Russland

Könnte Russland schaden: Vorsitzender des russischen Menschenrechtsrates rät von YouTube-Sperre ab

Waleri Fadejew, der Vorsitzende des russischen Menschenrechtsrates, hat erklärt, er würde YouTube zwar gerne blockieren, der Schritt könnte Russland aber gleichzeitig schaden. In diesem Fall könnten "notwendige wahre Informationen" nicht mehr verbreitet werden.
Könnte Russland schaden: Vorsitzender des russischen Menschenrechtsrates rät von YouTube-Sperre abQuelle: Gettyimages.ru © SOPA Images

"Einerseits ist YouTube natürlich ein Instrument, um Fake News über den Einsatz in der Ukraine zu verbreiten. Wird YouTube aber blockiert, verlieren wir ein Tool zur Verbreitung von Informationen, die wir für notwendig und wahrhaft halten. Und das ist keine einfache Sache", sagte Fadejew zur Agentur RIA Nowosti. Er habe keine eindeutige Antwort, was in diesem Fall die richtige Vorgehensweise wäre.  

In den vergangenen Wochen hatte das Videoportal die Monetarisierung staatlicher russischer Medien eingeschränkt und damit verbundene Kanäle außerhalb Russlands blockiert. Der Dienst entfernt zudem Videos über den Konflikt in der Ukraine, die gegen seine Richtlinien verstoßen.

Unter anderem hatte YouTube Anfang April den Kanal des russischen Parlamentes gesperrt. Der US-Konzern Google, zu dem YouTube gehört, erklärte die Maßnahme mit Sanktionen und sich daraus ergebenden Handelsbestimmungen. Die USA hatten zuvor die gesamte russische Staatsduma auf ihre Sanktionsliste gesetzt. Das russische Parlament kritisierte den Schritt und deutete eine möglicherweise baldige Sperrung von YouTube in Russland an. Auch die offizielle Vertreterin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa sagte, das Portal habe damit "sein eigenes Urteil unterzeichnet". Sie empfahl allen Nutzern, ihre Inhalte auf russische Video-Plattformen zu übertragen.

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