Nordamerika

Schnellstudie: Hitzewelle in Nordamerika ohne Klimawandel nahezu unmöglich

Ein Forschungsverbund hat die jüngste Extrem-Hitze im Westen Nordamerikas mit bis zu 49,6 Grad Celsius untersucht. Die Wissenschaftler sehen ganz klar die menschengemachte Erderwärmung als Ursache. Ohne diese wäre demnach die Hitzewelle um zwei Grad Celsius geringer ausgefallen.
Schnellstudie: Hitzewelle in Nordamerika ohne Klimawandel nahezu unmöglichQuelle: Reuters © REUTERS/Chad Hipolito

Über die ungewöhnliche Hitzewelle im Westen Kanadas und im Nordwesten der USA hat die Forschungsvereinigung World Weather Attribution eine Schnellstudie angefertigt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass diese Hitze ohne den Klimawandel nahezu unmöglich gewesen wäre.

Der Forschungsverbund wird an der Universität Oxford in Großbritannien koordiniert. Wissenschaftler in den Niederlanden, Frankreich, den USA, in der Schweiz und in Deutschland nehmen daran teil. Zudem ist das Internationale Rote Kreuz ein Partner.

Das Gebiet, das für die Schnellstudie festgelegt wurde, umfasst die Städte Vancouver, Seattle und Portland. Genau umrissen wird es mit den Angaben 45 bis 52 Grad nördliche Breite, 119 bis 123 Grad westliche Länge. Etwa neun Millionen Menschen leben dort.

Die Methodik ist eine statistische. Doch die grundlegende erste Entscheidung musste ohne Hilfe der Mathematik getroffen werden: Handelte es sich um ein ungewöhnliches Ereignis, dessen Wahrscheinlichkeit nicht genauer als mit 1:1000 angegeben werden kann? Oder haben unbekannte, nichtlineare Wechselwirkungen in den Wetterereignissen und im Klimageschehen zu dieser Hitzewelle beigetragen? Die Wissenschaftler entschieden sich für die erste Variante. 

Die Temperaturen lagen weit außerhalb des Bereiches der historischen Aufzeichnungen. Der mit 49,6 Grad Celsius gemessene Rekord in Kanada lag drei Grad über dem Rekordwert vor dieser Hitzewelle. Allein dieser Sprung erscheint den Meteorologen als "bisher nicht gekannt". Schon Temperaturen über 40 Grad Celsius sind in der Region sehr selten.

Die Statistiker betonen: Ohne die von der menschlichen Zivilisation verursachte Erderwärmung wäre diese Hitzewelle um zwei Grad Celsius geringer ausgefallen. Um noch ein Grad heißer wäre sie ausgefallen, wenn die etwa um das Jahr 2040 zu erwartende Erderwärmung bereits Realität wäre.

Und die Statistiker sind sich sicher: Die angenommene Erderwärmung um zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bis 2040 sei wahrscheinlich. Dann treten solche Hitzewellen nicht ein Mal in 1.000 Jahren auf, sondern alle 5 bis 10 Jahre.

Die Wetterlage hatte die Hitzewelle begünstigt. Ein Hochdruckgebiet mit einer ausgeprägten Dichte in den unteren Luftschichten bewegte sich nur sehr langsam und verursachte eine sogenannte "Hitzeglocke". Der hohe Luftdruck erreichte dabei Rekordwerte. Die Hitze folgte auf ein ungewöhnlich trockenes Frühjahr. Daher gab es über dem Festland weniger Verdunstungen, die einen kühlenden Einfluss gehabt haben könnten. Es bleibt dennoch schwierig, die Einflüsse dieser Faktoren quantitativ anzugeben.

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