Nordamerika

USA: Gefängnis in Arizona will Hinrichtungen in Gaskammer wiederaufnehmen

Der US-Bundesstaat Arizona bereitet sich darauf vor, zum Tode Verurteilte mit Blausäure hinzurichten, dem gleichen tödlichen Gas, das in Auschwitz eingesetzt wurde. Die im Jahr 1949 erbaute Gaskammer im Bundesgefängnis Florence wurde saniert.
USA: Gefängnis in Arizona will Hinrichtungen in Gaskammer wiederaufnehmenQuelle: AFP © Brendan Smialowski

Laut einer Ermittlung der britischen Zeitung The Guardian, die auf öffentlichen Dokumenten über staatliche Einkäufe basiert, hat die Justizvollzugsbehörde des US-Bundesstaates Arizona eine Gaskammer im Florence-Gefängnis reaktiviert und bereitet sich auf die Durchführung mehrerer Hinrichtungen vor – die ersten seit sieben Jahren.

Berichten zufolge lies die Gefängnisleitung von Florence im Dezember 2020 die Gaskammer reparieren, führte einen Test auf mögliche Lecks mithilfe einer Rauchgranate durch und kaufte Chemikalien für Hinrichtungen durch Gas sowie durch tödliche Injektionen.

Die Justizvollzugsbehörde soll mehr als 2.000 US-Dollar für Zutaten zur Herstellung von Blausäuregas ausgegeben haben. In Nazideutschland wurde das gleiche tödliche Gas unter dem Handelsnamen Zyklon B eingesetzt, um in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern mehr als 1 Million Menschen in Gaskammern zu töten.

Trotz der Bemühungen Arizonas, seine Gaskammer als akzeptable Einrichtung zu präsentieren, sind die Schrecken der Vergangenheit sehr präsent. The Guardian zitiert Robert Dunham, den Geschäftsführer des Informationszentrums für die Todesstrafe:

"Sie müssen sich fragen, was Arizona dachte, als es glaubte, dass es im Jahr 2021 akzeptabel sei, Menschen in einer Gaskammer mit Blausäuregas hinzurichten. Hat jemand dort die Geschichte des Holocaust studiert?"

Die Florence-Gaskammer wurde im Jahr 1949 gebaut. Der letzte dort hingerichtete Gefangene war Walter LaGrand, der im Jahr 1982 wegen Bankraubs und Mordes verurteilt worden war. Seine Hinrichtung fand im März 1999 statt und verlief nicht so reibungslos, wie es die Gefängnisbehörden erhofft hatten. Anstatt schnell zu sterben, nachdem die Natriumcyanid-Pellets mit Schwefelsäure in das Gefäß unter dem Stuhl des Häftlings gefallen waren und ein tödliches Gas gebildet hatten, litt LaGrand weitere 18 Minuten vor den Augen der Zeugen, seinen Verwandten und den Verwandten des von ihm getöteten Bankangestellten.

Die USA sind eines von 54 Ländern der Welt, die die Todesstrafe nicht abgeschafft haben. Auf dieser Liste stehen auch Länder wie Weißrussland, Saudi-Arabien, Somalia, China und Nordkorea. In den USA selbst ist die Anwendung der Todesstrafe nicht einheitlich. Viele Staaten haben darauf vollständig verzichtet, während andere weiterhin Gefangene hinrichten. Die Haupthinrichtungsmethode in den USA ist heute die tödliche Injektion, in einigen Staaten wird dem Gefangenen aber auch die Wahl zwischen der Gaskammer, dem elektrischen Stuhl oder einem Erschießungskommando angeboten.

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