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Russischer Verteidigungsminister zu NATO-Abzug: 20 Jahre Afghanistan ohne "signifikante Ergebnisse"

Während die NATO mit dem Rückzug ihrer Truppen befasst ist, bringen sich die Taliban in Stellung und nehmen weitere Gebiete ein. Der russische Verteidigungsminister sieht das Engagement der ausländischen Truppen als ergebnislos an und warnt vor Massenmigration und Ausbreitung von Extremismus.
Russischer Verteidigungsminister zu NATO-Abzug: 20 Jahre Afghanistan ohne "signifikante Ergebnisse"Quelle: www.globallookpress.com © Kawa Basharat

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben den USA Anlass gegeben, in Afghanistan einzumarschieren. Die Präsenz des US-Militärs in Afghanistan wird auch als der längste Krieg der USA bezeichnet. 

US-Präsident Donald Trump wollte dem ein Ende setzen und unterzeichnete 2020 ein Abkommen mit den Taliban. In ihm versprach der ehemalige US-Präsident den Abzug aller US-amerikanischen und NATO-Truppen aus dem Land. Die NATO-Mission umfasste 9.600 Soldaten. Der Abzug begann Ende April.

Die festgelegte Frist zum 1. Mai 2021 für den Rückzug konnte US-Präsident Joe Biden aber nicht einhalten. Es wurde eine neue Frist gesetzt. Stichtag ist jetzt der 11. September dieses Jahres. Das Datum könnte erneut nach hinten verschoben werden. Auch Deutschland begann damit, seine Truppen zurückzurufen. Der Bundeswehrstützpunkt Masar-e-Sharif wurde bereits an afghanische Streitkräfte zurückgegeben. 

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu warnte am Mittwoch vor den Folgen des Abzuges: 

"Nach dem Abzug der NATO-Truppen ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Bürgerkrieg wieder aufflammt mit all seinen negativen Folgen: weitere Verschlechterung des Lebens der Bevölkerung, Massenmigration und die Ausbreitung des Extremismus in die Nachbarstaaten." 

Die 20 Jahre hätten keine "signifikanten Ergebnisse zur Stabilisation" erbracht. Nun müssten sich Nachbarländer und internationale Organisationen mit den daraus resultierenden Problemen befassen. 

Derweil vermelden die Taliban neue Gebietseroberungen. Am Dienstag hieß es vonseiten der militanten Islamisten, ihnen sei die Einnahme des Grenzüberganges zu Tadschikistan gelungen. Die afghanischen Soldaten waren gezwungen, die Flucht zu ergreifen. Bereits 50 von insgesamt 370 Bezirken des Landes sind von den Taliban eingenommen worden. Afghanische Sicherheitskräfte sollen zum Teil zu den Taliban übergelaufen sein. 

Die Sondergesandte Deborah Lyons zeigte sich vor dem UN-Sicherheitsrat in New York besorgt über die Sicherheitslage: 

"Die meisten eingenommenen Bezirke umgeben Provinzhauptstädte, was darauf hindeutet, dass die Taliban sich positionieren, um zu versuchen, diese Hauptstädte zu erobern, sobald die ausländischen Truppen vollständig abgezogen sind." 

Der Vormarsch der militanten Islamisten bedeutet eine verschärfte Sicherheitslage für die letzten Bundeswehrsoldaten im Land. Die Taliban befinden sich 20 Kilometer von dem Lager der Soldaten. Ein Kommando Spezialkräfte (KSK) wurde entsandt, um den Abzug sicherer zu gestalten. Nach Aussagen eines Sprechers der Taliban würde die Organisation nicht versuchen, den Abzug der Ausländer zu behindern. 

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