Russland

Russland: Immer mehr Nachrichtenportale nicht erreichbar – darunter auch Deutsche Welle und BBC

Die Webseiten der Deutschen Welle und der BBC sowie der sozialen Netzwerke Facebook und Twitter lassen sich bei einigen russischen Nutzern nicht mehr öffnen. Von der Sperrung betroffen sind auch Radio Liberty und Medusa.
Russland: Immer mehr Nachrichtenportale nicht erreichbar – darunter auch Deutsche Welle und BBCQuelle: Gettyimages.ru © Dmitry Ageev

In der Nacht auf Freitag haben die russischen Behörden begonnen, mehrere Nachrichtenportale in Russland zu sperren. Betroffen von der Maßnahme sind die Deutsche Welle, BBC und Radio Liberty. Darüber hinaus berichten Leser in mehreren Regionen Russlands über Probleme beim Zugriff auf die Webseite des in Lettland ansässigen Portals Medusa.

Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor veröffentlichte in ihrem Register entsprechende Einträge über die Sperrung. Die Behörde stellt klar, dass es sich nicht um eine vollständige Sperrung handelt, der Zugriff werde auf bestimmte Domainseiten oder einzelne Inhalte beschränkt. Grund für die Sperrung seien Aufrufe zu Ausschreitungen, Extremismus und Teilnahme an illegalen Protesten.

Zuvor wurden auf Anweisung der Staatsanwaltschaft die Webseiten des Fernsehsenders Doschd und des Radiosenders Echo Moskwy gesperrt, angeblich wegen Verbreitung falscher Informationen über die Handlungen russischer Streitkräfte in der Ukraine. Echo wurde kurz darauf komplett eingestellt. Doschd beschloss, seine Arbeit vorläufig einzustellen.

Gleichzeitig kündigte die BBC an, zwei Kurzwellen-Frequenzen zu reaktivieren. Das Radio-Programm werde für vier Stunden täglich in der Ukraine verfügbar sein, teilte die Rundfunkanstalt am Mittwochabend mit. Gleichzeitig registrierte die BBC einen erheblichen Anstieg der Zugriffszahlen auf ihre russischsprachige Webseite auf 10,7 Millionen Menschen innerhalb einer Woche – im Vergleich zu 3,1 Millionen Menschen im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Besucher auf der ukrainischsprachigen Webseite habe sich im Vergleich zum vergangenen Jahr verdoppelt.

Am Freitagmorgen gab es auch Berichte, wonach sich App Store und Google Play in Russland nicht mehr öffnen lassen. Laut Reuters kündigte Google außerdem die Aussetzung des Verkaufs von Online-Werbung in Russland an. "Aufgrund außergewöhnlicher Umstände setzen wir die Google-Werbung in Russland aus. Die Situation entwickelt sich rasant und wir werden Sie weiterhin auf dem Laufenden halten", hieß es in einer Erklärung.

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