Russland

Nawalny verfasst Beitrag für drei Zeitungen über globalen Kampf gegen Korruption

Zum Jahrestag des vermeintlichen Giftanschlags auf den russischen Blogger Alexei Nawalny ist sein Gastbeitrag in drei internationalen Zeitungen erschienen. Er ruft westliche Staatschefs dazu auf, Sanktionen gegen große russische Unternehmer einzuführen.
Nawalny verfasst Beitrag für drei Zeitungen über globalen Kampf gegen KorruptionQuelle: Sputnik © Jewgeni Odinokow

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der britische Guardian und die französische Le Monde haben zum Jahrestag des vermeintlichen Giftanschlags auf den russischen Politblogger Alexei Nawalny, der aktuell eine Freiheitsstrafe in einem russischen Gefängnis abbüßt, seinen Gastbeitrag über die Notwendigkeit eines weltweiten Kampfes gegen Korruption veröffentlicht.

In seinem Artikel nennt Nawalny Korruption ein globales Problem und macht sie unter anderem für den Sturz der afghanischen Regierung und die Eskalation der Situation in Afghanistan verantwortlich. Ihm zufolge müssten die Korruptionsprobleme auf internationalen Treffen und Gipfeln diskutiert werden. Nach Ansicht des Oppositionspolitikers ist die Korruption auch daran schuld, dass der angebliche Anschlag der russischen Behörden auf ihn nicht erfolgreich gewesen sei.

Nawalny zählt schließlich Punkte für einen globalen Kampf gegen die Korruption auf und ruft westliche Staatschefs unter anderem dazu auf, eine Liste der Staaten zu erstellen, die Korruption fördern, um Maßnahmen gegen ganze Ländergruppen zu ergreifen. Außerdem fordert der Kremlkritiker westliche Staaten auf, Sanktionen gegen russische Oligarchen zu verhängen.

Darüber hinaus bezichtigte der Blogger den "ehemaligen deutschen Kanzler", den "ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten" und die "ehemalige österreichische Außenministerin" der Unterstützung des "russischen Diktators" bei korrupten Aktivitäten. Nawalny zufolge ist der politische Wille in Bezug auf die Lösung des globalen Korruptionsproblems eine Mangelware, während die öffentliche Meinung und die Stimmung der Wähler etwas bewegen könnten.

Die russische Justiz hatte vor zwei Wochen eine weitere Anklage gegen Nawalny erhoben. Der Politblogger hat laut einer Erklärung des russischen Ermittlungskomitees eine Organisation gegründet, die in die Rechte der Bürger eingreift. Die von Nawalny gegründete Anti-Korruptions-Stiftung FBK war von einem Gericht in Moskau als extremistisch eingestuft worden. Die Tätigkeit der Organisation wurde damit in Russland verboten. Unterstützer des Oppositionellen kritisieren das Verfahren als politisch motiviert.

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