Deutschland

Grünen-Wähler doch nicht so weltoffen? Umfrage zeigt Skepsis gegenüber Migration

In einer Umfrage im Auftrag der "Welt" äußern sich viele Anhänger der Grünen erstaunlich skeptisch zu Fragen der Migration. Damit liegen diese Wähler quer zum Parteiprogramm von Bündnis 90/Die Grünen, das Zuwanderung befürwortet.
Grünen-Wähler doch nicht so weltoffen? Umfrage zeigt Skepsis gegenüber MigrationQuelle: www.globallookpress.com © snapshot-photography/ K.M.Krause via www.imago-images.de

Rund ein Drittel der Grünen-Wähler haben eine skeptische Einstellung zum Thema Migration. Darüber berichtet die Zeitung Welt in Auswertung einer von ihr in Auftrag gegebenen Umfrage. Demzufolge würden diese Anhänger der Grünen den Bau von Mauern und Zäunen gegen illegale Zuwanderung befürworten (29 Prozent). Mit Vorbehalten werde auch das "Niveau der Zuwanderung und der Integrationswilligkeit von Migranten" betrachtet.

Überraschende Umfrage-Ergebnisse

Zwar würden sich im Gesamtdurchschnitt 48 Prozent der Deutschen für Mauern und Zäune zur Abwehr von Migranten aussprechen, doch dass auch fast ein Drittel der Grünen-Anhänger ebenfalls für solche Maßnahmen plädiert, sei "angesichts der stark migrationsfreundlichen Positionen des Parteiprogramms [...] überraschend".

Deutlich mehr als ein Drittel der Grünen-Wähler (36 Prozent) empfänden die Zahl der Zuwanderer als "zu hoch", 67 Prozent aller Deutschen sähen dies ebenso. 25 Prozent der Grünen-Wähler würden laut der Umfrage den Zuwanderern attestieren, dass sie "integrationsunwillig" seien.

Diese überraschenden Umfragewerte bringen Die Welt zu folgender Feststellung:

"Eine Grundskepsis, die nicht wirklich passt zu den vor allem vom grünen Koalitionspartner durchgesetzten Vorhaben der neuen Bundesregierung, die Zuwanderung nach Deutschland zu erleichtern und bereits hier lebenden Menschen die Integration in die Gesellschaft zu erleichtern."

Die Studienleiter führten zur Erklärung dieses Widerspruchs an, dass Die Grünen "inzwischen eine breitere Wählerbasis" hätten, "die auch mehr Konservative umfasst, die früher für CDU/CSU gestimmt haben".

Bedrohung der "Identität"?

Allerdings würde die Umfrage zeigen, "dass mit 18 Prozent nur ein relativ geringer Teil der Grünen-Wähler Einwanderung als Bedrohung seiner nationalen oder europäischen Identität ansieht."

Bei den Wählern von SPD, CDU und FDP reicht dieser Wert von 44 bis 57 Prozent und liegt damit deutlich höher. AfD-Wähler würden sogar zu 94 Prozent eine derartige Bedrohung ihrer Identität sehen.

Noch größere Sorgen als hinsichtlich der Integrationsunwilligkeit machten sich die Grünen-Anhänger im Zusammenhang mit der Migration konkret in Bezug auf mögliche "religiöse Intoleranz" (42 Prozent) und "Ablehnung demokratischer Werte" (41 Prozent).

Soziale Fragen

27 Prozent der Grünen-Wähler befürchten sogar ebenfalls eine wachsende Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt durch Zuwanderung (Gesamtbevölkerung: 23 Prozent). Dagegen spielt die Sorge vor steigender Kriminalität (23 Prozent) eine deutliche geringere Rolle als im Durchschnitt der Gesellschaft insgesamt (52 Prozent).

Die Umfrage differenziert unter anderem nach Männern/Frauen, Ost/West, Bildung und Einkommen. Unterschiede ließen sich insbesondere bei den drei letztgenannten Kategorien ausmachen. Beim Einkommen seien die Einstellungen "der Befragten sehr ähnlich, egal ob sie zu den Gering-, Durchschnitts- oder Gutverdienern zählen".

Konkrete Lage und Einstellung

Die Welt zitiert den Studienleiter mit einer Aussage, wonach "die Sorgen der Menschen mit Blick auf die Migration häufig weniger wirtschaftliche, sondern vor allem kulturelle Gründe" hätten: "Die hängen aber sehr stark von der jeweiligen Erfahrung mit Migration ab und von der aktuellen Situation auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt."

Die Zeitung hatte in der ersten Dezember-Hälfte zusammen mit anderen Medien nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Spanien, Schweden, Ungarn, Belgien und in der Schweiz etwa 12.000 Menschen befragen lassen. In Deutschland nahmen rund 2.000 Menschen an der Umfrage teil.

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