Europa

EU: Asylbewerber wollen vor allem nach Deutschland – 33 Prozent Zuwachs

Die Bundesrepublik bleibt "Zufluchtsziel" Nummer eins in der EU. Gut ein Viertel aller Asyl-Erstanträge wurden in diesem Jahr in Deutschland gestellt. Die meisten Asylsuchenden kamen aus Syrien und Afghanistan.
EU: Asylbewerber wollen vor allem nach Deutschland – 33 Prozent ZuwachsQuelle: AFP © Jens Schlüter

Deutschland wurde 2021 erneut zum Hauptzielland Asylsuchender in der EU. Das geht aus einem Bericht der EU-Statistikbehörde Eurostat hervor.

Demnach wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 355.955 Asyl-Erstanträge in der Europäischen Union gestellt, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. In Deutschland gingen dabei mehr Anträge ein als in irgendeinem anderen Land der EU: Laut dem Bericht stieg die Zahl der Asylanträge in der Bundesrepublik im Jahr 2021 um 33 Prozent auf 100.240 Fälle. Somit seien insgesamt 28 Prozent aller Asyl-Erstanträge in der EU in Deutschland gestellt worden. Im Vorjahreszeitraum waren es demgegenüber noch 24 Prozent. An zweiter Stelle kommt Frankreich mit 73.255 Asyl-Erstanträgen.

Laut den in dem Medienbericht zitierten Statistiken stellten Migranten aus Afghanistan und Syrien die größten Gruppen unter den Asylbewerbern in der EU – zusammen machten sie ein Drittel aller Antragsteller aus, gefolgt von Migranten aus Pakistan und Irak.

Die Tatsache, dass die Taliban seit August in Afghanistan die Macht innehaben, wird womöglich zu einer neuen Flüchtlingsbewegung in Richtung Europa führen. Bereits im Jahr 2020 war Afghanistan nach Syrien der Ausgangspunkt der zweitmeisten Flüchtlingsströme weltweit. Bei den Deutschen werden mittlerweile Erinnerungen an die Flüchtlingskrise 2015 wach.

Der Flüchtlingsdeal zwischen der EU und der Türkei ist schon seit langem brüchig. Da viele Menschen aus Afghanistan flüchten, nimmt der türkisch-europäische Streit in dieser Frage nun aber eine neue Dimension an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan forderte im August die europäischen Staaten auf, die Verantwortung für Flüchtlinge aus Afghanistan zu übernehmen. Er bestand darauf, dass sein Land nicht die Absicht habe, "Europas Migrantenlager" zu werden. Zuvor hatten die EU-Staaten erklärt, dass es in Europas Interesse liege, eine weitere Migrationskrise zu verhindern.

Im Jahr 2020 waren die Asylbewerberzahlen europaweit deutlich gesunken – offenbar vor allem wegen der Corona-Pandemie. Vor der Pandemie 2019 hatten noch 612.000 Menschen in der EU Asylanträge gestellt. Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR sind von Januar bis November dieses Jahres mehr als 2.500 Migranten auf dem Seeweg nach Europa gestorben. Seit 2015 haben fast eine Million Menschen, hauptsächlich Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, von der Türkei aus die griechischen Inseln und damit die EU erreicht.

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