Meinung

Klimawandel hat wieder Konjunktur – Teil 1

Zwei Themen bestimmen den Erregungsgrad der deutschen Gesellschaft: Klimawandel und Corona. Verliert das eine an Bedeutung, drängt das andere wieder in den Vordergrund. Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands steht das Thema Klimawandel wieder an erster Stelle.
Klimawandel hat wieder Konjunktur – Teil 1Quelle: www.globallookpress.com © Paulo Amorim / Keystone Press Agency

von Rüdiger Rauls

Mittlerweile hat sich im Bewusstsein der Gesellschaft der Klimawandel als Theorie und Glaubensbekenntnis festgesetzt, denen kaum noch widersprochen werden kann. Klimawandel ist zu einem Totschlagargument geworden, das für jedes Wetterphänomen herhalten muss: "Monsunregen in nie gekannter Stärke ..., im Himalaja schmelzen die Gletscher, in Bangladesch versalzen die Flüsse, auf den Philippinen zerfetzen die Taifune ganze Landstriche ...  Australiens Waldbrände ... , ebenso die Dürren. Im Sommer hagelt es auf dem Kontinent."

Selbst die Kriminalität in den USA wird von den Autoren des Artikels mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. "Es sind jene überraschenden Details, die den Klimawandel so greifbar machen und verstören. In Amerika finden sie sich in den großen Städten, die eine Welle der Schwerkriminalität erleben. Seit 2020 steigt die Zahl der Gewaltverbrechen."

Klimawandel ist ein propagandistischer Begriff geworden. Mit Wissenschaft hat er wenig zu tun. Er dient in erster Linie der Durchsetzung von Interessen. Mit ihm wird gesellschaftliche Selektion betrieben zwischen richtiger und falscher Meinung, zwischen Rechts und Links, Moderne und Hinterwäldlertum, schuldig und unschuldig.

Denn mit dem Begriff Klimawandel wird die Vorstellung geschaffen, dass es ein globales Klima gibt, und dieses sei im Wandel begriffen. In der Wirklichkeit jedoch gibt es dieses globale Klima nicht, und somit kann es auch keinen Klimawandel geben. Vielmehr ist die Erde unterteilt in mehrere Klimazonen mit zum Teil vollkommen verschiedenartigen Eigenschaften. So gibt es beispielsweise am Äquator keinen Schnee und an den Polen keine Tropenstürme.

Was als Ursache der Wetterphänomene dargestellt wird, der sogenannte Klimawandel, ist in Wirklichkeit nur dessen Abbildung. In diesen Erscheinungen äußert er sich, tritt zutage. Aber er ist nicht die Ursache dieser Wettererscheinungen. So sind ja auch nicht steigende Preise die Ursache der Inflation. In ihnen äußert sie sich nur, wird erkennbar. Aber die Ursachen von Inflation und Klimawandel liegen woanders. 

Treibhaus-Effekt

Nicht Klimawandel ist die Ursache für diese zum Teil heftigen Wetterereignisse, sondern Erderwärmung. Das ist zwar etwas ganz Anderes, wird aber immer wieder zusammen in einen Topf geworfen. Im Gegensatz zum Klima findet Erderwärmung tatsächlich global statt, unabhängig von den Besonderheiten der einzelnen Klimazonen. Sie ist messtechnisch nachweisbar, also objektiv, und nicht gefühlt wie der Klimawandel, den jeder dort feststellt, wo er ihn festzustellen glaubt. Denn im Unterschied zur Erderwärmung ist Klimawandel nicht definiert.

Die Erderwärmung betrifft den Äquator ebenso wie die Pole, soweit sie denn tatsächlich messtechnisch nachweisbar ist. Doch diese Mühe der Unterscheidung und  wissenschaftlichen Genauigkeit machen sich die meisten Propheten des Klimawandels nicht mehr, auch wenn sie sich gemeinhin als die Jünger der Wissenschaftlichkeit geben.

Für sie steht ohnehin nicht das Erkennen der Wirklichkeit im Vordergrund, sondern die Schuldzuweisung. Egal ob Klimawandel oder Erderwärmung, für die meisten Klimabewegten macht das keinen Unterschied. Für sie ist steht im Vordergrund die Feststellung, dass  für sie an beidem der Mensch schuld ist. Zwar meinen sie damit scheinbar die Menschheit allgemein, aber in erster Linie halten sie diejenigen für die wirklich Schuldigen, die Auto fahren, Billig-Fleisch essen und All-inclusiv-Urlaube machen; mit anderen Worten: die Ungebildeten, die Nicht-Intellektuellen, Nicht-Alternativen, die Nicht-Gendernden.

Deren Lebensstil verursache einen höheren Ausstoß an Kohlendioxid (CO₂), als der Erde zuträglich ist, so der unterschwellige Vorwurf. Weil jene Zeitgenossen sich nicht richtig, d. h. nicht nachhaltig verhalten, sind sie Schuld am sogenannten Treibhauseffekt. Denn das durch Verbrennung freigesetzte CO₂ fördere als sogenanntes Treibhausgas die Erderwärmung und damit den Klimawandel. Jedoch kollidiert diese Theorie in zweierlei Hinsicht mit der Wirklichkeit. 

1. Die Mengenlehre

Kohlenstoffdioxid (CO₂), kurz Kohlendioxid, ist als Spurengas mit einem Volumenanteil von etwa 0,04 Prozent (etwa 400 ppm) in der Erdatmosphäre enthalten. Es ist erstaunlich, wie viele Anhänger von Fridays for Future (FFF) das nicht wissen. Aber nicht nur der Mensch produziert CO₂, auch die Natur unabhängig vom Menschen. Dieser "natürliche" Anteil beträgt ca. 95 Prozent. Auch das wissen viele Anhänger von FFF nicht. Damit entfallen auf die menschliche Aktivität in etwa 0,002 Prozent des CO₂ in der Luft.

Von diesem Anteil menschlicher Aktivität machen Individualverkehr, Fleischproduktion und Gebäudebewirtschaftung etwa die Hälfte aus, während der etwas größere Anteil auf die Industrie und Energiewirtschaft entfällt. Der leichteren Berechnung wegen soll angenommen werden, dass auf beide Bereiche, Wirtschaft einerseits und Individualverbrauch andererseits, gleich große Mengen am menschenbedingten CO₂ entfallen. Unter diesen Umständen verursacht das Individualverhalten der Menschen weltweit 0,001 Prozent der gesamten CO₂-Menge in der Atmosphäre.

Das sind die wissenschaftlich erhobenen Fakten, die nicht einmal von den Anhängern der Treibhaustheorie angezweifelt werden. Etwas Anderes aber ist die Deutung dieser Tatsachen. Bezüglich der Wirkung dieser Mengen gehen die Meinungen zwischen den Vertretern der Treibhaustheorie und deren Kritiker auseinander. Angesichts der verhärteten Fronten zwischen diesen beiden Lagern führt eine Diskussion über dieses Thema in der Regel nicht zur Annäherung  an die Wirklichkeit. 

2. Erdgeschichte und Physik

Auf dem Weg des Meinungsaustauschs und der Argumentation ist es schwierig, mit den Anhängern der Treibhaus-Theorie zu einer sachlichen Diskussion zu kommen. Bei dieser Personengruppe ist das Interesse an der Verteidigung der eigenen Sichtweise meistens größer als an der Wahrheitsfindung. Argumente führen aber nur dann zu Erkenntnis und Bewusstseinsbildung, wenn dafür Offenheit besteht.

Anders als die Deutung der Messdaten sind die Ergebnisse der erdgeschichtlichen Entwicklung und der physikalischen Gesetzmäßigkeiten eindeutig, d. h. nicht interpretierbar. Sie sind nicht davon abhängig, ob sie von den Anhängern der Treibhaus-Theorie anerkannt werden oder nicht. Die erdgeschichtliche Entwicklung offenbart die Fehlerhaftigkeit dieser Theorie nicht anhand von Messdaten sondern anhand der Ergebnisse in der Wirklichkeit.

Nach der Theorie verursachen 0,04 Prozent Kohlendioxid in der Atmosphäre die Erwärmung des Planeten. In früheren Phasen der Erdgeschichte waren die CO₂-Konzentrationen wesentlich höher als heute. Das Schaubild auf Wikipedia zeigt, dass diese Werte zum 7.000 ppm (parts per million; Maßeinheit, die den Anteil eines Stoffes in einem Gemisch ausdrückt) erreichten im Gegensatz zu den heutigen Werten von ca. 400 ppm. Ebenso waren auch die Temperaturen in früheren Zeiten der Erdentwicklung wesentlich höher. Trotzdem aber hat sich die Erde über Milliarden von Jahren abgekühlt. Das jedoch hätte nach der Treibhaus-Theorie gar nicht geschehen dürfen, wenn heute bei wesentlich geringeren Ausgangstemperaturen und niedrigerem CO₂-Gehalt ein Aufheizen der Atmosphäre stattfinden soll.

Ein weiterer Beleg für die Fehlerhaftigkeit der Treibhaus-Theorie liegt in den Gesetzen der Physik. In einer experimentellen Anordnung wird eine Stahlkugel mit einer Temperatur von 300 °C in der Mitte eines Raumes mit dem Volumen von 2x2x2 Metern platziert. Dieser Raum wird mit CO₂-Gas gefüllt. Nach den Vorstellungen der Treibhaus-Theorie dürfte die Kugel nicht kalt werden. Die Temperaturmessung im Rahmen dieses Experiments offenbart aber, dass die Kugel die Temperatur der Umgebung außerhalb der Versuchsanordnung angenommen hat. Die Wärme wurde demnach nicht zurückgestrahlt, sondern an die Umgebung abgegeben. Das belegt, dass Kohlendioxid selbst in einer Konzentration von 100 Prozent die Wärme nicht zurückhält. Wie soll das dann bei 0,04 Prozent möglich sein?

Erderwärmung

Die Erderwärmung ist nach den bisherigen Messdaten nicht zu leugnen. Sie ist jedoch nicht allein auf menschliches Handeln zurückzuführen. Die irdischen Temperaturschwankungen, die sich ausdrücken im Wechsel von Warm- und Eiszeiten im Verlaufe der Jahrmillionen, sind wesentlich bedingt durch Abweichungen der Umlaufbahn der Erde um und die Stellung der Erdachse zur Sonne.

Beide sind nicht stabil, wie die Berechnungen des Mathematikers, Astronomen und Klimaforschers Milutin Milanković belegen. Vereinfacht kommen seine Forschungen und Berechnungen zu dem Schluss, "dass die Unterschiede im Strahlungshaushalt der Erde einen maßgebenden Einfluss auf das Klima der Vergangenheit hatten und es auch in Zukunft haben werden". Hierin liegt die Erklärung für die erheblichen Temperaturschwankungen, denen die Erde im Verlaufe ihrer Geschichte unterworfen war.

Das bedeutet aber auch, dass die Abweichung von einigen Tausend Kilometern zur Sonne wesentlich mehr Einfluss auf die Temperaturen der Erde haben als die Millionstelbruchteile des Kohlendioxid in der Atmosphäre, die auf menschliche Tätigkeit zurückgehen. Die Bedeutung der Sonneneinstrahlung wird alleine schon deutlich an den enormen Temperaturschwankungen zwischen Warm- und Eiszeiten auf der Erde, bevor der Mensch überhaupt vor etwa 200 Jahren in seine industrielle Entwicklung eintrat.

Der Versuch, die Erderwärmung durch Dekarbonisierung aufzuhalten, ist ein Irrweg, der mit Billionen von Euro und Dollar teuer bezahlt wird. Dieses Geld wäre sinnvoller eingesetzt in der Förderung von wissenschaftlichen und technischen Neuerungen zur Abwendung oder Minderung der Auswirkungen einer Entwicklung, die durch weniger Autofahren, weniger Reisen und Fleischessen nicht verhindert werden kann.

Gerade die diesjährigen Überschwemmungen in Deutschland haben nun auch hierzulande zu der Erkenntnis der Verantwortlichen geführt, dass jetzt schon Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Menschen vor den Auswirkungen klimatischer Veränderungen zu schützen. Gewaltige Summen wurden ausgegeben für die zweifelhaften Erfolge in einer fernen Zukunft durch die Strategie der Dekarbonisierung der Atmosphäre.

Diese Strategie orientiert sich erster Linie an der Messung der CO₂-Anteile (ppm-Werte) in der Luft. Das bedeutet aber auch, dass deren Erfolge sehr schnell wieder ins Hintertreffen geraten können, wenn natürliche Vorgänge wie Waldbrände oder Vulkanausbrüche, die vom Menschen nur bedingt beeinflussbar sind, die Werte in die Höhe treiben. Wie viel Fleisch sollen die Menschen weniger essen, um den Ausstoß eines Vulkans auszugleichen?

Heute leben ca. acht Milliarden Menschen auf der Erde, die meisten in der Nähe von Meeren oder Flüssen. Das ist ein erheblicher Unterschied zu früheren Warmzeiten in der Erd- und Menschheitsgeschichte, in denen es den Menschen aufgrund ihrer geringen Anzahl und ihren damaligen Lebensumständen eher möglich war, den steigenden Wasserspiegeln auszuweichen. Unter den veränderten Bedingungen dürften in Zukunft Maßnahmen zur mechanischen Eindämmung und die Förderung von Wissenschaft und Technik eher zum Erfolg führen als der schwerer umzusetzende Versuch, die Atmosphäre nachhaltig zu verändern.

Welche politischen Auswirkungen hat die Treibhaus-Theorie auf die Gesellschaft und woran liegt es , dass sie trotz ihrer wissenschaftlichen Fragwürdigkeit aus der öffentlichen Diskussion und dem Handeln der Politik nicht mehr wegzudenken ist. Dieser Frage wird im zweiten Teil nachgegangen.

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