Österreich

Österreich: Wien ermöglicht Impfungen für Kinder unter 12 Jahren – trotz fehlender EMA-Zulassung

Die österreichische Hauptstadt verschärft deutlich die Corona-Maßnahmen. Die sogenannte 2G-Regel gilt in Wien künftig fast flächendeckend. Auch beim Thema Impfung will die Stadt – trotz fehlender EMA-Zulassung – jene auch für Kinder unter 12 Jahren ermöglichen.
Österreich: Wien ermöglicht Impfungen für Kinder unter 12 Jahren – trotz fehlender EMA-ZulassungQuelle: www.globallookpress.com © Martin Juen via www.imago-images.de

Die Situation derzeit sei österreichweit sehr ernst, erklärte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in der österreichischen Hauptstadt. Er kündigte ab kommender Woche deutlich schärfere Corona-Regeln in Wien an. In fast allen öffentlichen Bereichen wird auf die sogenannte 2G-Regel gesetzt. Zugang zu Restaurants, Cafés oder Friseuren wird lediglich den gegen das Coronavirus geimpften Personen oder jenen, die vom Virus genesen sind, gestattet. Die gleiche Regel gilt auch bei Zusammenkünften ab 25 Personen. Laut Ludwig zieht die Stadt Wien die Stufe 4 im fünfstufigen Plan der Bundesregierung vor.

Die Maßnahmen würden streng kontrolliert, so der Bürgermeister. Es gehe um den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung, betonte er. Grund für die Verschärfung der Maßnahmen sei der zuletzt rasante Anstieg an neuen Corona-Fällen. Nach Angaben Ludwigs könnte laut einer Prognose die Bettenbelegung auf den Intensivstationen österreichweit so hoch werden wie noch nie. Es gehe darum, "Menschen vor schweren Erkrankungen zu bewahren, und manchmal gar vor dem Tod".

Bei der Pressekonferenz kündigte Ludwig zudem an, dass die Stadt jenen Eltern, die das wollen, möglich machen werde, ihre Kinder zwischen 5 und 12 Jahren impfen zu lassen. So soll dies in Wien im Rahmen einer sogenannten "Impfstraße" als ein "ergänzendes Angebot" organisiert werden. Zudem gebe es in der österreichischen Hauptstadt bereits mehrere Arztpraxen, die trotz einer fehlenden Zulassung seitens der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) die Kinder im Alter unter 12 Jahren gegen das Coronavirus impfen. Laut Ludwig nehmen diese niedergelassenen Ärzte "ein sehr starkes Interesse vonseiten der Eltern" wahr.

Der österreichische öffentlich-rechtliche Rundfunk ORF berichtete gestern, dass in Wien bereits 945 Kinder in dieser Altersgruppe ein Corona-Vakzin verabreicht bekommen hätten. Laut ORF gebe es derzeit in der österreichischen Metropole "maximal fünf Ordinationen", die Kinder unter 12 Jahren gegen das Coronavirus impfen würden. Verabreicht werde der Impfstoff von BioNTech/Pfizer.

In einigen der genannten Arztpraxen würden lediglich 5- bis 12-Jährige mit Vorerkrankungen geimpft, in anderen wiederum würden auch jene, die nicht ein sehr hohes Risiko hätten, schwer zu erkranken. Laut ORF sei dieses Vorgehen nur bei Ärzten möglich, die bereit seien, die Verantwortung zu übernehmen. Der Wiener Bürgermeister kündigte zudem am Donnerstag an, dass man eine Informationskampagne "für den dritten Stich" wolle. Damit waren die Auffrischimpfungen gegen das SARS-CoV-2-Virus gemeint. Ludwig erklärte: 

"Wir sehen, dass erst mir dem dritten Stich ein möglichst umfassender Schutz gewährleistet werden kann."

Nur mit einer dritten Corona-Impfung könne man weitgehend davon ausgehen, dass ein sehr zuverlässiger Schutz gegeben sei. Dies sei insbesondere bei jenen notwendig, bei denen die zweite Dosis schon vor längerer Zeit verabreicht worden war. 

Bereits seit dem 1. November gilt in Österreich die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz, ab dem 15. November folgt daraus die 2,5G-Regel. Ein Corona-Schnelltest gilt dann nicht mehr als Nachweis, sondern ein PCR-Labortest wird Pflicht. Nach Angaben vom Donnerstag wurden in der Alpenrepublik 8.594 neue Corona-Fälle verzeichnet. Auch die Lage in den Krankenhäusern verschärft sich nach Angaben der Behörden zunehmend. Die Zahl der COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen stieg innerhalb einer Woche um rund 30 Prozent auf 352.

Mehr zum Thema - US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt einstimmig Pfizer-Impfstoff für Kinder von 5 bis 11 Jahren

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