Deutschland

Linke-Abgeordnete Dağdelen: Bundesregierung stellt Weichen für Krieg gegen Russland

Am 22. Juni jährt sich der Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion zum 80. Mal. In den folgenden vier Jahren starben 27 Millionen Sowjetbürger. Heute stehen erneut deutsche Truppen an den Grenzen Russlands, diesmal als Teil von NATO-Formationen.
Linke-Abgeordnete Dağdelen: Bundesregierung stellt Weichen für Krieg gegen RusslandQuelle: www.globallookpress.com © Frederic Kern via www.imago-images.de

Zum 80. Jahrestag des Überfalls von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion wirft die Linke-Bundestagsabgeordnete Sevim Dağdelen der Bundesregierung eine äußerst aggressive Außenpolitik gegenüber Russland vor. Die Politikerin schrieb in einem Gastbeitrag für die Zeitung nd.DerTag (vormals: Neues Deutschland): 

"Die Bundesregierung stellt die Weichen ganz offen auf die Vorbereitung eines Krieges gegen Russland."

Die deutsch-russischen Beziehungen seien an einem Tiefpunkt angelangt. "Säbelrasseln, Konfrontationsgeschrei und Kriegsgeheul prägen die deutsche Öffentlichkeit zunehmend. Jeder, der widerspricht, wird als Kreml-Marionette abgestempelt", kritisiert die Politikerin.

Dies sowie NATO-Manöver an der Westgrenze Russlands wie "Defender 21" dürften "getrost als Teil einer moralischen Mobilmachung und Kriegsvorbereitung gewertet werden", so Dağdelen weiter. 

Am 22. Juni 1941 überfiel Nazi-Deutschland die Sowjetunion. 27 Millionen Todesopfer gab es bis 1945 – so viele wie in keinem anderen Land während des Zweiten Weltkriegs.

Dağdelen schreibt in ihrem Gastbeitrag, auch angesichts des barbarischen Charakters des Vernichtungskrieges könne es nur eine Lehre geben:

"Freundschaft mit Russland und den anderen ehemaligen Sowjetrepubliken muss Maxime deutscher Politik werden."

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Jahrestag am Samstag als "Anlass für Scham" bezeichnet. In einem Video-Podcast erklärte sie:

"In Demut verneigen wir uns vor den wenigen heute noch lebenden Überlebenden dieses Angriffskriegs. Und wir sind zutiefst dankbar, dass so viele dieser Menschen uns die Hand zur Versöhnung gereicht haben. Dass sie dazu bereit waren, grenzt an ein Wunder, nach allem, was Deutsche ihnen angetan haben."

Gleichzeitig kritisierte Merkel, dass "zivilgesellschaftliches Engagement in Russland" derzeit "unmöglich gemacht" werde.

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(dpa/rt)

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