Europa

Mysteriöser Tod im Fünf-Sterne-Hotel: Brachte Reinigungsmittel vier Russen in Albanien um?

Der Tod einer russischen Familie gibt der albanischen Polizei Rätsel auf. Bei den Opfern handelt es sich um ein Ehepaar, die Tochter und deren Verlobten. Die Todesursache steht zwar noch nicht fest, die albanische Polizei schließt eine Vergiftung aber nicht aus.

Der mysteriöse Tod von vier Touristen hat in albanischen und russischen Medien für Aufsehen gesorgt. Die Tragödie ereignete sich am 15. Oktober. Auf dem Gelände eines Fünf-Sterne-Hotels im albanischen Adria-Ort Qerret wurden am späten Freitagabend die Leichen zweier Frauen und zweier Männer entdeckt. Sie wurden als die 31-jährige Jekaterina Burenkowa, ihr 60-jähriger Vater Sergei, ihre 58-jährige Mutter Natalja und der 37-jährige Nikita Beloussow identifiziert, offenbar Jekaterinas Verlobter. Die Gäste waren eben erst über die albanische Stadt Librazhd aus Nordmazedonien angekommen und in dem Resort an der Küste abgestiegen.           

Laut ersten Medienberichten wurde die ganze Familie etwa eine Stunde nach der Ankunft in einer Hotelsauna leblos aufgefunden. Später gab es Berichte, dass eine Hotelmitarbeiterin die Leichen an einem Swimmingpool entdeckt habe. Zwei der Leichen hätten sich auf einer Bank befunden, ein Opfer habe auf einem Liegestuhl gelegen, ein vierter lebloser Körper sei am Rande des Schwimmbeckens mit den Beinen im Wasser aufgefunden worden.

Die Todesursache war zunächst nicht klar, und einige Medien stellten Spekulationen über den Fall an. Anfangs wurde vermutet, dass die russischen Touristen in der Sauna erstickt sein könnten. Diese Version ließ man jedoch später allem Anschein nach fallen. Einige Medien schlossen eine Vergiftung durch Lebensmittel nicht aus. Da die Gäste den Hotelangaben zufolge auf das Abendessen verzichtet hätten, dürften sie vor der Ankunft – also noch in Nordmazedonien oder in Librazhd – etwas Falsches gegessen haben, so die Vermutung. Russische Medien schrieben ihrerseits unter Berufung auf Angehörige der Opfer, dass die vier Familienmitglieder weder Drogen noch Alkohol missbraucht hätten.

Angesichts der zahlreichen Gerüchte forderte die russische Botschaft in Tirana die Medien auf, keine Spekulationen über den Fall mehr zu verbreiten und stattdessen ein offizielles Gutachten der albanischen Polizei abzuwarten. Der Chef des russischen Ermittlungskomitees Alexander Bastrykin beauftragte seine Behörde, in Kontakt mit den albanischen Kollegen zu bleiben, um alle Umstände der Tragödie aufzuklären. Inzwischen leitete die albanische Generalstaatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen Mordes bzw. Todschlags ein.

Nach Angaben der Zeitung Albanian Daily News geht die Polizei momentan von einer Chlorvergiftung als Todesursache aus. Ein Mitarbeiter des Hotels soll am Morgen des verhängnisvollen Tags den Swimmingpool mit einem chlorhaltigen Mittel gereinigt haben. Die Ermittler vermuten, dass der Mann zu viel davon benutzt haben könnte. Man habe bereits Wasserproben entnommen.

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