Wirtschaft

Internationales Wirtschaftsforum in St. Petersburg: Top-Manager beeindruckt von Finanzplatz Moskau

Im Gespräch mit Thomas Fasbender erklärt Manager Dr. Jochen Biedermann, Geschäftsführer des World Alliance of the International Financial Centers, die Bedeutung Moskaus für die internationalen Märkte, den Aufbau unabhängiger Zahlungssysteme ohne Swift und die neue chinesische Kryptowährung.

Es ist das 24. Jahrestreffen, bei dem sich mehrere Hundert Manager vom 2. bis 5. Juni mit Akteuren aus der Wirtschaft verschiedener Länder auf Einladung der russischen Regierung und der Roscongress Foundation treffen. Hier treffen bedeutende Politiker und Ökonomen auf Vorstandsvorsitzende großer bis mittelständischer internationaler und nationaler Unternehmen aus 120 Ländern. Einer von ihnen ist Dr. Jochen Biedermann, Geschäftsführer des World Alliance of the International Financial Centers mit Sitz in Brüssel. Er erklärt RT DE-Reporter Thomas Fasbender die Bedeutung und den Werdegang des Finanzplatzes Moskau: 

"Vor zwanzig Jahren gab es zwei Börsen, zu viele Banken. Wir haben jetzt Start-ups im Finanzbereich, die sehr erfolgreich sind. Auf der anderen Seite ist der Finanzplatz Moskau gerade dabei, sich international zu vermarkten. Bei uns ist die Arbeitsgruppe von Alexander Woloschin auch Mitglied. Er hat vor etwa 15 Jahren vom Präsidenten den Auftrag bekommen, Moskau zum Finanzplatz zu entwickeln, woraus sich eine föderale Arbeitsgruppe entwickelt hat. Wir organisieren die Zusammenarbeit von Finanzplätzen weltweit. Historisch gab es viele bilaterale Abkommen. Das waren sogenannte memorandum of understanding, mehr als 30 Absichtserklärungen. Jetzt gibt es auf internationaler Ebene Erfahrungsaustausch. Wir reden über Klimafinanzierung, den Wiederaufbau unserer Volkswirtschaften nach der Pandemie. Wir reden auch über Mittelstandsfinanzierung auf verschiedenen Plattformen. Moskau ist da enorm gewachsen."

Zu den Bestrebungen, aus dem vom Westen dominierten Handel durch das Swift-System auszusteigen, sagt Fasbender: 

"Sehen Sie mal nach China. Die wollen jetzt mit einer Digitalwährung rauskommen, mit dem digitalen Yuan. Dann habe ich eine Token-basierte Währung, die sich bilateral übertragen lässt. Dann brauche ich kein Swift-System. Es gibt ähnliche Überlegungen in Russland. Das war das Thema mit den Kreditkartensystemen, wo man versuchte, unabhängiger zu werden."

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