Nordamerika

Afghanistan-Debakel: Pensionierte US-Militäroffiziere fordern Rücktritt des Generalstabs

Im Ergebnis des katastrophalen Rückzugs der US-Militärs aus Afghanistan nach mehr als 20 Jahren Besatzung des Landes fordern nun Dutzende ehemaliger hochrangiger US-Militärs in einem Offenen Brief den Rücktritt sowohl des US-Verteidigungsministers als auch des Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs.
Afghanistan-Debakel: Pensionierte US-Militäroffiziere fordern Rücktritt des GeneralstabsQuelle: AP © Kevin Wolf

Fast 90 pensionierte US-Generäle und Admirale von Flag Officers 4 America unterzeichneten am Montag einen Brief, in dem sie den Rücktritt von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und von General Mark Milley, des Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs (JCS), wegen ihrer Rolle im Zusammenhang mit dem chaotischen US-Abzug aus Afghanistan fordern.

Schon im Mai hatte die Organisation ehemaliger US-Militäroffiziere einen offenen Brief veranlasst, in dem die Unterzeichner die kognitiven Fähigkeiten des derzeitigen US-Präsidenten Joe Bidens in Frage stellten und behaupteten, dass die US-Präsidentschaftswahlen 2020 manipuliert worden wären.

In ihrem jüngsten Brief argumentierten die pensionierten Führungsoffiziere, dass Austin und Milley als wichtigste Militärberater des amtierenden US-Präsidenten Joe Biden "auf das Schärfste gegen diesen gefährlichen Abzug hätten raten müssen." Die pensionierten Offiziere konstatieren:

"Wenn sie nicht alles in ihrer Macht Stehende getan haben, um den übereilten Abzug zu stoppen, sollten sie zurücktreten. Umgekehrt, wenn sie alles im Rahmen ihrer Möglichkeiten getan haben, um (den Präsidenten) davon zu überzeugen, das Land nicht übereilt zu verlassen, ohne die Sicherheit unserer Bürger und der Amerika treuen Afghanen gewährleistet zu haben, dann hätten sie aus Protest zurücktreten sollen, als ein Zeichen des Gewissens und der öffentlichen Erklärung. Ein grundlegendes Prinzip im Militär ist es, die Verantwortlichen für ihr Handeln oder Nichthandeln verantwortlich und rechenschaftspflichtig zu machen. Es muss auf allen Ebenen Rechenschaftslegung für dieses tragische und vermeidbare Debakel geben."

Der Brief fordert außerdem den Rücktritt von Austin und Milley aus Gründen der "Führung, der Ausbildung und der Moral" und wirft ihnen auch vor, "den Schwerpunkt zwingend auf politisch korrektes, 'woke'-bezogenes Training zu legen, was extrem spaltend und schädlich für den Zusammenhalt der Einheit, die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Kriegsführung ist." Die ehemaligen Offiziere schreiben:

"Unser Militär existiert, um die Kriege unserer Nation zu kämpfen und zu gewinnen, und das muss der einzige Fokus unserer obersten Militärführung sein."

General Kenneth McKenzie, Kommandeur des US-Zentralkommandos CENTCOM, gab am Montag bekannt, dass das letzte US-Flugzeug von der Hauptstadt Kabul aus Afghanistan abgeflogen sei. Der Abflug kennzeichnete effektiv das Ende des 20-jährigen US-Kampfeinsatzes in Afghanistan, der darin gipfelte, dass die Taliban die Kontrolle über den größten Teil des Landes übernahmen und ein neues Islamisches Emirat ausriefen.

US-Außenminister Antony Blinken stellte fest, dass sich am Sonntagmorgen, etwa 24 Stunden nach dem Abflug des letzten US-Fluges, noch mehr als 200 US-Amerikaner in Afghanistan befanden, die das Land verlassen wollten. Es bleibt unklar, wie viele dieser US-Bürger am Montag in Afghanistan zurückgeblieben sind. Die pensionierten US-Offiziere stellen fest:

"Die Folgen dieser Katastrophe sind enorm und werden jahrzehntelang nachhallen, beginnend mit der Sicherheit der Amerikaner und Afghanen, die nicht in der Lage sind, sich sicher zu Evakuierungspunkten zu bewegen, und die daher zu diesem Zeitpunkt de facto Geiseln der Taliban sind. Der Schaden für den Ruf der Vereinigten Staaten ist unbeschreiblich. Wir werden jetzt und für viele Jahre als ein unzuverlässiger Partner in jeder multinationalen Vereinbarung oder Operation gesehen."

Es wird erwartet, dass US-Präsident Joe Biden heute Nachmittag vor der US-amerikanischen Öffentlichkeit über den nunmehr abgeschlossenen Rückzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan sprechen wird.

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