Europa

Europäische Gasleitungsbetreiber wollen "Wasserstoffkorridor" von der Ukraine nach Deutschland bauen

Vier europäische Gas-Unternehmen wollen gemeinsam einen sogenannten "Wasserstoffkorridor" von der Ukraine nach Deutschland und in andere mitteleuropäische Länder bauen. Die technische Machbarkeitsstudie des Projektes wird erst gegen Ende 2022 erwartet.
Europäische Gasleitungsbetreiber wollen "Wasserstoffkorridor" von der Ukraine nach Deutschland bauenQuelle: Gettyimages.ru

Wie der Pressedienst des ukrainischen Gas-Unternehmens berichtet, nennt sich die Initiative "Mitteleuropäischer Wasserstoffkorridor" und soll aus zukünftigen Produktionsregionen in der Ukraine Wasserstoff über die Slowakei und Tschechien nach Deutschland und in andere EU-Länder transportieren.

Es handelt sich um ein gemeinsames Vorhaben des slowakischen Gasleitungsbetreibers eustream, des tschechischen Gasleitungsbetreibers Net4Gas, des deutschen Fernleitungsnetz-Betreibers Open Grid Europe (OGE) sowie des ukrainischen Gasleitungs-Unternehmens. 

Nach Angaben von Andreas Rau, Geschäftsführer von Net4Gas, erhalten die Projektbeteiligten bis Ende 2022 eine wissenschaftlich-technische Begründung für das Projekt, anhand welcher die voraussichtlichen Kosten und Kapazitäten errechnet werden. Errichtet werden soll der Korridor durch die teilweise Wiederverwendung der bestehenden Gasinfrastruktur in Kombination mit gezielten Investitionen in neue, spezialisierte Wasserstoffpipelines.

Das Vorhaben spiele eine wichtige Rolle für die Zukunft des europäischen Wasserstoff-Marktes, sagte OGE-Geschäftsführer Jörg Bergmann. Ihm zufolge würden die EU-Länder ohne die Nutzung von Wasserstoff und erneuerbaren Energiequellen die Klimaziele nicht erreichen können. Die Schaffung eines Mitteleuropäischen Wasserstoffkorridors sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung, der die Möglichkeit biete, bis 2030 erhebliche Mengen von Wasserstoff an industrielle Bedarfszentren zu leiten.

Laut Pawel Stantschak, dem Vize-Generaldirektor des ukrainischen Gasleitungsbetreibers, werde Wasserstoff bis 2050 eine wichtige Rolle spielen: "Wasserstoff ist eine vielversprechende Technologie, die sich in einem frühen Stadium der wirtschaftlichen Umsetzung befindet. Die Partnerschaft mit benachbarten Gasleitungsbetreibern wird einen Synergieeffekt für die Entwicklung von grünem Wasserstoff schaffen", betonte er.

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