Russland

Russische Raumfahrtbehörde Roskosmos schickt erstmals seit zwölf Jahren Weltraumtouristen zur ISS

Am Mittwoch sind zwei japanische Weltraumtouristen mit einer russischen Sojus-Rakete zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Der Milliardär Yusaku Maezawa und sein Assistent Yozo Hirano sind die ersten Privatmenschen, die Russland nach einer zwölfjährigen Pause wieder zum Außenposten der Menschheit fliegt.
Russische Raumfahrtbehörde Roskosmos schickt erstmals seit zwölf Jahren Weltraumtouristen zur ISSQuelle: Reuters © Shamil Zhumatov

Ein russisches Raumschiff vom Typ Sojus MS-20 mit den Japanern Yusaku Maezawa und Yozo Hirano an Bord hob am Mittwochmorgen Ortszeit vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan in Richtung der ISS ab. Auf ihrer Reise ins Weltall werden die beiden Weltraumtouristen vom Kosmonauten der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Alexander Missurkin, der zugleich der erste Korrespondent im Weltraum wird, begleitet. Der Start wurde auf den Social-Media-Kanälen der Behörde live übertragen.

Nach der Ankunft an der ISS soll die Besatzung der Raummission im Laufe ihres zwölftägigen Aufenthalts auf der Station nicht nur den Außenposten der Menschheit besichtigen, sondern auch eine Reihe von Tests und wissenschaftlichen Forschungen durchführen. Die japanischen Weltraumtouristen werden an einer russischen Forschungsinitiative teilnehmen, bei der die Auswirkungen der Raumfahrt und der Mikrogravitationsbedingungen auf den Blutkreislauf untersucht werden sollen, teilte Roskosmos mit. Die Ergebnisse der Tests sollen nützliche Daten für die Entwicklung von weltraumspezifischen Medikamenten und Behandlungen liefern.

Hirano wird auch an Forschungsarbeiten des US-amerikanischen Baylor College of Medicine, das während seines Aufenthalts auf der Raumstation Gesundheits- und Leistungstests durchführt, teilnehmen. Nach Angaben des Colleges sollen sie Aufschluss über die Erfahrungen eines nicht professionellen Astronauten im Weltraum geben.

Maezawa, der rund drei Monate lang für die jüngste Mission trainiert hat, hofft außerdem, künftig an einer weitaus ehrgeizigeren Reise um den Mond an Bord eines SpaceX-Raumschiffs teilnehmen zu können. Der 2018 erstmals angekündigte Raumflug mit dem Namen "Dear Moon" soll bereits im Jahr 2023 starten und insgesamt zehn bis zwölf Personen um den Satelliten befördern. Zuvor hatte Maezawa in einem weltweit verbreiteten Aufruf Begleiter dafür gesucht.

Seit dem Start des Weltraumtourismusprogramms von Roskosmos im Jahr 2001 haben vor Maezawa und Hirano insgesamt sieben Weltraumtouristen die ISS besucht, zuletzt im Jahr 2009. Ein Grund für die lange Pause ist, dass die russischen Sojus-Raketen viele Jahre lang Astronauten der US-Raumfahrtbehörde NASA zur ISS mitgenommen haben. Hinzu kommen die immensen Kosten für solche Reisen, die sich laut Einschätzungen auf Dutzende Millionen US-Dollar belaufen.

Im Oktober hatte ein russisches Filmteam mit ihrem Flug zur ISS für den weltweit ersten Spielfilm-Dreh im Weltall für viel Aufmerksamkeit gesorgt.

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