Asien

NATO startet Training für afghanische Spezialkräfte in Türkei

Mit dem Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan spitzt sich die Sicherheitslage im Land zu. Die Taliban kontrollieren dort bereits mehrere Gebiete. Die NATO will aber die afghanischen Streitkräfte weiter unterstützen – mit einer Ausbildung in der Türkei.
NATO startet Training für afghanische Spezialkräfte in TürkeiQuelle: AFP © AFP PHOTO/AFGHANISTAN'S MINISTRY OF DEFENCE OFFICE

Die NATO hat kurz nach der Beendigung ihres Ausbildungseinsatzes in Afghanistan das erste Trainingsprogramm für afghanische Soldaten im Ausland gestartet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus Ankara wurden Angehörige der afghanischen Spezialkräfte am Mittwoch für einen Lehrgang in die Türkei geflogen. Dies soll der Auftakt für regelmäßige Ausbildungsangebote außerhalb Afghanistans sein.

Ein Sprecher des Militärbündnisses in Brüssel bestätigte der dpa den Beginn des Trainingsprogrammes, wollte sich aber aus Sicherheitsgründen nicht zum Ort oder weiteren Details äußern. In einer Erklärung hieß es:

"Neben der fortgesetzten Finanzierung und diplomatischen Präsenz umfasst die weitere Unterstützung Afghanistans durch die NATO auch die Ausbildung afghanischer Spezialkräfte außerhalb des Landes."

Grundlage der fortgesetzten NATO-Unterstützung für die afghanischen Truppen ist eine Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Staats- und Regierungschefs der anderen 29 Bündnisstaaten. Sie hatten dem Land bei einem Gipfeltreffen im Juni zugesichert, auch nach der Beendigung des Militäreinsatzes Hilfe zu leisten. In der Abschlusserklärung hieß es damals:

"Wir bekräftigen unsere Entschlossenheit, weiterhin an der Seite Afghanistans, seiner Bevölkerung und seiner Institutionen zu stehen, um die Sicherheit zu fördern und die hart errungenen Fortschritte der letzten zwanzig Jahre zu wahren."

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte diese Linie auch am Dienstag noch einmal nach einem Gespräch mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani betont. Die Sicherheitslage in Afghanistan bleibe eine große Herausforderung, teilte er mit.

Das Ende des NATO-Militäreinsatzes in Afghanistan war im April beschlossen worden, nachdem sich die USA als größter Truppensteller gegen einen weiteren Verbleib in dem Land entschieden hatten. Danach spitzte sich die Sicherheitslage im Land deutlich zu. Die islamistischen Taliban begannen eine Offensive und nahmen zahlreiche Bezirke unter eigene Kontrolle.

Der NATO-Einsatz am Hindukusch hatte nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf Wunsch der USA begonnen, um dem vermeintlich von Afghanistan ausgehenden Terrorismus ein Ende zu bereiten. Von August 2003 bis Dezember 2014 führte das Bündnis die Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe (Isaf) in dem asiatischen Land. Diese bestand in Spitzenzeiten aus mehr als 130.000 Soldaten und war oft auch in Kämpfe der afghanischen Regierungstruppen gegen die Taliban einbezogen. Im Jahr 2015 folgte dann der Einsatz "Resolute Support" für die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der nationalen Sicherheitskräfte. Deutschland gehörte bis zuletzt zu den wichtigsten Truppenstellern. Die letzten deutschen Soldaten kehrten infolge der Abzugsentscheidung am 30. Juni in die Heimat zurück.

Mehr zum Thema - "Verräter" in Gefahr: Taliban verfolgen afghanische Ortskräfte

(rt/dpa)

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team