Nordamerika

Migrationskrise an US-Grenze: USA setzen auf Abschiebungen nach Haiti

Die Zahl aufgegriffener Migranten an der Grenze zwischen Mexiko und den USA ist in den vergangenen Monaten rasant gestiegen. In der US-Grenzstadt Del Rio harren Tausende Migranten aus. Die US-Regierung will vor diesem Hintergrund das Tempo von Abschiebungen erhöhen.
Migrationskrise an US-Grenze: USA setzen auf Abschiebungen nach HaitiQuelle: Reuters © ADREES LATIF

Angesichts Tausender Migranten in der US-Grenzstadt Del Rio setzt die US-Regierung auf schnelle Abschiebungen. Zahlreiche Haitianer und Menschen aus weiteren Ländern haben sich seit der vergangenen Woche unter einer Brücke versammelt, die die USA und Mexiko verbindet. Das US-Heimatschutzministerium kündigte am Samstag an, zusätzliche Transportmittel zu beschaffen, um das Tempo und die Kapazität von Abschiebeflügen nach Haiti zu erhöhen.

Bruno Lozano, der Bürgermeister von Del Rio, hatte zuletzt dringend Hilfe des Bundes angefordert. Lozano sagte, die Migranten stammten überwiegend aus Haiti, kämen illegal ins Land und warteten darauf, von der US-Grenzschutzbehörde aufgegriffen zu werden. Diese sei jedoch angesichts des großen Andrangs überfordert. US-Medien berichten von rund 14.000 Menschen, die in Del Rio unter menschenunwürdigen Bedingungen ausharrten. Auf Bildern ist zu sehen, wie die Menschen durch knietiefes Wasser wateten und im Schlamm unter der Brücke, die über den Fluss Rio Grande führt, provisorische Zelte errichteten.

Das Heimatschutzministerium will nun Migranten auf andere Orte in der Region umverteilen, um sie schneller abfertigen zu können. Demnach sollen Menschen, die sich unrechtmäßig in den USA aufhalten, ausgewiesen werden. Das Weiße Haus habe die zuständigen US-Behörden angewiesen, mit der haitianischen und anderen Regierungen in der Region zusammenzuarbeiten, um den Menschen nach ihrer Rückkehr Hilfe und Unterstützung zu bieten, so das Heimatschutzministerium.

Zudem betonte das US-Heimatschutzministerium, dass die Mehrheit der Migranten unter der sogenannten Titel-42-Regelung abgeschoben werde. Die unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump aufgrund der COVID-19-Pandemie eingeführte Richtlinie sieht eine schnelle Abschiebung vor. Begründet wird dies mit der Gefahr einer Einschleppung des Coronavirus. Menschenrechtsorganisationen werfen der US-Regierung vor, die Pandemie nur als Vorwand zu nutzen, um Menschen ohne ausreichende Prüfung und Gerichtsanhörung pauschal abzuschieben.

Die Situation an der Grenze wirft ein Schlaglicht auf die Einwanderungspolitik von US-Präsident Joe Biden. Die Zahl aufgegriffener Migranten an der US-Südgrenze ist in den vergangenen Monaten rasant gestiegen. Während einige demokratische Abgeordnete Bidens Regierung auffordern, die Abschiebeflüge nach Haiti sofort zu stoppen, werfen Republikaner Biden hingegen eine zu laxe Politik an der US-Grenze zu Mexiko vor.

Mehr zum Thema - Bidens Plan zur Zwangsimpfung: US-Kongress und illegale Einwanderer sind befreit

(rt/dpa)

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