Asien

Moskau: Japan schürt Hysterie im Streit mit Russland über Kurilen

Moskau ist der Ansicht, dass japanische Politiker zu viel Zeit mit dem andauernden Streit mit Russland über eine Inselkette im Pazifischen Ozean verbringen. Stattdessen sollten sie ihre Energie lieber in die Verbesserung der Beziehungen stecken.
Moskau: Japan schürt Hysterie im Streit mit Russland über KurilenQuelle: Gettyimages.ru © Stanislav Kogiku/SOPA Images/LightRocket

Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, äußerte sich am Dienstag im Rahmen eines Auftritts beim YouTube-Kanal Soloviev Live über Tokios Haltung zu den Kurilen, die Japan noch immer als sein Hoheitsgebiet betrachtet. Dies, obwohl die Inseln seit dem Jahr 1945 Teil Russlands sind. Sacharowa erklärte:

"Ich habe den Eindruck, dass die japanische Führung ihre gesamte Zeit, die sie für den Aufbau normaler, vollwertiger wirtschaftlicher, finanzieller und kultureller Beziehungen zu unserem Land aufwenden könnte, für dieses Thema verwendet."

Sie beschuldigte die japanische Führung, "künstliche Hysterie und Spannungen" zu schüren.

Sacharowa zufolge komme diese Aufregung nicht von ungefähr und wird von "einem bestimmten Teil des japanischen politischen Establishments" angeheizt.

Zudem wies sie darauf hin, dass Washington von dem Streit profitiere, indem es dazu beitrage, "dieses Thema in der Schwebe zu halten, weil dies die japanische Seite daran hindert, eine umfassende, für beide Seiten vorteilhafte und vielversprechende Zusammenarbeit mit Russland zu verfolgen".

Sacharowas Äußerungen erfolgten, kurz nachdem Washingtons neuer Botschafter in Tokio Rahm Emanuel Moskau beschuldigt hatte, die territoriale Integrität anderer Staaten und auch die der asiatischen Nation zu missachten. Emanuel wörtlich:

"Russlands Missachtung der Souveränität anderer Staaten ist nicht neu und beschränkt sich auch nicht auf die Nördlichen Territorien."

Die vier Inseln, die Tokio als Nördliche Territorien bezeichnet, wurden vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs von den sowjetischen Streitkräften besetzt. Moskau besteht darauf, dass die UdSSR das Land von ihren Verbündeten auf der Konferenz von Jalta als Gegenleistung für den Eintritt in den Krieg gegen Japan versprochen bekommen hatte, was später im 1951 unterzeichneten Vertrag von San Francisco festgehalten wurde.

Tokio vertritt jedoch die Auffassung, dass die vier Inseln nicht unter das Abkommen fallen. Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag zwischen den beiden Staaten. Moskau kündigte wiederholt an, einen Friedensvertrag unterzeichnen und den Territorialstreit separat lösen zu wollen, Tokio lehnt dies jedoch ab.

Die beiden Nationen versuchen seit über einem halben Jahrhundert erfolglos, eine Lösung in der Inselfrage zu finden.

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