Asien

Japan protestiert nach Chinas Karikatur über Fukushima-Abwasser

Japan ist über eine Karikatur empört, die der chinesische Außenamtssprecher Zhao Lijian auf Twitter veröffentlicht hat. Tokio ist der Ansicht, dass der nachbearbeitete Farbholzschnitt "Die große Welle vor Kanagawa" von Katsushika Hokusai die japanische Kultur beleidigt.
Japan protestiert nach Chinas Karikatur über Fukushima-AbwasserQuelle: Gettyimages.ru © Heritage Art/Heritage Images via Getty Images

Das japanische Außenministerium protestiert gegen eine Karikatur über die Pläne der Regierung in Tokio, radioaktives Wasser aus dem havarierten AKW Fukushima zu filtern und dann in den Ozean einzuleiten. Tokio fordert Peking auf, das vom chinesischen Außenamtssprecher Zhao Lijian auf Twitter veröffentlichte Bild zu löschen. Der fragliche Tweet des chinesischen Diplomaten zeigt eine satirische Nachbearbeitung des weltberühmten Farbholzschnittes "Die große Welle vor Kanagawa" des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai.

Statt des Berges Fuji ist auf dem Bild ein AKW-Schlot zu sehen. Auf den Booten sind neben den Fischern mehrere Fässer mit Sondermüll und Menschen in Schutzanzügen zu sehen, die eine radioaktive Flüssigkeit ins Wasser schütten. Der Begleittext lautet:

"Ein Illustrator aus China hat das berühmte japanische Bild 'Die große Welle vor Kanagawa' nachgestellt. Wenn Katsushika Hokusai, der Autor des Originals, heute noch leben würde, wäre er sehr besorgt über radioaktives Wasser aus Japan."

Das japanische Außenministerium ist der Meinung, dass die satirische Darstellung des weltberühmten Farbholzschnitts die einheimische Kultur beleidige. Tokio fordert von Peking, den Tweet mit dem Bild umgehend zu löschen. Bislang aber ohne Erfolg.

Am 13. April 2021 hatte die Regierung in Tokio trotz aller Bedenken und Proteste ihre Pläne bekannt gegeben, mehr als 1,2 Millionen Tonnen Kühlwasser aus dem havarierten AKW Fukushima nach einer Bearbeitung in den Ozean fließen zu lassen. China und Südkorea empörten sich über dieses Vorhaben. Auch Russland zeigte sich besorgt und bedauerte, dass die japanische Regierung den geplanten Umgang mit dem kontaminierten Wasser ohne Vorabkonsultationen mit den Nachbarländern getroffen hatte. In diesem Zusammenhang forderte Moskau von Tokio volle Transparenz und mehr Informationen über die Pläne, die eine radioaktive Gefahr darstellen könnten. Das US-Außenministerium teilte hingegen mit, die Regierung in Tokio habe die Entscheidung transparent getroffen und scheine einen Ansatz gewählt zu haben, der den weltweit anerkannten Standards für nukleare Sicherheit entspreche.

Der Fukushima-GAU hatte sich am 11. März 2011 nach einem Erdbeben der Stärke 9,1 mit einem darauffolgenden 40 Meter hohen Tsunami ereignet. Die Naturgewalt führte damals zu Ausfällen an Sicherheitssystemen und Schäden am Atommeiler Fukushima Daiichi. Hierbei wurde massiv Radioaktivität freigesetzt. Aus den betroffenen Gebieten in der Präfektur Fukushima wurden rund 300.000 Menschen evakuiert. Nach einer Dekontaminierung durften einige von ihnen zurückkehren.

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