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Greta Thunberg kritisiert auf Twitter Zwangsräumungen in Jerusalem – und erntet dafür selbst Kritik

Auf Twitter hat sich Greta Thunberg in die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästina eingeschaltet. Sie teilte den Beitrag einer Anhängerin der BDS-Bewegung – und sorgte damit für Kritik.
Greta Thunberg kritisiert auf Twitter Zwangsräumungen in Jerusalem – und erntet dafür selbst KritikQuelle: Reuters © Johanna Geron

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich auf Twitter zu den jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästina zu Wort gemeldet. Sie teilte am Montagabend einen Beitrag der kanadischen Autorin und Anhängerin der BDS-Bewegung, Naomi Klein, die Israel darin "ein Kriegsverbrechen nach dem anderen" vorwarf. Thunberg selbst schrieb dazu: "Niederschmetternd, den Entwicklungen in Jerusalem und Gaza zu folgen. #SaveSheikhJarrah."

Sie bezog sich damit auf die jüngsten Auseinandersetzungen in Jerusalem. Die Lage in Ostjerusalem verschärfte sich in den letzten Tagen zusehends, nachdem Israelis palästinensische Häuser im Stadtteil Scheich Dscharrah angegriffen hatten. In jenem Stadtteil nördlich der Altstadt sowie in Silwan südlich davon kommt es immer wieder zu Zwangsräumungen. Die palästinensischen Bewohner protestierten kürzlich gegen ein Gerichtsurteil, das jüdischen Siedlern erlaubt, in diesem Stadtteil palästinensische Häuser zu übernehmen.

Ihr Tweet sorgte in Deutschland allerdings für Aufregung. So warf etwa der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen, Bodo Löttgen, Thunberg Antisemitismus vor. 

Auch der deutsche Lobbyist Daniel Mack, der bis 2014 für die Grünen im Hessischen Landtag saß, schrieb: "Kein Wort über den Raketenterror der Hamas?"

Kritik erntete Thunberg nicht nur, weil sie implizit Israels Politik kritisierte, sondern auch aufgrund des von ihr geteilten Beitrags von Naomi Klein. Klein ist eine Anhängerin der BDS-Bewegung (boycott, divestment, sanctions), die sich dafür einsetzt, Israel zu boykottieren. So schrieb Klein, die sich selbst als säkulare Jüdin bezeichnet, 2009 im Guardian: "Der beste Weg, um die zunehmend blutige Besatzung zu beenden, ist es, Israel zum Ziel einer globalen Bewegung der Art zu machen, die der Apartheid in Südafrika ein Ende gesetzt hat."

Ziel der BDS-Kampagne sei es, so Doris Ghannam von BDS-Deutschland, "die Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes" zu beenden. BDS-Deutschland erklärte, man beziehe sich auf alle Gebiete, die 1967 von Israel militärisch besetzt wurden – also Westjordanland, Gazastreifen und Golanhöhen.

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