Nordamerika

Mysteriöse Selbstmordserie nach Sturm auf US-Kapitol: Zwei weitere Polizisten sterben

Zwei weitere Polizisten aus Washington, D.C., die bei den Ausschreitungen am US-Kapitol im Einsatz waren, haben sich das Leben genommen. Das bestätigte die örtliche Polizeibehörde. Damit erhöht sich die Zahl der Selbstmorde von Beamten im Zusammenhang mit den Unruhen auf vier.
Mysteriöse Selbstmordserie nach Sturm auf US-Kapitol: Zwei weitere Polizisten sterben

Der Polizist Gunther Hashida wurde am Donnerstag tot in seiner Wohnung aufgefunden, wie die Polizeibehörde DC Metropolitan Police Department (MPD) am Montag mitteilte. Dabei handele es sich um Suizid. Die Behörde fügte hinzu: "Wir trauern als Dienststelle. Unsere Gedanken und Gebete sind bei der Familie und den Freunden von Polizist Hashida." Er starb eine Woche vor seinem 44. Geburtstag, wie aus einer Todesanzeige hervorgeht.

Auch die Ehefrau des Beamten richtete am Sonntagabend in einem Beitrag auf Facebook Worte an ihren Mann.

Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, würdigte Hashida in einer schriftlichen Erklärung als "Helden", der "sein Leben riskiert hatte, um unser Kapitol, die Kongressmitglieder und unsere Demokratie zu retten". Sie fügte hinzu: "Möge das Leben von Officer Hashida eine Inspiration für alle sein."

Nur wenige Stunden nachdem der Tod Hashidas bestätigt wurde, teilte ein Sprecher des DC Metropolitan Police Department gegenüber dem Sender CBS mit, dass sich ein weiterer Beamter, der 26-jährige Kyle DeFreytag, am 10. Juli ebenfalls das Leben genommen habe. Der Selbstmord wurde bis Montag nicht bekannt gegeben.

"Ich möchte Ihnen die tragische Nachricht überbringen, dass der Polizist Kyle DeFreytag aus der 5. Polizeidirektion gestern Abend verstorben ist", schrieb Polizeichef Robert Contee letzten Monat in einer Mitteilung an die Abteilung. "Dies ist eine unglaublich schlimme Nachricht für uns alle und für diejenigen, die ihn am besten kannten."

Die Beamten Hashida und DeFreytag haben 2003 beziehungsweise 2016 ihren Polizeidienst angetreten. Mit ihrem Tod erhöht sich die Zahl der Polizisten, die bei den Ausschreitungen am 6. Januar vor dem US-Kapitol anwesend waren und danach Selbstmord begangen haben, auf insgesamt vier. Der Kapitol-Polizist Howard Liebengood sowie der MPD-Beamte Jeffrey Smith hatten sich in den Tagen nach den Unruhen ebenfalls das Leben genommen.

Ein fünfter Polizist, Brian Sicknick, war ebenfalls kurz nach den Unruhen verstorben. Während in den Medienberichten zunächst immer wieder suggeriert wurde, er sei den von den Randalierern zugefügten Verletzungen erlegen, stellten Gerichtsmediziner später fest, dass er eines natürlichen Todes gestorben war. Laut Autopsiebericht habe er einen zweifachen Schlaganfall erlitten.

Vier weitere Personen, allesamt Demonstranten, kamen bei den Ausschreitungen am Sitz des US-Kongresses ums Leben. Zwei davon waren an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben. Die dritte Person starb an einer Überdosis Drogen, während die vierte, die 35-jährige Ashli Babbitt, von der Polizei in der Nähe des Plenarsaals im Kapitol erschossen worden war.

In einem Untersuchungsgremium im Repräsentantenhaus hatten vergangene Woche mehrere Polizisten geschildert, was sie in den Stunden des 6. Januar durchgemacht haben. Einer der Beamten, Aquilino Gonell, sagte, er habe an jenem Januartag gedacht, er würde sterben. Er beschrieb den Gewaltausbruch "wie etwas aus einer mittelalterlichen Schlacht". Er und seine Kollegen seien geschlagen, gestoßen, getreten, geschubst und mit Chemikalien besprüht und "gar mit augenschädigenden Lasern geblendet worden". Gonell fügte hinzu: "Und zwar von einem gewalttätigen Mob, der uns Ordnungshüter, die sich ironischerweise dem Schutz der US-Bürger verschrieben haben, offenbar als Hindernis bei ihrem Aufstandsversuch ansah."

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