Russland

Unternehmer Siegfried Wolf in St. Petersburg: "Geht es der Wirtschaft gut, geht es uns allen gut"

Der österreichische Unternehmer und Manager Siegfried Wolf gehört zu den ausländischen Schwergewichten in der russischen Wirtschaft und Industrie. Er ist unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender bei der Sberbank und bei GAZ. RT DE sprach mit ihm in Sankt Petersburg.

Der österreichische Unternehmer und Manager Siegfried Wolf gehört zu den ausländischen Schwergewichten in der russischen Wirtschaft und Industrie. Er ist unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender bei der Sberbank und bei GAZ. Zwischen Russland und dem Westen "hakte" es zuletzt etwas. Die Frage, inwieweit sich das auf die Wirtschaft übertrage, beantwortete Wolf auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg gegenüber RT DE so:

"Man weiß es zu trennen, aber man kann es nicht genau auseinanderhalten. Ich denke, wenn wir jetzt in der nächsten Zeit wirklich wieder fundamental unsere Arbeit machen können, (…) könnte man schon ein bisschen mehr zusammenbringen."

Seinen russischen Unternehmerkollegen und russischen Politikern rät er:

"Vor allen Dingen: Wieder mit offenen Armen und mit guten Argumenten auf die westliche Welt, auf unseren Exportmarkt schlechthin, zuzugehen, vertrauensbildende Maßnahmen zu setzen, Verlässlichkeit zeigen – auch wenn es im politischen Umfeld ein bisschen schwieriger ist mit Sanktionen und Gegensanktionen, was ich überhaupt nicht gutheiße. (…) In letzter Konsequenz muss jedem klar sein: Geht es der Wirtschaft gut, geht es uns allen gut. Und dahingehend hoffe ich, dass Entspannung einkehrt."

Global betrachtet würden wir ansonsten zwar in einer Welt leben, "aber je mehr ich mich mit dieser Sache auseinandersetze und mir die internationale Wirtschaft anschaue, umso eher komme ich zu dem Schluss, dass ein jeder nur auf sein eigenes Land, auf seinen eigenen kleinen Markt schaut". Hier gebe es viel zu tun. Wolf führt aus:

"Und gerade, wenn ich mir die amerikanischen harten Linien des Herrn Trump anschaue, wo jeder gesagt hat: 'Der muss weg, dann wird es leichter', das [den globalen Denkansatz] kann ich im Moment in keinen der Aktionen erkennen."

Wichtig sei jedoch, "dass Amerika wieder sehr klar eine Basis mit der Europäischen Union bekommt". Doch müsse Europa auch "sehr klar schauen, in welche Richtung wir unsere Partnerschaften aussuchen" und "unsere klare Eigenständigkeit in der EU" hervorheben.

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