Nordamerika

Bidens Topberater Fauci: Corona-Zwangsimpfungen für Schulkinder "eine gute Idee"

Dr. Anthony Fauci, der oberste Coronavirus-Berater von US-Präsident Joe Biden und Direktor des US-amerikanischen nationalen Instituts für Allergie und Infektionskrankheiten (NIAID), hat in einem Interview gesagt, dass er Zwangsimpfungen gegen COVID-19 für Kinder unter zwölf Jahren für eine "gute Idee" hält. Fauci betonte weiter, dass eine dritte Nachimpfung notwendig sein wird.
Bidens Topberater Fauci: Corona-Zwangsimpfungen für Schulkinder "eine gute Idee"© CNN Screenshot

Dr. Anthony Fauci, der führende US-Experte für Infektionskrankheiten, sagte am Sonntag, er unterstütze die COVID-19-Impfpflicht für Kinder, die Schulen besuchen, da die Delta-Variante des Coronavirus in den Vereinigten Staaten weiterhin für einen Anstieg der Fälle sorgt. Fauci äußerte sich in einem Interview mit der US-Nachrichtenseite CNN. Fauci führte aus:

"Ich glaube, dass es eine gute Idee ist, Impfungen für Kinder vorzuschreiben, die in der Schule erscheinen. Das ist nichts Neues. Wir haben an vielen Orten in Schulen, insbesondere in öffentlichen Schulen, die Vorschrift, dass ein Kind geimpft werden muss, wenn es in die Schule kommen soll - wir machen das schon seit Jahrzehnten und verlangen Impfungen gegen Polio, Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis. Es wäre also nichts Neues, Impfungen für Kinder zu verlangen, die in die Schule kommen."

Derzeit dürfen Kinder unter zwölf Jahren in den Vereinigten Staaten nicht gegen COVID-19 geimpft werden. In einem anderen Interview mit dem US-Nachrichtensender ABC sagte Fauci jedoch, dass bis Anfang Oktober genügend Daten vorliegen sollten, damit die US-Arzneimittelbehörde (FDA) prüfen kann, ob die Impfstoffe auch für Kinder unter zwölf Jahren geeignet sind.

"Ich denke, dass es eine realistische Chance gibt", dass die Impfstoffe von Pfizer-BioNTech oder Moderna noch vor der kommenden Feiertagssaison von der FDA für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen werden könnten.

Fauci sagte außerdem gegenüber dem US-Nachrichtensender NBC, dass er "sicher" sei, dass die US-Amerikaner Auffrischungsimpfungen des COVID-19-Impfstoffs benötigen würden, aber wie lange sie darauf warten müssten, könnte sich ändern. Fauci betonte:

"Ich bin mir sicher, dass wir die dritte Dosis brauchen, wenn ich mir die Daten ansehe, die wir hier sehen."

Während die US-Schulen im Herbst wieder öffnen, sorgt der Anstieg der COVID-19-Fälle bereits für erhebliche Probleme in den Vereinigten Staaten. Dutzende von Schulen im ganzen Land mussten den Beginn des Schuljahres verschieben oder seit der Eröffnung im August wieder schließen, so die Daten der Tracking-Website Burbio.

New York City verlangt von seinen Lehrern und Angestellten, dass sie bis zum 27. September mindestens ihre erste Spritze bekommen, berichtet die US-Zeitung New York Post. Die NYP weist auch darauf hin, dass einige US-Bundesstaaten wie Kalifornien, Washington und New Jersey bereits Masken für das Schulpersonal in ihren Bundesstaaten zur Pflicht gemacht haben.

Der Bundesstaat Washington hat als erster Staat der Vereinigten Staaten eine Impfpflicht für Lehrer und andere Schulangestellte auf allen Ebenen eingeführt. Angestellte, die sich bis zum 18. Oktober nicht vollständig impfen lassen, müssen mit einer Kündigung rechnen. Kalifornien hat ebenfalls Impfungen für Lehrer und Angestellte vorgeschrieben, bietet aber alternativ die Möglichkeit, sich einmal pro Woche auf das Virus testen zu lassen.

Auch New Jersey hat in der vergangenen Woche nachgezogen und die Impfung für alle Mitarbeiter von der Vorschule bis zur 12. Klasse zur Pflicht gemacht, bietet aber auch die Möglichkeit, sich zweimal pro Woche testen zu lassen.

Einem Bericht von Reuters zufolge trägt die Wiedereröffnung der Schulen auch zu einer Verknappung des Angebots an COVID-19-Tests in den Vereinigten Staaten bei. Da die Schulen ihre Überwachungsprogramme wieder aufnehmen, die Dutzende Millionen Tests erfordern, wird der Vorrat an Tests immer knapper, so Führungskräfte aus der Industrie und staatliche Gesundheitsbeamte.

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