Asien

Russische Umweltschützer besorgt über Japans Pläne, Wasser aus AKW Fukushima ins Meer abzulassen

Japan will mehr als 1,2 Millionen Tonnen radioaktives Kühlwasser, das sich seit der Atomkatastrophe in Fukushima vor gut zehn Jahren angesammelt hat, filtern und dann ins Meer leiten. Nachbarländer zeigen sich besorgt. Auch russische Umweltschützer schlagen Alarm.
Russische Umweltschützer besorgt über Japans Pläne, Wasser aus AKW Fukushima ins Meer abzulassenQuelle: AFP © KAZUHIRO NOGI

Russische Umweltschützer sind wegen der Pläne der japanischen Regierung besorgt, mehr als eine Million Tonnen radioaktives Wasser aus dem havarierten AKW Fukushima nach einer Behandlung ins Meer fließen zu lassen. Der Seniorberater des Meeresprogramms der Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) Konstantin Sgurowski findet nichts Gutes daran, dass Japan das Wasser aus dem havarierten Atomkraftwerk selbst nach dem Herausfiltern von Radionukliden ins Meer spülen wird. Er erklärte:

"Japan hat vor, das Wasser zu verdünnen, bis die Konzentration des radioaktiven Tritiums niedrig ist. Es ist aber unklar, wie viel Zeit dies in Anspruch nehmen wird."

Der WWF-Berater nimmt aber an, dass Japan wohl keinen anderen Ausweg haben wird, weil die Tanks auf dem AKW-Gelände allmählich volllaufen, sodass es bald keinen Platz mehr für das Wasser geben wird, mit dem die Reaktoren gekühlt werden. Sgurowski meint, dass die Nachbarländer Japans mit Recht besorgt sind, weil sich radioaktive Partikeln mit Meeresströmen ausbreiten können.

"Wir haben eigentlich Glück, dass die Ströme nicht in Richtung Russland, sondern in den Stillen Ozean fließen. Bereits nach der Atomkatastrophe wurden erhöhte Radioaktivwerte in den Gewässern vor Kalifornien gemessen."

Iwan Blokow, Programmdirektor der russischen Zweigstelle der Umweltschutzorganisation Greenpeace, bezeichnet Situationen, wenn radioaktive Abfälle in die Umwelt freigesetzt werden, als unmoralisch. Das Wasser aus dem AKW Fukushima könne nicht vollständig von Radionukliden befreit werden.

"Für die Umwelt wird dies sehr schlimm sein."

Auch die russischen Behörden bedauern, dass die japanische Regierung diese Entscheidung ohne Vorabkonsultationen mit den Nachbarländern getroffen hat. In diesem Zusammenhang fordert Moskau von Tokio volle Transparenz und mehr Informationen über das Vorhaben, das eine radioaktive Gefahr darstellen könnte. Am Dienstag hat die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erklärt:

"Offizielle Informationen aus Japan in Bezug auf diese Frage sind unzureichend. So enthalten sie keine Risikobewertung für die Ökologie der Pazifikregion."

Das russische Außenministerium gehe davon aus, dass Japan sein Bestes tun werde, um mögliche negative Folgen für das Meer zu minimieren und Experten aus Russland erlauben werde, die Situation an den Orten, an denen das gefilterte Wasser ins Meer abgelassen werden soll, zu kontrollieren.

Zuvor hatten sich bereits China und Südkorea über die Pläne Japans empört. Auch der Umweltausschuss des Deutschen Bundestages reagierte darauf mit Entsetzen. Das US-Außenministerium teilte hingegen mit, die Regierung in Tokio habe die Entscheidung transparent getroffen und scheine einen Ansatz gewählt zu haben, der den weltweit anerkannten Standards für nukleare Sicherheit entspreche.

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