Nordamerika

Nach Cyberattacke: Colonial Pipeline nimmt Betrieb wieder auf

Colonial Pipeline teilte mit, sein Pipelinenetz wieder in Betrieb genommen zu haben, nachdem eine angebliche Cyberattacke einen Shutdown ausgelöst hatte. Dieser führte zu Treibstoffknappheit, Panikkäufen und Notstandserklärungen in einigen US-Bundesstaaten.
Nach Cyberattacke: Colonial Pipeline nimmt Betrieb wieder aufQuelle: Reuters © Hussein Waaile

Das US-Unternehmen Colonial Pipeline hat seine Pipelines am Mittwochabend wieder geöffnet und erklärt, man wolle nun so viel Diesel, Benzin und Kerosin pumpen wie möglich. Die Behebung der durch den Shutdown verursachten Unterbrechungen der Lieferkette werde aber Zeit brauchen. In einer Erklärung teilte der Pipelinebetreiber mit:

"Nach dem Neustart wird es einige Tage dauern, bis sich die Lieferkette für die Produktlieferung wieder normalisiert hat. In einigen Märkten, die von Colonial Pipeline beliefert werden, kann es während der Anlaufphase zu zeitweiligen Serviceunterbrechungen kommen."

Nach dem Cyberangriff wolle man als Vorsichtsmaßnahme an der Pipeline eine "umfassende Reihe von Sicherheitsbewertungen" durchführen. Colonial Pipeline, das größte Pipelinesystem seiner Art in den USA, wurde am 7. Mai angeblich durch einen groß angelegten Cyberangriff lahmgelegt. Hierbei will das FBI die Hackergruppe DarkSide als die wahrscheinlichen Täter identifiziert haben. Die Angreifer nutzten eine gängige Ransomware-Taktik: Sie verschlüsselten die Dateien des Unternehmens, hielten es sozusagen als Geisel und forderten eine Zahlung – in diesem Fall Millionen von US-Dollar in Kryptowährung.

Obwohl DarkSide behauptet, sein primäres Ziel bestünde darin, "Geld zu verdienen und nicht Probleme für die Gesellschaft zu schaffen", hatte die weitreichende Störung des Pipelinenetzes genau dies zur Folge und eine Welle von Panikkäufen in den USA sowie steigende Preise und Engpässe in einigen US-Bundesstaaten ausgelöst.

Die Probleme in der Versorgungskette trafen den US-amerikanischen Süden am härtesten. North Carolina, Virginia und Florida haben den Notstand ausgerufen, nachdem mehr als 1.000 Tankstellen in mehreren US-Bundesstaaten ausverkauft waren. Laut GasBuddy, einer App, die Autofahrer bei der Suche nach günstigen Angeboten an den Zapfsäulen unterstützt, hatten am Mittwochnachmittag 65 Prozent der Tankstellen in North Carolina keinen Treibstoff mehr. Im Großraum von Greenville, Spartanburg, Asheville und Anderson waren es sogar 78 Prozent. Dasselbe galt für 44 Prozent der Tankstellen in Virginia und 43 Prozent in South Carolina, während der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Benzin zum ersten Mal seit dem Jahr 2014 über drei US-Dollar stieg.

Trotz der Turbulenzen durch den Cyberangriff bleibt der Hauptsitz von Colonial Pipeline in Alpharetta im US-Bundesstaat Georgia laut einer Stellenausschreibung, die vor zwei Monaten auf LinkedIn gepostet wurde, ohne einen Cybersicherheitsmanager, obwohl sich 51 Personen auf die Stelle beworben hatten. In einer Erklärung gegenüber Reuters behauptete das Unternehmen, dass es über ein starkes Cybersicherheitsteam verfüge und die IT-Ausgaben in den vergangenen vier Jahren um mehr als 50 Prozent erhöht habe:

"Wir haben uns auch darauf konzentriert, erfahrene, erstklassige technische Talente anzuziehen und zu halten sowie in eine Reihe von Upgrades für unser Cybersicherheitsprogramm zu investieren."

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