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Abzug aus Afghanistan: Menschen wühlen sich durch hinterlassene Müllberge der US-Truppen durch

Zwanzig Jahre nach den Anschlägen vom 11. September sollen ausländische Truppen Afghanistan verlassen haben. US-Soldaten haben bereits den Luftwaffenstützpunkt Bagram verlassen. Die Afghanen suchen nach brauchbarem Material. Das US-Militär aber hat alles zerstört und hinterlässt nur Müllberge.
Abzug aus Afghanistan: Menschen wühlen sich durch hinterlassene Müllberge der US-Truppen durchQuelle: www.globallookpress.com © US Joint Staff

Vom Luftwaffenstützpunkt Bagram aus koordinierten die USA ihre Einsätze in Afghanistan. Hier hatten sich die USA eine heile Welt nach US-amerikanischem Vorbild mit Schwimmbad, Kino, Spas und Fast-Food-Restaurants, einem Krankenhaus, zwei Landebahnen, einem Tower und drei Hangars errichtet. Dazu gehörte selbst ein Gefängnis für die Taliban und Dschihadisten. Das Gefängnis hat einen schlimmen Ruf in der Bevölkerung. Heute sollen sich dort noch 7.000 Häftlinge befinden. Erbaut worden war der eine Stunde von Kabul entfernte Stützpunkt bereits in den 1950er Jahren von der ehemaligen Sowjetunion. Im Jahr 2001 übernahmen die USA und die NATO den Stützpunkt, der als strategisch wichtiger Ort gilt.

US-Präsident Donald Trump hatte während seiner Amtszeit versprochen, den "längsten Krieg der USA" beenden und die Truppen abziehen zu wollen. Im Gegenzug sollten sich die militanten Taliban dem Frieden verpflichten. Sein Nachfolger Joe Biden musste die gesetzte Frist des Abzugs verlängern. Als neuer Termin wurde das historische Datum 11. September gewählt. Derweil erobern die Taliban neue Gebiete. 

Der Stützpunkt Bagram ist nun vakant. Militärisches Material wurde mit zurück in die USA genommen oder den afghanischen Streitkräften übergeben. Zurück bleibt der "zivile Müll" wie Telefone, Thermoskannen, Computertastaturen und Druckerpatronen. Bagram hätte eine Fundgrube für die Afghanen sein können. Stattdessen aber türmen sich Tonnen an Schrott. Das US-Militär hat es vorgezogen, die Gebrauchsgegenstände zu zerstören. Diese wurden in die Luft gesprengt oder verbrannt. Washington begründet dies damit, man wolle den Taliban nichts Wertvolles hinterlassen. Vor dem Abzug konnten Anwohner Explosionen auf der Basis hören. 

Ein 40 Jahre alter Afghane namens Mir Salam drückte der Agentur AFP seine Frustration aus: 

"Dies ist, was Amerikaner tun. Sie zerstören einfach alles. Sie jagen es in die Luft oder verbrennen es. Es gab viele neue Sachen hier auf der Basis – genug, um Afghanistan 20 Mal aufzubauen, aber sie haben alles zerstört."

Er wohnt in der Bagramstraße und hofft, in den Hinterlassenschaften der Ausländer Nutzbares zu finden, was sich verkaufen lässt – und damit ist er nicht allein. Entlang der Straße haben sich andere Goldgräber eingerichtet. Man ist sich in der Gegend einig, dass der Abzug der USA zumindest einen schlechten Einfluss auf die dortige Wirtschaft haben wird. Sollten die afghanischen Sicherheitskräfte Bagram nicht gegen die Taliban verteidigen können, stünden die Islamisten bald in der Hauptstadt Kabul. 

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