Russland

Russischer Ex-Präsident Medwedew: Prag ist Geisel der US-Politik gegenüber Russland

Im diplomatischen Streit um die Vorwürfe Tschechiens, Russland sei für zwei Explosionen im tschechischen Dorf Vrbětice im Jahr 2014 verantwortlich, erklärte der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew, Prag sei eine Geisel der US-Politik gegenüber Moskau.
Russischer Ex-Präsident Medwedew: Prag ist Geisel der US-Politik gegenüber RusslandQuelle: www.globallookpress.com © Dmitry Medvedev/via Globallookpress.com

Auf Fragen von Nutzern in den sozialen Netzwerken hat der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates und ehemalige Präsident Russlands Dmitri Medwedew am Mittwoch erklärt, Tschechien sei eine Geisel der US-Außenpolitik gegenüber Russland und schwimme in dieser Hinsicht sogar vor der Welle. Danach verwies Medwedew darauf, dass alle diplomatischen Kriege in eine Sackgasse führten.

Zudem erinnerte der Politiker daran, dass auf die Ausweisung von Diplomaten jederzeit Spiegelmaßnahmen, unter Umständen auch asymmetrische, folgen würden. Den Vorwand für die Ausweisung russischer Diplomaten seitens der Tschechischen Republik nannte Medwedew "völlig erfunden". Er hob hervor, Prag müsse zuerst Beweise für eine russische Beteiligung vorlegen. Dem russischen Ex-Präsidenten zufolge wird sich der diplomatische Streit zwischen Tschechien und Russland negativ auf die Menschen und die bilateralen Beziehungen auswirken. Medwedew wörtlich:

"Wenn sie glauben, dass sie uns auf diese Weise bestraft haben, dann nein, haben sie nicht. Aber unsere Kommunikation wird kompliziert. Die Verantwortung hierfür lastet ganz auf ihren Schultern. Und es gibt keinen normalen Ausweg aus dieser Abwärtsspirale."

Am 17. April hatte die Tschechische Republik mehrere Mitarbeiter der russischen Botschaft wegen der Explosionen im Munitionslager in Vrbětice im Jahr 2014 des Landes verwiesen. Die tschechische Regierung behauptet, russische Geheimdienste seien in den Vorfall verwickelt gewesen. Das russische Außenministerium wies den grundlosen Vorwurf zurück und kündigte die Ausweisung von 20 tschechischen Diplomaten als Gegenmaßnahme an. Der tschechische Präsident Miloš Zeman erklärte am 25. April, es gebe bisher keinerlei Beweise für eine russische Beteiligung an den Explosionen.

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