Nordamerika

Atom-U-Boot-Geheimnisse in Sandwich versteckt: US-Ingenieur wegen Spionage festgenommen

Ein Nuklearingenieur der US-Navy und seine Frau wurden verhaftet und wegen Spionage in den Vereinigten Staaten angeklagt, nachdem das US-Justizministerium die beiden bei dem Versuch erwischt hatte, US-Geheimnisse über eine atomare U-Boot-Technologie an eine ausländische Macht zu verkaufen. Die SD-Karte mit den Daten versteckte der Ingenieur in einem Erdnussbuttersandwich.
Atom-U-Boot-Geheimnisse in Sandwich versteckt: US-Ingenieur wegen Spionage festgenommenQuelle: Gettyimages.ru © NurPhoto / Kontributor

Ein Nuklearingenieur aus dem US-Bundesstaat Maryland und seine Frau wurden verhaftet und wegen Spionage angeklagt, weil sie versucht haben, geheime Informationen über US-Atom-U-Boote an eine ausländische Macht zu verkaufen. Ihr Plan wurde durch eine verdeckte Operation des FBI vereitelt.

Jonathan und Diana Toebbe aus Annapolis wurden am Samstag in Jefferson County, West Virginia, vom FBI und dem Marinekriminaldienst (Naval Criminal Investigative Service) verhaftet, wie das Justizministerium in einer Pressemitteilung mitteilte. Den beiden wird vorgeworfen, ein Jahr lang "eingeschränkte Daten über die Konstruktion von Kriegsschiffen mit Atomantrieb" an eine Person verkauft zu haben, von der sie annahmen, dass sie der Vertreter einer ausländischen Macht sei. Diese Person war in Wirklichkeit ein verdeckter FBI-Agent.

Als Angestellter der US Navy arbeitete Jonathan Toebbe in deren Nuklearantriebsprogramm und hatte eine Sicherheitsfreigabe für den Zugriff auf eingeschränkte Daten über die Konstruktion von Atom-U-Booten und deren Reaktoren. Im April 2020 schickte er angeblich eine Probe dieser vertraulichen Daten an eine ausländische Regierung, zusammen mit einem Brief, in dem es hieß:

"Bitte leiten Sie diesen Brief an Ihren militärischen Geheimdienst weiter. Ich glaube, dass diese Informationen für Ihre Nation von großem Wert sein werden. Dies ist kein Scherz."

Toebbe schrieb, dass "die Informationen langsam und sorgfältig über mehrere Jahre hinweg im Rahmen meiner normalen Arbeit gesammelt wurden, um keine Aufmerksamkeit zu erregen, und jeweils nur ein paar Seiten an den Sicherheitskontrollen vorbeigeschmuggelt wurden", heißt es in den Gerichtsunterlagen.

Das betreffende Land wurde vom Justizministerium nicht genannt. Der Brief wurde jedoch vom FBI abgefangen oder dem FBI übergeben, bevor er sein Ziel erreichte. Ein verdeckter Ermittler setzte sich mit Toebbe in Verbindung, und die beiden vereinbarten einen Deal, bei dem Toebbe weitere Daten im Austausch gegen Zahlungen in Kryptowährung herausgeben sollte.

Der Agent schickte Toebbe im Juni dieses Jahres 10.000 US-Dollar in Kryptowährung. Kurz darauf reisten Toebbe und seine Frau angeblich zu einem vorher vereinbarten "Übergabeort" in West Virginia, wo die Frau des Ingenieurs als Aufpasserin fungierte, während Toebbe eine SD-Karte in ein Erdnussbuttersandwich steckte, das der Agent abholen sollte. Er schickte dann einen Verschlüsselungscode für die SD-Karte im Austausch gegen weitere 20.000 US-Dollar. Das FBI konnte überprüfen, dass die Karte tatsächlich "eingeschränkte Daten im Zusammenhang mit U-Boot-Kernreaktoren" enthielt.

Eine weitere erfolgreiche Zahlung und Übergabe folgte. Am Samstag wurde das Ehepaar allerdings in West Virginia verhaftet, als es einen dritten Austausch versuchte.

Während ihrer monatelangen Korrespondenz war Toebbe dem Agenten gegenüber zunächst misstrauisch und zögerte, seinen Kontaktmann zu treffen, um nicht in eine Falle zu tappen. Dem Agenten gelang es, ihn durch Überredung zu überzeugen und ein "Signal" von der Botschaft des fremden Landes über das sogenannte Memorial-Day-Wochenende in den USA zu arrangieren. Es wurde nicht bekannt gegeben, wie dieses Signal aussah oder wie das FBI es mit dem betreffenden Land vereinbart hatte.

Toebbe schien eine romantische Vorstellung vom Verkauf von Staatsgeheimnissen zu haben. Als er darüber sprach, dass er und seine Frau vielleicht eines Tages aus den USA fliehen müssten, sagte er dem Agenten:

"Eines Tages, wenn es sicher ist, werden sich vielleicht zwei alte Freunde in einem Café über den Weg laufen, eine Flasche Wein trinken und über die Geschichten ihrer gemeinsamen Heldentaten lachen."

Das Paar wurde wegen zweier spionagebezogener Vergehen angeklagt: Verschwörung zur Weitergabe von eingeschränkten Daten und Weitergabe von eingeschränkten Daten. Beide Vergehen werden mit unbefristeten Strafen geahndet.

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