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Biden macht fälschlicherweise die "Kapitol-Randalierer" für den Tod eines Polizisten verantwortlich

Wladimir Putin erklärt auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen mit Joe Biden, er wolle vermeiden, dass es in Russland zu ähnlichen Ausschreitungen wie am Kapitol in Washington kommt. Biden erwidert faktenwidrig, "Verbrecher" hätten hierbei einen Polizisten getötet.
Biden macht fälschlicherweise die "Kapitol-Randalierer" für den Tod eines Polizisten verantwortlichQuelle: Reuters

US-Präsident Joe Biden hat am Mittwoch nach seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bei einer Pressekonferenz eine falsche Aussage getätigt. Er reagierte auf einen Kommentar des russischen Präsidenten Wladimir Putin über den angeblichen Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar.

Auf die Frage, ob er Angst vor Oppositionellen habe, hatte Putin zuvor auf einer Pressekonferenz geantwortet, er wolle vermeiden, dass es in Russland zu ähnlichen Ausschreitungen wie im Januar in Washington kommt. Zudem würde er ungern zulassen, dass in Russland eine Bewegung in der Art von Black Lives Matter Fuß fasst, so Putin. Hinsichtlich der Geschehnisse am US-Kapitol im Januar erklärte er:

"Das, was wir gesehen haben Pogrome. Das, was wir gesehen haben, wie Gesetze gebrochen wurden und so weiter und so fort. Wir sympathisieren mit den Amerikanern und dem amerikanischen Volk, aber wir wollen nicht, dass so etwas auf unserem Territorium passiert."

Bei einer getrennten Pressekonferenz konterte der US-Präsident Putins Aussage:

"Das ist ein lächerlicher Vergleich. Auf der einen Seite brechen Kriminelle in das Kapitol ein, töten einen Beamten, und dort sind Menschen, die ihre Rechte verteidigen."

Mit seiner Aussage bezog sich Biden auf den Polizisten Brian Sicknick. Dieser war einen Tag nach der sogenannten Erstürmung des Kapitols vom 6. Januar verstorben. Allerdings nicht infolge einer Verletzung.

Wie ein im April ausgestelltes Attest des leitenden Gerichtsmediziners des District of Columbia feststellte, starb Sicknick eines natürlichen Todes, nachdem er infolge der Unruhen am US-Kapitol zwei Schlaganfälle erlitten hatte. Die Untersuchungsbehörde stellte zudem klar, dass eine Todesart als nicht natürlich angesehen wird, wenn diese durch eine Verletzung beschleunigt wird.

Am Abend der Unruhen kehrte Sicknick in sein Revier zurück und erlitt gegen 22 Uhr einen Zusammenbruch. Zunächst teilte die Polizei mit, dass Sicknick bei einer Auseinandersetzung mit Demonstranten am Capitol Hill verletzt worden sei. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und an ein Beatmungsgerät angeschlossen, verstarb jedoch in der folgenden Nacht gegen 21.30 Uhr. Sicknick wurde öffentlich geehrt und sein Leichnam in der historischen Rotunde des Kapitols aufgebahrt. 

Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass der Polizist von einem Feuerlöscher getroffen worden war. Diese Annahme wurde jedoch später im Rahmen der Untersuchungen widerlegt. Eine weitere Vermutung legte nahe, Sicknicks Tod könne mit einem chemischen Reizstoff in Verbindung gestanden haben, mit dem die Randalierer ihn besprüht hatten. 

Francisco J. Diaz, der leitende Gerichtsmediziner in Washington D.C., fand jedoch keine Beweise dafür, dass Sicknick unerwünschte Reaktionen auf chemische Reizstoffe erlitten hatte. Die offizielle Todesursache wurde daher als akuter Hirnstamm- und Kleinhirninfarkt aufgrund einer akuten Thrombose der Arteria basilaris festgestellt. 

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