürchten, dass genau diese weder von den Medien noch von der Politik aufgegriffen und begriffen werden.

Der erste Punkt dabei ist die Reaktion auf die oben erwähnten Maßnahmen. Entgegen der als Begründung für die diskriminierenden Schritte geäußerten Erwartung, dadurch würde die Impfbereitschaft zunehmen, bestätigt die Forsa-Umfrage, dass das Gegenteil der Fall ist. Bei der überwiegenden Mehrheit der befragten Ungeimpften haben die Maßnahmen keinen Einfluss auf ihre Impfbereitschaft; bei einem Fünftel bis zu 29 Prozent haben sie allerdings genau die gegenteilige Wirkung – die Impfbereitschaft nimmt ab. Anders formuliert, die Umfrage bestätigt, dass eine weitere Erhöhung des Drucks nur eine weitere Erhöhung des Unwillens bewirkt.

Der zweite Punkt ist, dass (wie es ähnlich bereits eine Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung ergab) die Zweifel an der Berichterstattung nicht nur bei Ungeimpften vorhanden sind. Das Befragungsinstitut betont in seiner Auswertung zwar, dass 89 Prozent der Ungeimpften der Meinung sind, dass nicht alle Stimmen der Wissenschaft gehört werden, wie auch, dass in den Medien einseitig berichtet wird; dass 80 Prozent der Überzeugung sind, man solle mehr auf den gesunden Menschenverstand vertrauen und dass 79 Prozent die Grundrechtseingriffe für schwerwiegender halten als die Gefahr durch das Virus.

Allerdings sind die Zahlen, die in der Gesamtheit diesen Aussagen zustimmten, nicht so niedrig, dass sich Politik und Medien in der Überzeugung, alles richtig gemacht zu haben, entspannt zurücklehnen können. Denn immerhin 42 Prozent meinen ebenfalls, dass nicht alle Stimmen aus der Wissenschaft gehört werden, 39 Prozent wollen mehr gesunden Menschenverstand, 34 Prozent finden die Berichterstattung einseitig und 23 Prozent halten die Grundrechtseingriffe für schwerwiegender als COVID-19. Wären diese Zahlen für sich stehend veröffentlicht worden, ohne im Kontext einer Erzählung von "querdenkenden" Ungeimpften zu verschwinden, sie müssten einiges Nachdenken auslösen.

Das Meinungsforschungsinstitut entwertet selbst seine Studie, indem die Nichtgeimpften in vier Typen unterteilt werden, die gleich entsprechend massiv wertende Etiketten erhalten: "Existenzleugner", "Diktatur-Vermuter", "Skeptiker" und "ohne Nähe zu Querdenkern". Dabei sind die von Forsa zu "Querdenkern" gemachten Skeptiker eigentlich nur, wie nicht unbeträchtliche Teile der Bevölkerung, der Meinung, dass die Darstellung der Wissenschaft wie die Berichterstattung der Medien einseitig sei, dass die Grundrechtseingriffe zu weit gingen und dass man mehr gesunden Menschenverstand brauche.

Nichts davon kann auch nur ansatzweise als "Verschwörungstheorie" bezeichnet werden. Die Einseitigkeit in der Berichterstattung ließe sich bei Bedarf statistisch belegen, ebenso wie die Tatsache, dass nur bestimmte Positionen aus der Wissenschaft zum Zug kommen; es ist zumindest leichtfertig, quantifizierbare Informationen in den Bereich des Gerüchts oder der "Verschwörungstheorie" zu verbannen.

Das hält Forsa aber nicht davon ab, im Resümee zu schreiben: "Die Untersuchung hat zudem gezeigt, dass sich die Ungeimpften in ihren Einstellungen und Grundhaltungen fundamental von der Gesamtbevölkerung unterscheiden und in großen Teilen Verschwörungs-'Theorien' zuneigen. So sind jeweils mindestens drei Viertel der Nichtgeimpften der Ansicht dass die Medien einseitig über Corona berichten."

Wären die Befragenden nicht so sehr in ihren eigenen Vorurteilen befangen und wäre das Bundesgesundheitsministerium an einer praktischen Lösung interessiert, müsste der Schwerpunkt auf ganz anderen Ergebnissen der Studie liegen. Denn zwei Daten sind sehr interessant, so man wirklich das Ziel hätte, die Impfquote zu erhöhen und nicht, einen spezifischen Impfstoff zu vermarkten. 41 Prozent der Ungeimpften sagten, sie hätten Bekannte, die die Impfung sehr schlecht vertragen hätten. Das ist eine völlig andere Information als "eine Infektion ist nicht so gefährlich". Hier handelt es sich um Fakten, die sich nicht wegreden lassen. Die aber einen Hinweis liefern, warum die Umfrage letztlich eine praktische Lösung nahelegt.

56 Prozent der Befragten äußerten nämlich, die Impfbereitschaft würde zunehmen, wenn weitere Impfstoffe zugelassen würden. Das wird sich insbesondere auf den russischen Sputnik-Impfstoff, dessen Vektorvirus ein menschliches und kein Affen-Adenovirus ist, und den chinesischen Sinovac-Impfstoff beziehen, der ein klassischer Impfstoff mit inaktivierten Viren ist.

Diese 56 Prozent wären genug, um das von der Regierung mittlerweile angestrebte Ziel von 80 Prozent zu erreichen. Die Lösung ist einfach, machbar, kostengünstig und schnell. Erstaunlich ist nur, dass weder das Bundesgesundheitsministerium noch Forsa noch die Medien, die bisher Daten aus dieser Umfrage veröffentlicht haben, diesen simplen Schluss ziehen. Dabei könnte damit die ganze Menschenquälerei mit 2G, der ganze kaum verhüllte Zwang, ein Ende finden. Das müsste im Interesse jedes demokratisch gesonnenen Politikers sein.

Außer natürlich, es ginge gar nicht darum, dass ausreichend Menschen gegen Corona geimpft sind. Das ist, was Forsa eine "Verschwörungstheorie" nennt. Nachdem diese Daten aber jetzt vorliegen, sogar höchst amtlich im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ermittelt, wäre ein Ignorieren dieses deutlichen Hinweises auf eine Lösung genau das, was es bräuchte, um diese Theorie zu bestätigen. Die nächsten Wochen werden es zeigen.

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