Nordamerika

US-Krankenhaus informiert Patientin: Keine COVID-19-Impfung, keine neue Niere

Eine ungeimpfte US-Amerikanerin aus dem US-Bundesstaat Colorado hat für Empörung gesorgt, nachdem sie von der Warteliste für Nierentransplantationen gestrichen wurde. Ihr Vergehen? Sie ist nicht gegen COVID-19 geimpft und wurde daher von der lebensrettenden Behandlung ausgeschlossen.
US-Krankenhaus informiert Patientin: Keine COVID-19-Impfung, keine neue NiereQuelle: Gettyimages.ru © Beyhes Evren

Eine US-Amerikanerin aus Colorado Springs, Colorado, wurde von einer aktiven Warteliste für eine Nierentransplantation gestrichen, weil sie nicht gegen COVID-19 geimpft ist. Das Krankenhaussystem UC Health erklärte, dass es Ungeimpften den eventuell lebensrettenden Vorgang verweigern wird.

Die Transplantationskandidatin Leilani Lutali sagte, sie habe einen Brief vom Universitätskrankenhaus von Colorado erhalten, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass sie auf der Warteliste als "inaktiviert" eingestuft wurde, weil sie sich nicht gegen COVID-19 impfen ließ, und dass sie 30 Tage Zeit hätte, sich impfen zu lassen, um in den aktiven Status zurückzukehren, wie ein örtlicher Ableger von Fox News am Mittwoch berichtete.

"Wenn Sie sich entscheiden, die COVID-19-Impfung zu verweigern, werden Sie von der Nierentransplantationsliste gestrichen", heißt es in dem Schreiben, dessen Kopie der republikanische Colorado-Abgeordnete Tim Geitner erhalten und auf Twitter geteilt hat. Weiter heißt es in dem Brief:

"Sie werden weiterhin Wartezeit anhäufen, aber Sie werden kein Angebot für eine Niere erhalten, solange Sie auf der Liste inaktiv sind. Sobald Sie die COVID-Impfserie abgeschlossen haben, werden Sie auf der Nierentransplantationsliste reaktiviert, solange sich Ihr Gesundheitszustand nicht ändert."

Lutali – deren potenzieller Nierenspender Berichten zufolge ebenfalls nicht geimpft ist – sagte, ihr Leben sei "in Gefahr", wenn ihr die Prozedur verweigert wird, und hat aus nicht spezifizierten religiösen Gründen Bedenken gegen die Impfstoffe geäußert. Sie hat auch argumentiert, dass die Impfstoffe aufgrund der immunsuppressiven Medikamente, die ihr nach der Transplantation verabreicht werden müssten, möglicherweise nicht die gewünschte Wirkung haben.

"Sowohl aus religiöser Sicht als auch nach einiger Recherche bin ich mir nicht sicher, ob dies der richtige Weg ist", sagte sie den örtlichen Medien. "Die Impfung ist relativ neu, und als Konsumentin bin ich keine frühe Anwenderin. Ich warte ab und schaue, was sich tut." Lutali betonte weiter:

"Ich habe das Gefühl, dass man mich zwingt, nicht abzuwarten, sondern dass ich die Spritze nehmen muss, wenn ich dieses lebensrettende Transplantat haben möchte."

Lutali sagte außerdem, sie habe sich bereits im letzten Sommer mit dem Virus infiziert und sei "fast asymptomatisch". Sie fügte hinzu: "Wenn ich...an einem zweiten Fall von COVID erkranken würde, wäre das minimal", was darauf hindeutet, dass sie möglicherweise bereits eine gewisse natürliche Immunität hat.

Das UCHealth-Krankenhaussystem erläuterte seine Impfvorschriften in einer ausführlichen Erklärung, die den Medien am Mittwoch zur Verfügung gestellt wurde. Darin heißt es, dass Transplantationsoperationen "einzigartige" Verfahren sind, die das Risiko "ernsthafter Komplikationen" bis hin zum Tod bergen und dass alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden müssen, um negative Folgen zu vermeiden.

"In fast allen Fällen müssen Transplantatempfänger und Lebendspender bei UCHealth jetzt gegen COVID-19 geimpft werden, zusätzlich zu anderen gesundheitlichen Anforderungen und zusätzlichen Impfungen", sagte das Krankenhaus und wies darauf hin, dass andere Transplantationszentren in den USA dieselben Richtlinien eingeführt haben.

Organempfänger sind nach der Operation einem "erheblichen Risiko" durch COVID-19 ausgesetzt, so das Krankenhaus unter Berufung auf Untersuchungen, die eine viel höhere Sterblichkeitsrate durch das Coronavirus bei Transplantationspatienten festgestellt haben.

Dennoch kritisierte der republikanische Abgeordnete Geitner, der El Paso County vertritt, UCHealth am Dienstag scharf für diese Entscheidung: "Die Abmachung ist im Grunde genommen ... dieser Forderung nachzukommen. Nehmen Sie diesen COVID-19-Impfstoff, sonst wird Ihnen eine lebensrettende Behandlung verweigert."

Geitner erklärte außerdem in einem Facebook-Livestream, dass er das Krankenhaussystem mehrfach kontaktiert habe, um eine Ausnahme für Lutalis Fall zu erwirken. Laut Geitner:

"Ich habe mich zwei- bis dreimal ausgetauscht – ein paar Textnachrichten, ein paar Telefonate, ein paar E-Mails – rund um dieses Thema. UCHealth ist kaum bereit, eine Ausnahmeregelung oder eine Änderung der Richtlinien oder ein Entgegenkommen oder sonst etwas zu tun."

Einige Kritiker wehrten sich jedoch gegen die Empörung. Ein Beobachter wies darauf hin, dass Impfstoffe und andere Fragen des Lebensstils regelmäßig in Transplantationsentscheidungen einfließen und bezeichnete dies als "medizinische Standardpraxis".

"Ausschlusskriterien für begrenzte Organe sind gängige medizinische Praxis. Im Falle von Nieren gehören dazu Blutgruppe, Übereinstimmungsgrad, Standort, Größe des Spenders und des Empfängers, Rauchen, Fettleibigkeit, Infektionen, Herzerkrankungen und andere Risiken für das langfristige Überleben. Nichts Neues", twitterte Trish Zornio, Kolumnistin der Zeitung Colorado Sun.

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Information:

Sicherheit und Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe sind umstrittene Themen. Zahlreiche Experten in Wissenschaft, Politik und Medien schätzen diese als sicher und effektiv ein, da sie das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung weitgehend verhindern und die Vorteile einer Corona-Impfung die Risiken und Nebenwirkungen überwiegen. Langzeitnebenwirkungen der Impfungen sind generell nicht bekannt. Auch Risiken wie der ADE-Effekt (antibody-dependent enhancement, auf Deutsch: infektionsverstärkende Antikörper) wurden bisher bei weltweit Milliarden verabreichter Impfstoff-Dosen nicht beobachtet. Auch, dass Gensequenzen von beispielsweise mRNA-Vakzinen in die menschliche DNA eingebaut werden, gilt in Fachkreisen als ausgeschlossen. Stellungnahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der bundesdeutschen Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) lassen sich hier und hier nachlesen.

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