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Aldi verkauft Corona-Schnelltests – lange Warteschlangen und nach wenigen Minuten ausverkauft

Deutschland steht Schlange, um Corona-Schnelltests bei Aldi zu kaufen. In manchen Städten dauert es keine 15Minuten, bis alle ausverkauft sind. Beim Konkurrenten Lidl bricht der Online-Shop wegen des Andrangs auf die Antigen-Tests für den Privatgebrauch zusammen.
Aldi verkauft Corona-Schnelltests – lange Warteschlangen und nach wenigen Minuten ausverkauftQuelle: www.globallookpress.com © Hauke-Christian Dittrich / dpa

Der Discounter Aldi hat am Samstagmorgen mit dem Verkauf von Corona-Schnelltests begonnen. Aufgrund des großen Andrangs und der geringen Stückzahl an Testpakten pro Filiale waren diese nach Angaben des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) sowohl bei Aldi Nord als auch bei Aldi Süd vielerorts bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. Die als Aktionsware an der Kasse verkauften Pakete zum Preis von 24,99 Euro enthalten je fünf Antigen-Selbsttests. Die Abgabe war auf eine Packung pro Person begrenzt.

Aldi äußerte in einer Meldung gegenüber der dpa: "Die Artikel, die wir stationär in den Filialen vorrätig hatten, waren am Vormittag in den meisten unserer Filialen erwartungsgemäß ausverkauft." Das Interesse an den Tests habe den Discounter "in dieser Intensität doch überrascht". Aldi bat Kunden, die leer ausgegangen waren, um Verständnis. In der neuen Woche werde bereits mit den nächsten Lieferungen gerechnet.

In einem Bericht des RND werden exemplarisch einige Beispiele aus Deutschland aufgezählt. So waren etwa in Kiel nach Angaben der Kieler Nachrichten die Tests in der ganzen Stadt schon nach fünf Minuten ausverkauft: "Leider ist der Artikel Corona-Selbsttest aktuell nicht mehr erhältlich. Weitere Artikel sind bereits unterwegs", stand auf einem Plakat, das eine Filiale bereits um 8:15 Uhr aufgehängt hatte.

Ähnlich schnell ging es in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. In der Filiale in der Potsdamer Straße im Stadtteil Bornstedt gab es bereits um 7:15 Uhr keine Schnelltests mehr. Laut der Märkischen Allgemeinen Zeitung gab es nur sehr wenig Tests pro Filiale. Eine Kassiererin einer Aldi-Filiale berichtete, sie habe nicht schlecht gestaunt, als sie den Karton mit den Tests geöffnet habe, in dem sich nur elf Packungen befanden.

Auch in Leipzig war das Bild das gleiche. In der Leipziger Volkszeitung wird eine Szene aus der Aldi-Filiale Elsterstraße geschildert:

"Und dann geht alles ganz schnell: Kaum ist aufgeschlossen, bilden sich an zwei sofort besetzten Kassen, wo die Tests ausgegeben werden, Schlangen – kein Einziger geht in den Verkaufsraum, um andere Ware zu holen. Die Fünfer-Packung kostet 25 Euro, jede Person bekommt ein Exemplar. Nach nur fünf Minuten klebt eine Verkäuferin einen Ausdruck ans Schaufenster: In dieser Filiale ist nichts mehr zu holen."

In Göttingen waren bereits nach einer Minute alle Schnelltests ausverkauft, wie das Göttinger Tageblatt berichtet. In Hannover bildeten sich nach Angaben der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vor den Aldi-Märkten "ungewöhnlich lange Schlangen".

Lidl-Online-Shop bricht zusammen

Beim Konkurrenten Lidl, der die Schnelltests zunächst nur online anbot, brach zeitweise die Internetseite zusammen. "Unsere Webseite ist derzeit nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut", war über Stunden auf der Website zu lesen. Im Onlineshop wird die Fünfer-Packung an Corona-Schnelltests dort für 21,99 Euro angeboten. Das Produkt soll künftig auch in den Lidl-Filialen angeboten werden.

Der Konzern aus Neckarsulm teilte auf Anfrage der dpa mit: "Aufgrund des aktuell hohen Besucheraufkommens in unserem Onlineshop sind die Zugriffe teilweise kurzzeitig eingeschränkt." Lidl bat seine Kunden um Entschuldigung. Man arbeite deran, "den gewohnten Service schnellstmöglich und vollumfänglich wieder herzustellen".

Auch bei Rewe und Edeka soll es bald Corona-Schnelltests geben. Die Drogerie-Discounter Rossmann und dm planen den Verkaufsstart für den 9. März. Zudem sollen die Schnelltests bundesweit auch bald in Apotheken erhältlich sein.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte am 24. Februar die ersten Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Bislang gibt es sieben Sonderzulassungen. Den regulären Weg, Medizinprodukte auf den Markt zu bringen, stellt die CE-Kennzeichnung durch Zertifizierungsstellen dar. Das Bundesinstitut geht davon aus, dass Hersteller auch den regulären Weg nutzen werden.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte am 24. Februar die ersten Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Bislang gibt es sieben Sonderzulassungen. Die Zuverlässigkeit der Schnelltests wird von einigen Experten jedoch angezweifelt – etwa von Oliver Keppler, Leiter der Virologie am Max-Pettenkofer-Institut der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität: Die Ergebnisse der Schnelltests seien nicht "in jedem Fall sicher". Keppler macht deutlich:

"Wir selbst erleben derzeit zu häufig, dass Antigen-Schnelltests falsch positive oder falsch negative Ergebnisse liefern."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellte in seiner Pressekonferenz am Freitag Schnelltests vor dem Restaurantbesuch als einen normalen Teil der künftigen "neuen Normalität vor. In den sozialen Netzwerken verwiesen Nutzer darauf, dass der gelernte Bankkaufmann noch im Juni 2020 vor zu umfangreichem Testen gewarnt hatte, weil dies zu "zu vielen falsch Positiven" führen würde.

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(rt/dpa)