Meinung

Lithium und Gold

Nach einer verlustreichen Woche an der Börse mit einem Biotech-Pharmahersteller, Goldverlusten, abschmierenden Rohstoffpreisen und sinkenden Benzinpreisen sollte man sich rückbesinnen auf das Einfache, das Einleuchtende, das Glitzernde und das Zukunftsreiche.
Lithium und GoldQuelle: www.globallookpress.com © Georg Ismar/dpa

Ein Schlaglicht aufs Gewinnbringende von Stephan Fein

In Zeiten steigender Inflation – Mai: 2,5 Prozent, Tendenz steigend – erlebten viele mit der CureVac-Aktie ihr Waterloo. Kurzfristig halbierte sich deren Wert, sie verlor acht Milliarden Euro an Wert, was eigentlich gar nicht für den wahren Wert des Unternehmens stand, nur weil in den Medien Gerüchte um die Unwirksamkeit eines Präparats die Runde gemacht hatten.

Nach einer ereignisreichen Rohstoff-Rally um Öl, Kupfer und Gold sackten die Preise deutlich ab. Es geht um zweistellige Verluste. Dabei ist eines völlig klar: Gold wird auch in Zeiten steigender Inflation auf jeden Fall seinen Wert langfristig behalten, wenn er nicht sogar steigt.

So ist das mit Wirtschaft: "Psychologieist die Hälfte der Wirtschaftspolitik", meinte schon der Vater des deutschen Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg, Ludwig Erhard. Heute müsste es ergänzend heißen: Die andere Hälfte besteht aus Gier und Panik. Anders sind wohl auch Bitcoin-Zuwächse in Zeiten des Bitcoin-Schürfverbotes in China nicht zu erklären. Und das, obwohl demnächst wohl ein eigener Krypto-Yuan auf den Markt kommen soll. Das alles passt nicht zusammen.

Den Grund für den heftigen Kurssturz bei den Rohstoffen lieferten die USA mit ihrem Versprechen, den Zins durch ihre Fed zu erhöhen. Und es waren natürlich die für viele unberechenbaren Chinesen, die sich vor allem von fremden Rohstoffen unabhängiger machen wollen. Dabei wollen die nur ihre Konsumentenpreise stabil halten. Planwirtschaft. So geht das eben dort.

Außerdem ist der Markt immer übervoll von Anlegern, die nur auf kurzfristige Gewinne schielen. Aber die gibt es ja immer.

Mit anderen Industriemetallen wie Kupfer, Palladium und Silber sieht das anders aus als mit dem Anlagegold. Da ist durch die pandemiebedingte Lieferkettenunterbrechung einfach wenig Nachfrage generiert worden. Das kann noch dauern, bis sich da wieder Gewinne erwirtschaften lassen.

Am absurdesten ist jedoch der Ölpreis. Während sich die OPEC-Länder sklavisch an hohe Fördermengen halten, wird schon jetzt vor der deutschen Öko-Trend-Wahl an der Tankstelle der Preis auf im Schnitt 1,56 Euro pro Liter Super steigen. Obwohl sich das Barrel Nordseeöl der Marke Brent um drei Dollar auf 72 verbilligt hat. WTI sank sogar auf 70 Dollar. Beim Verbraucher kommt das aber nicht an. Die Politik will es! Bepreist seien diese Politiker! Auch der Erdgaspreis sinkt derzeit um zwei Prozent auf aktuell 3,20 Dollar, was in einer Hitzeperiode eigentlich verständlich ist, dem Verbraucher aber gerade auch nichts nützt.

Was Lithium angeht, so sollte man glauben, dass Chinesen das Gras schon etwas früher wachsen hören als europäische Anleger. Sie taten es: Die Herren aus Fernost haben in das seltene Lithium von Chiles Staatsfirma SQM mehrere Milliarden gesteckt, das sie bei einer Elektrifizierung des Restes der Welt gerne bezahlt haben wollten. Und Angela Merkel erklärte ja bereits, in den nächsten Jahren "gigantische Summen ausgeben zu wollen". Chinesen wissen das. Außerdem geht Angela ja im Herbst eh.

Bleibt Lithium als alternativlose Alternative zum Gold, ein sicheres Investment. Und Gold wird allein durch die dahinschmelzende Papiergeldmenge seinen wahren Stand halten können.

Am absurdesten sind jedoch in Zeiten weltweiter Hungerkatastrophen die Agrarwerte: Für Soja ging es um mehr als acht Prozent in den Keller, Mais wurde sogar um 19 Prozent billiger. Nur hilft das den Ärmsten der Armen auch nicht wirklich weiter. Die haben immer noch Hunger und weder Lithium noch Gold. Selbst, wenn sie es schürfen.

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