Nordamerika

US-Bundesstaat South Carolina erlaubt Hinrichtungen durch Erschießung

Obwohl in den USA die Todesstrafe auf dem Rückzug ist, hält der Bundesstaat South Carolina weiterhin daran fest. Da die Substanzen für Giftspritzen vielerorts fehlen, hat der Gouverneur auch den elektrischen Stuhl und Erschießungen als Hinrichtungsmethode erlaubt.
US-Bundesstaat South Carolina erlaubt Hinrichtungen durch ErschießungQuelle: Reuters © RANDALL HILL

Zur Vollstreckung der Todesstrafe erlaubt der US-Bundesstaat South Carolina künftig auch Erschießungen. Der republikanische Gouverneur McMaster hat ein entsprechendes Gesetz unterschrieben und damit in Kraft gesetzt. Der Politiker teilte dies auf Twitter mit. McMaster sagte, mit dem Gesetz werde South Carolina wieder in die Lage sein, die Todesstrafe zu vollstrecken.

Bislang war eine Vollstreckung der Todesstrafe in dem Bundesstaat nur durch eine Giftspritze erlaubt. Aus Mangel an den dafür nötigen tödlichen Präparaten gab es in South Carolina jedoch in den vergangenen Jahren keine Hinrichtungen. So weigern sich zum Beispiel europäische Pharmafirmen seit längerem, die entsprechenden Stoffe in die USA zu liefern. Durch die Gesetzesänderung sollen zum Tode Verurteilte nun wählen können, ob sie auf dem elektrischen Stuhl oder durch Erschießung sterben wollen, wenn eine Giftspritze nicht verfügbar ist.

In den USA ist die Todesstrafe insgesamt auf dem Rückzug. Nach Angaben des Informationszentrums für Todesstrafe haben bislang 23 der 50 Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft, zuletzt Virginia. Drei weitere Staaten haben die Vollstreckung der Todesstrafe demnach ausgesetzt. In Staaten, in denen es noch Hinrichtungen gibt, ist die Verabreichung einer Giftspritze die gängige Methode. Es gibt auf dem Papier jedoch Alternativen, wozu prinzipiell auch Erschießungen gehören, zu denen es in der jüngeren US-Geschichte nach Angaben des Informationszentrums jedoch nur in einzelnen Fällen gekommen ist, zuletzt im Jahr 2010 im Bundesstaat Utah.

Im Jahr 2020 wurden in den USA nach Angaben des Zentrums von fünf Staaten und der Bundesregierung insgesamt 17 Menschen hingerichtet. Der Bund hatte fast zwei Jahrzehnte lang keine Todesstrafen mehr vollstrecken lassen, die Regierung unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump setzte jedoch deren Wiedereinführung durch. Der neue US-Präsident Joe Biden lehnt die Todesstrafe dagegen ab.

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(dpa)