Nordamerika

USA: Sind die COVID-Zahlen in Krankenhäusern realistisch? Debatte um Video setzt sich fort

Die offiziellen Zahlen zu COVID-19 wurden nicht nur in Deutschland vielfach kritisiert, auch in den USA. Dort kursiert seit einigen Tagen das Video eines Gesprächs in einer Krankenhauskette in North Carolina, in dem ein Vorschlag diskutiert wird, die Zahl der COVID-Patienten nach oben zu treiben.
USA: Sind die COVID-Zahlen in Krankenhäusern realistisch? Debatte um Video setzt sich fort

Das Novant Health New Hanover Regional Medical Center ist eine Klinikkette, zu der in Nord- und Südcarolina 20 Krankenhäuser und Praxen gehören. Der republikanische Senator Rand Paul teilte nun ein Video, in dem mehrere Angehörige der Leitung dieser Gruppe scheinbar diskutieren, die Zahl ihrer COVID-Patienten zu frisieren.

Die Teilnehmer des Gesprächs sind die Marketingdirektorin Carolyn Fischer (CF), die ärztliche Leiterin Mary Rudyk (MR) und Shelbourn Stevens (SS), der Chef des Novant Health Brunswick Medical Center.

Hier die Unterhaltung auf Deutsch:

CF: Die Anzeigetafel, und wie ich sie aufgebaut habe, ist, wie wir Information in die Gemeinde bekommen, mit aussagekräftigen Zahlen, wöchentlich. Also das ist auf unserer Website, und das haben wir auch ziemlich deutlich in den sozialen Kanälen geteilt. Da sind Grafiken, die zeigen, wie hoch der Anteil von Ungeimpften ist, und der Anteil von Ungeimpften auf der Intensivstation, und der Anteil an den Betten. Das sind die Zahlen, und diese Zahlen bringen wir raus. Aber Sie sind sicher hinter anderen Zahlen her.

MR: Ich denke, meine Meinung zu diesem Zeitpunkt ist, dass wir ein wenig erschreckender sein müssen für die Öffentlichkeit. Dann gibt es noch einen anderen Kommentar, dem ich völlig zustimme: Viele von den Leuten, die im Krankenhaus sind, werden als 'von COVID genesen' geführt. Wir zählen sie nicht mit. Also wie bekommen wir diese 'von Covid genesenen' Leute in die Zahl der Patienten, die wir in der Klinik haben?

CF: Heißt das, alle Leute, die seit dem Anfang von COVID im Krankenhaus waren?

MR: Das kann ich jemand anderem geben. Aber ich denke, das sind wichtige Zahlen, es gibt Patienten, die noch in der Klinik sind, sie sind nicht mehr auf der COVID-Station, aber aus einer Vielzahl von Gründen belegen sie immer noch das Krankenhaus.

SS: Wir zählen sie jetzt als Genesen, wenn Sie auf die Anzeigetafel schauen, da werden sie als Genesen aufgeführt. Aber ich denke... aus unserer Sicht halte ich sie immer noch für COVID-Patienten, weil sie immer noch krank sind.

MR: Ja. Ich denke, dass muss betont werden. Wenn sie einmal aus der Isolation sind, fallen sie aus den COVID-Zahlen raus, genau so ist das.

SS: Können wir darüber offline reden, wie wir das einbauen...

MR: Also, was ich sagen wollte, war, ich denke, wir müssen schroffer werden, wir müssen energetischer werden, wir müssen etwas sagen, das so rüberkommt wie :'Du weißt, wenn du dich nicht impfen lässt, ist dir klar, dass du sterben wirst.'"

Um zu illustrieren, mit welchen Gedanken die Gesprächspartner spielen, hier ein kleines Beispiel. Ein Mann wird mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht; weil der obligatorische PCR-Test bei ihm positiv ist, wird er als Corona-Patient gezählt und auf die entsprechende Station gebracht. Einige Tage später hat er einen negativen PCR-Test, gilt also als genesen, braucht aber immer noch eine Bypass-Operation, ist daher noch in der Klinik. Das Gespräch dreht sich darum, ihn auch während dieser ganzen Zeit als COVID-Patienten weiterlaufen zu lassen, um die Zahlen nach oben zu treiben. Schon die erste Zählung dieses Beispielpatienten als Corona-Patient ist problematisch, weil die auslösende Erkrankung eine andere ist; aber die zweite, hier vorgeschlagene Zählung ist vollends falsch. Aber diese Strategie ließe sich perpetuieren, wenn jeder, der jemals positiv getestet wurde, bei jedem Krankenhausaufenthalt, ob zu einer Geburt oder wegen einer gebrochenen Hüfte, automatisch als COVID-Patient gezählt würde.

Die Klinikkette hat mittlerweile eine Stellungnahme zu dem Video abgegeben und damit seine Echtheit bestätigt: "Das war eine offene Diskussion zwischen Medizinern und Kommunikationsprofis darüber, wie wir die Schwere und Ernsthaftigkeit dessen, was in unseren Krankenhäusern und in unseren Gemeinden geschieht, genauer vermitteln können. Die Daten, die wir geteilt haben, beinhalten insbesondere jene Patienten nicht, die wegen Komplikationen in Folge von COVID-19 weiter im Krankenhaus bleiben, obwohl sie nicht mehr testpositiv sind. Also ist das Bild der Auswirkungen von COVID-19 auf unsere Patienten und unsere Kliniken unvollständig."

Allerdings dreht es sich im Gespräch eben nicht um Patienten, die wegen COVID-Komplikationen weiter in der Klinik sind, sondern, wie es Mary Rudyk (die der Nachrichtensender WECT inzwischen "ehemalige ärztliche Leiterin nennt) sagt, "aus einer Vielzahl von Gründen". Der Verdacht, es handele sich bei diesem Video um eine Übereinkunft, Corona-Zahlen zu fälschen, um die Impfwilligkeit zu erhöhen, lässt sich mit dieser Stellungnahme jedenfalls nicht aus der Welt räumen.

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