Wirtschaft

Inflation zieht im Februar an: Energie teurer

Die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe steigen im Februar wieder stärker. Dieser Anstieg schlägt sich auf die allgemeine Inflationsrate aus. Ob die Inflation weiter anhält, ist ungewiss. Eine gegenläufige Tendenz ist die schwache Konjunktur.
Inflation zieht im Februar an: Energie teurer Quelle: www.globallookpress.com © ZB/Jens Büttner

Gestiegene Energiepreise haben die Inflation in Deutschland im Februar angetrieben. Die Verbraucherpreise lagen um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden anhand vorläufiger Daten mitteilte. Im Januar hatte die Teuerungsrate noch 1,4 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent.

Energie verteuerte sich im Februar binnen Jahresfrist überdurchschnittlich stark um 2,9 Prozent. Zum Jahresanfang hatte sich der Preisanstieg bei Kraftstoffen und Haushaltsenergie nach starken Zuwächsen im November und Dezember zunächst verlangsamt.

Wie sich die Inflation in den kommenden Monaten entwickeln wird, ist derzeit schwer abzusehen. Nach Einschätzung von KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner hat der Abwärtstrend im Februar nur einen "Zwischenstopp" eingelegt. Schon im März dürfte die Jahresteuerung weiter Richtung 1 Prozent fallen. Zum Teil liege das an den Energiepreisen, zum Teil an der schwächeren Konjunktur.

Zudem liegt Ostern in diesem Jahr erst im April. In den Ferien steigen in der Regel die Preise für Pauschalreisen. Fallende Inflationsraten freuten die Verbraucher, brächten aber "die Europäische Zentralbank ins Grübeln", argumentierte Zeuner.

Commerzbank-Analyst Ralph Solveen verweist dagegen auf gestiegene Löhne. "Es würde nicht verwundern, wenn die Unternehmen versuchen, diese höheren Kosten verstärkt an ihre Kunden weiterzugeben, was für eine Fortsetzung des jüngsten Anstiegs spräche".

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den Euroraum mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.

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Dauerhaft niedrige oder in großem Stil sinkende Preise könnten gängigen ökonomischen Theorien zufolge Unternehmen und Verbraucher dazu verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft. Die schwache Teuerung ist ein Hauptgrund für die seit Jahren extrem lockere Geldpolitik im Währungsraum.

Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Preisindex HVPI für Deutschland, den die EZB für ihre Geldpolitik heranzieht, legte im Februar im Jahresvergleich den ersten Daten zufolge um 1,7 Prozent zu.

(dpa/rt deutsch)

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